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Preview: Expeditions: Viking – Hoch die Hörner!

Als frisch gebackenes Oberhaupt eines Wikingerclans hat man es nicht leicht. Wenn der eigene Vater schon nicht sehr beliebt war, ist es umso schwerer, sich vor allen anderen zu beweisen. Wenn dann noch auf der Trauerfeier ein Streit vom Zaun gebrochen wird, der dank Alkohol und Übermut in Form von Testosteronüberschuss in einem blutigen Kampf endet, bietet das Zündstoff für alle, die dabei sind.

Aber es ist auch die ideale Gelegenheit zu zeigen, was in einem steckt.

Eine Frage der Ehre

Und so beginnt eine lange Reise in Expeditions: Viking, der wir uns auf der gamescom bereits widmen konnten. Nun war ein weiterer Blick auf das rundenbasierte Rollenspiel von Logic Artists möglich. Der positive Eindruck bleibt.

Expeditions Viking

Die Charaktererstellung funktioniert wie gehabt. Name und Portrait, diverse Dinge wie Frisur und Haarfarbe. Bei den Skills wird es dann interessanter, wenn es auch keine Überraschungen gibt. Wählt man die Axt oder das Schwert, ist man vornehmlich im Nahkampf unterwegs. Fällt die Entscheidung für den Bogen, hat der Spieler ein größeres Geschick und trifft auf größere Entfernungen mit mehr Schaden. Natürlich kann man bereits hier ergänzend mehr Gesundheitspunkte skillen, falls man an vorderster Front kämpft. Listigen Charakteren weist man Punkte zu, die beispielsweise im Gespräch neue Optionen freischalten. So ist es in diesem Bildschirm bereits möglich zu planen, wohin die Reise gehen soll.

Atmosphärisch dicht

Und nun rein ins Wikinger-Abenteuer. Extrahiert man die sehr guten Dialoge, könnte man meinen, hier einen Abenteuerroman vor sich zu haben. Durch die Nennung der entsprechenden Begrifflichkeiten der Nordmänner zusammen mit den typischen Namen, fühlt man sich sofort ins Geschehen hinein gezogen und verspürt die Lust auf einen Becher Met. Dies wird durch die perfekt gewählte Musik nur noch unterstrichen. Einziger Wermutstropfen: Die Gespräche schreien fast nach einer Vollvertonung. Dies wäre noch das Tüpfelchen auf dem i, aber für das Studio wohl in Sachen Aufwand und Kosten nicht zu stemmen gewesen. Schade!

Die spannenden Dialoge von Expeditions: Viking münden sehr oft in Entscheidungen, die rollenspieltypisch mit Skills erweiterte Optionen bieten. Das Spiel zeigt hier sehr viele Handlungsmöglichkeiten. Dem aufständigen Bauer soll beispielsweise eine Lektion erteilt werden. Bereits im Vorfeld schlagen die Mitstreiter vor, man könne hinterhältigerweise doch einfach das Haus anzünden. Ein ehrenhafter Wikinger greift natürlich nur unter extremsten Bedingungen zu solchen Mitteln, also wird der Gegner zunächst verbal konfrontiert. Mit entsprechender Überzeugungskraft bringt man ihn vielleicht dazu, die Gegend freiwillig zu verlassen und das Exil zu akzeptieren. Je nach Sturheit wird er sich jedoch weigern und lieber sein Blut auf dem eigenen Land verteilen, bevor er sich verjagen lässt. Der Kampf beginnt…

Gestrüpp des Todes

Taktik wird in den rundenbasierten Kämpfen von Expeditions: Viking groß geschrieben. Dabei gilt es, die Eigenheiten seiner Leute zu bedenken, aber ebenso auf das Schlachtfeld zu achten und die Umgebung mit einzubeziehen. Sich auf einer engen Brücke zu platzieren endet schnell tödlich, wenn auf der anderen Seite des Flusses mehrere Bogenschützen unerreichbar Stellung beziehen. Rückzug und Defensive sind ein probates Mittel, um die Angreifer Stück für Stück zu dezimieren. Jeder Schritt will gut überlegt sein. Ein einfaches weg- oder vorbeirennen am Gegner reicht aus, damit dieser die Gelegenheit nutzt, einen Schlag zu platzieren. Auch können sich die Einheiten beispielsweise im Gestrüpp verfangen, wenn man einen unbedachten Weg befiehlt. Dort verheddert ist auch der stärkste Krieger ein leichtes Opfer. Solche Fehltritte werden schnell bestraft und wie in einem echten Kampf, reicht es aus, sodass sich das Blatt wenden kann.

Expeditions: Viking

Als Grafikgerüst setzt man natürlich weiterhin auf den Unity-Unterbau. Die Entwickler schaffen es, eine atmosphärische und ansehnliche Welt zu zeigen, welche durch eine einladende Weltkarte verbunden wird. Manche Charaktere stehen jedoch noch etwas steif in der Gegend herum und das ein oder andere 3D-Modell könnte ein paar Polygone mehr vertragen. Durch den spannenden Story-Rahmen fallen diese Dinge aber nach ein paar Minuten nicht mehr auf.

Unity als Technik ist aber auch der Grund, wieso diese Preview so kurz ausfällt: Aus unerfindlichen Gründen schafft es das Spiel die Grafikkarte samt Lüfter des Rechners zu 100% auszulasten und die Temperatur in gefährliche Bereiche zu treiben. Dies mag nicht auf jeder Konfiguration auftreten, sollte aber hoffentlich dennoch bis zum Release behoben werden.

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