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Preview: Escape from Tarkov – Eine neue Shooter-Erfahrung?

Im letzten Jahr befand sich Escape from Tarkov von Battlestate Games während der gamescom noch in einem rohen Zustand, weshalb wir lediglich mit ein paar Videos und Screenshots auskommen mussten. Ein Jahr später verspricht der Shooter ein realistisches Gameplay, welches MMO-Elemente nutzt und eine Militärsimulation ist. Auf welchem Stand sich Escape from Tarkov befindet, wie der Spielablauf aussieht und was wir noch alles vor dem finalen Release erwarten dürfen, konnten wir auf der gamescom 2017 sehen. Diesmal mit tatsächlichem Gameplay.

Kein Shooter wie jeder andere

BattleState Games möchte mit Escape from Tarkov einen ganz anderen Anspruch erfüllen, als ihn andere Shooter anstreben. Hier steht der Realismus im Vordergrund, deshalb formt auch dieser Grundgedanke jede implementierte Mechanik. Wir arbeiten uns also einfach mal durch die verschiedenen Bereiche, erklären aber zunächst einmal, was Escape from Tarkov eigentlich ist.

Mit jedem Tag, der vergeht, wird die Lage in der Region Norvinsk schwieriger und schwieriger. Unaufhörliche Kriegshandlungen in Tarkov haben eine massive Panik ausgelöst. Große Teile der Bevölkerung flohen in nahe gelegene Städte. Die, die blieben, suchen ihr Glück – auf Kosten anderer. „Wilde“ Tarkov-Einwohner haben sich mit den neuen Verhältnissen abgefunden. Viele schlossen sich gut bewaffneten Gangs an und ordneten die Verhältnisse in der Stadt neu. Heutzutage ist die Stadt durch unsichtbare Grenzen aufgeteilt, und wird von verschiedenen Gruppierungen kontrolliert. Gierige Bewaffnete schrecken vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Selbst Mord an Zivilisten und die direkte Konfrontation mit zwei privaten Militärgesellschaften schreckt sie nicht ab.

Spieler schlüpfen in die Rolle einer der Söldner, die den Ausbruch des Tarkov-Konfliktes überlebt haben. Nachdem sie ihre Seite gewählt haben – USEC oder BEAR – beginnen die Spieler damit, seinen Weg aus der Stadt heraus zu finden. Tarkov wurde von der UN und dem russischen Militär hermetisch abgeriegelt. Es gibt keinen Nachschub, die Kommunikation mit der Kommandozentrale wurde unterbrochen. Unter diesen Bedingungen muss jeder selbst am besten wissen, was er tun muss und wie er aus dieser vom Chaos zerfressenen Metropole herauskommt.

Ganz MMO-klassisch begeben wir uns in dieser zerrütteten Spielwelt auf Raids, bei denen wir dank des neu eingeführten Quest-Systems nun eben auch bestimmte Aufgaben erfüllen und im Gegenzug neben Erfahrungspunkten auch gewisse Gegenstände erhalten. Anderen Spielern steht es dabei jederzeit frei gemeinsam mit euch zu arbeiten oder eben euch eine Kugel in den Rücken zu jagen, um so an euren kostbaren Loot zu kommen. Wache Augen sind hier ein Muss.

Escape from Tarkov

Ein genauer Blick auf einen Soldaten

Im Gegensatz zu anderen Shootern ziehen wir in Escape from Tarkov nicht mit einem ganzen Arsenal an Waffen in den Krieg, schließlich sind auch die besten Soldaten nur Menschen mit zwei Händen. Das Inventar ist infolgedessen sehr begrenzt, hier muss platzsparend agiert werden. Wie auch schon gesehen in Resident Evil 4, wird eine kachelbasierte Struktur genutzt, um so neue Gegenstände zu platzieren. Es muss also selbständig eine weise Balance zwischen Heilgegenständen, Waffen, Munition und Gadgets getroffen werden.

Die Lebensanzeige versucht ebenso eine realistische Darstellung zu erreichen. Jedes Körperteil besitzt eine eigene Lebensanzeige und statt ganzen Salven reichen hier wenige Kugeln bis zum virtuellen Tod. Werden wir am Arm getroffen, so können wir nicht mehr richtig zielen und zittern enorm beim Anlegen des Gewehrs. Springen wir von einer erhöhten Position, können wir uns aufgrund des hohen Gewichts auch schon mal ein Bein brechen. Fortan muss gehumpelt werden. Die Fülle des Inventar macht dabei nicht nur zu jeder Zeit den Fallschaden aus, sondern beeinflusst auch Laufgeschwindigkeit und allgemeine Mobilität.

Auf ein HUD verzichten wir ebenfalls, immerhin hat ein echter Soldat nun mal keine solche Anzeige vor dem eigenen Auge schweben. Statt dem Fadenkreuz müssen wir uns beim Feuern aus der Hüfte auf unsere Einschätzung verlassen. Oder eben Kimme und Korn nutzen, wobei die Streuung der Kugeln ebenfalls zu beachten sei. Wollen wir wissen, wie viele Kugeln noch im Magazin sind, ziehen wir dieses aus dem Gewehr und zählen eben nach. Wer nach Hilfe sucht, ist hier fehl am Platz. Zum Glück dürfen wir aber dank eines Radialmenüs die Handzeichen eines Soldaten benutzen. Neben Richtungsanweisungen gehört da der Mittelfinger genauso dazu, wie der Befehl nach einer Neugruppierung.

Was erwartet uns?

All diese grundlegenden Mechanik durften wir etwas genauer unter die Lupe nehmen, was erwartet uns aber im fertigen Spiel? Zunächst mal dürfen wir uns auf zahlreiche und vielfältige Gebiete freuen, die wir nach Belieben erforschen können. Wie sich der zeitgleiche Aufenthalt mit anderen Spielern auswirken wird, muss sich ebenfalls noch zeigen. In unserem kurzen Test durften wir leider nur gegen computergesteuerte Gegner kämpfen.

Die gezeigten Karten überzeugten insbesondere durch die schönen Lichteffekte, auch wenn die Grafik allgemein eher mittelmäßig ist. Der Fokus liegt aber eindeutig auf einzigartigem Gameplay. Eine ähnliche realistische Simulation bot bisher nur das ArmA-Franchise, die MMO-Mechaniken von Escape from Tarkov bilden aber ein deutliches Differenzierungsmerkmal. So toll die Basis von Escape from Tarkov sich bisher präsentiert, muss das Spiel sich erst in einem Live-Test beweisen. Wie agiert die Spielwelt mit anderen Spielern, wie viel Spaß macht der Aufenthalt in den verschiedenen Regionen und insbesondere welche Langzeitmotivation wird einem geboten?

Fazit

 Escape from Tarkov bleibt in meinen Augen noch ein Fragezeichen. Die Basis ist durchaus einzigartig und birgt eine Menge Potenzial. Die Frage für die Zukunft ist allerdings, ob dieses auch genutzt wird. Die Shootermechaniken müssen sich im Zusammenspiel mit den MMO-Elementen beweisen. Dabei werden noch viele Faktoren eine Rolle spielen, darunter das Balancing.

Glücklicherweise wird es in Kürze eine Closed Beta geben, die hoffentlich deutlich präzisere Schlüsse zieht. Alpha-Spieler sind zurecht von der Grundlage begeistert, aber wie so oft in der Spieleindustrie gilt auch hier, sich noch nicht zu früh zu freuen. Hoffentlich nutzt das Team von BattleState Games das Potenzial, welches sie mit ihrer seltenen Kombination geschaffen haben. Falls ihnen das gelingt, erwartet uns mit Escape from Tarkov eine außerordentliche Shooter-Erfahrung, sowohl alleine als auch mit Freunden.

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