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Preview: Elex – Fantasy trifft Sci-Fi trifft Postapokalypse

Die Macher von Gothic und Risen wagen mit ihrem neuesten Projekt einen Blick über den Tellerrand. Elex soll zwar, wie die anderen Spiele von Piranha Bytes, eine große Fantasy-Open-World bieten, will aber mit einem komplett anderen Setting überzeugen. Ob die Neuausrichtung gelingen kann, wollten wir auf der diesjährigen gamescom herausfinden.

Elex, die Antwort auf alles

Durch den Einschlag eines Meteoriten wird die moderne Welt in Schutt und Asche gelegt. Auch wenn einige Überbleibsel der alten Zivilisation in der Welt verstreut zu finden sind, wie beispielsweise Straßen oder Gebäuderuinen, sind große Teile der Landkarte inzwischen von Wäldern bedeckt und werden von der Tierwelt regiert. Die verbliebenen Menschen leben in verschiedenen Fraktionen und notdürftigen Unterkünften, während sie sich auch noch teilweise gegenseitig bekriegen. Im Mittelpunkt dieser Konflikte steht eine Substanz: Elex.

Elex ist ein mysteriösen Material und gelangte durch den Meteoriten auf den Planeten Magalan. Der Konsum stattet den Konsumenten mit magischen Fähigkeiten aus, was allerdings seinen Preis hat. Die regelmäßige Einnahme führt zum Verlust von Emotionen, Empathie, letztendlich der Menschlichkeit. Die Möglichkeiten, die einem diese Droge bietet, sind allerdings so enorm, dass der Besitz zwischen Leben und Tod entscheiden kann. Der begrenzte Vorrat ist also der maßgebliche Faktor für den laufenden Krieg zwischen den verschiedenen Fraktionen, welche die Ruinen der alten Welt bevölkern.

Ein bisschen was von Allem

Um die Mischung aus den verschiedensten Elementen zu demonstrieren, zeigten uns zwei der Game Designer von Piranha Bytes ausgiebig einzelne Teile der Spielwelt. Der Planet selbst ist somit beispielsweise eine direkte Vorlage für ein Sci-Fi-Abenteuer. Innerhalb der Überbleibsel futuristischer Maschinerie gebaut stehen hier allerdings kleine Dörfchen, inklusive dazu passenden Strohhütten und mittelalterlichem Flair. Hier ist der starke Kontrast zwischen Sci-Fi und postapokalyptischem Wiederaufbau besonders schön erkennbar. Die Fauna des Planeten Magalan besteht, zumindest dem ersten Eindruck nach, hauptsächlich aus fleischfressenden dinoähnlichen Kreaturen. Jeder Ausflug in die Wildnis sollte also mit Bedacht unternommen werden.

Elex

Die gesamte Karte umfasst die verschiedensten Regionen, welche sowohl grüne Wäldchen als auch Dünen wüstenähnlicher Orte beherbergen. Dabei wird gänzlich auf Ladebildschirme oder ähnliche Übergänge verzichtet. Die Spielwelt wird einem von Beginn an in seiner Gänze zur Verfügung stehen. Wer also trotz niedrigem Level fähig genug ist, sich in die entferntesten Ecken von Magalan zu begeben, der könnte theoretisch jedes Gebiet des Spiels erkunden, ohne vorher viel Zeit mit dem Aufleveln zu verbringen. Die vielen Ungeheuer werden diese Aufgabe aber erschweren.

Kraft oder Emotion?

Dank der extrem kostbaren Substanz Elex könnt ihr euren Charakter mit den verschiedensten magischen Fähigkeiten ausstatten. Allerdings müsst ihr dabei ständig abwägen, ob ihr lieber euch selbst stärken wollt oder doch lieber dem Allgemeingut dienen solltet. Wie sich die Langzeiteffekte auswirken, ist aus der kurzen Spielsitzung nicht ersichtlich geworden.

Auch das Questsystem entwickelt sich anhand eurer Entscheidungen. Beinahe jeder Nichtspielercharakter ist von Beginn an angreifbar, kann getötet und ausgeraubt werden. Sollte es sich dabei um ein Mitglied einer späteren Quest handeln, formt sich diese vollständig um und entspricht den neuen Begebenheiten, auch wenn der Story-Inhalt identisch bleibt. Eine durchaus kreative Lösung, durch welche sich der Wiederspielwert erhöhen sollte.

Die Welt lebt auch ohne euch

Die Designer hinter dem Spiel versuchen uns einen Umstand besonders klar zu machen: Hier wurde eine lebendige Welt kreiert. Und das bezieht sich eben nicht nur auf das Sichtfeld unseres Charakters, sondern auf die gesamte Karte. Alle NPCs durchlaufen ihren eigenen Tagesrhythmus, sei es die Arbeit oder das Feierabendbier in der Taverne im Anschluss. Selbiges gilt für das Ökosystem, die Balance der Fraktionen und auch die Tierwelt. Treffen Menschen auf wilde Ungeheuer, bricht der Kampf aus. Treffen verschiedene Fraktionen aufeinander, bricht der Kampf aus. Treffen Ungeheuer auf Ungeheuer, bricht der Kampf aus. Auf diese Weise soll eine konstant wandelnde Welt simuliert werden, die sich auch vollständig ohne Zutun des Spielers im Wandel befindet.

Dieser Umstand soll durch den Verzicht auf eine Pause des Spiels durch das Aufrufen des Inventars oder des Quest Logs nochmal unterstützt werden. Innerhalb des Spiels könnt ihr jederzeit euer Inventar inspizieren oder Änderungen am Charakter vornehmen, doch wird das Spiel dabei nicht pausiert, weshalb ihr euch dafür ein sicheres Plätzchen suchen solltet.

Elex

Leichter Einstieg, viele Möglichkeiten

Das Kampfsystem von Elex ist schnell erlernbar. Wir dürfen, neben den magischen Fähigkeiten, uns auch auf Schwert, Pfeil und Bogen sowie das Schild verlassen. Der Wechsel kann dabei zu jeder Zeit erfolgen, auch während des Kampfes. Die Nutzung von Ausweichrollen, starken und schnellen Angriffen sowie das Blocken entsprechen dabei dem altbekannten System. Auch wenn diese bekannte Struktur einen schnellen Einstieg ermöglicht, fordert das Spiel auf lange Sicht mehr als andere Genrevertreter. Fehler werden generell hart bestraft und auch die Lebensanzeige steckt nicht allzu viele Treffer ein. Wer sich hier in schwere Gebiete wagen will, muss lernen, alle gegebenen Möglichkeiten zu nutzen. Etwas schwerer also als simple Hack’n’Slay-Games, aber noch weit von den Frustleveln eines Dark Souls entfernt.

Fazit

Elex macht einen runden Eindruck, aber die Einwirkungen der vorangegangen Projekte sind trotz Neuorientierung im Setting weiterhin deutlich erkennbar. Wer seine Freude mit Spielen wie Gothic oder Risen hatte, der wird auch hier bestens unterhalten.

Alle Stärken wurden weiter ausgebaut, es wird beispielsweise durch das vernetzte Quest-System mehr Diversität geboten, Schwächen wurden weitestgehend ausgemerzt. Die Kämpfe verlaufen generell fordernd, sie versprechen sogar reichlichen Spaß mit unterschiedlichen Kombinationen und der Nutzung aller Fähigkeiten. Elex sollte Fans gelungener Rollenspiele im kommenden Winter also zufrieden stellen können.

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