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Preview: Edge of Eternity – Ein neuer Tag, ein neues JRPG

23. August 2018

Preview: Edge of Eternity – Ein neuer Tag, ein neues JRPG

Im Grunde scheint es zwei Möglichkeiten zu geben mit JRPGs umzugehen: entweder man hat mal was gesehen und beschlossen, dass es etwas ist, das andere spielen, oder man spielt sie alle und exzessiv. Übertreibungen beiseite, die Welt der JRPGs ist in vielerlei Hinsicht groß und dennoch wird jede Erweiterung selbiger in der Regel mit Freuden erwartet. Wie es da mit kleineren Titeln aussieht, lässt sich angesichts von Serien wie Final Fantasy, Xenoblade Chronicles oder Ni No Kuni kaum sagen. Dennoch wagen Midgard Studios den Versuch, scheinen damit bisher erfolgreich zu sein und zeigten auf der gamescom 2018 Gameplay, Trailer und mehr von Edge of Eternity.

Eine Welt voller Möglichkeiten

Der Aufhänger der Story in Edge of Eternity ist ein Krieg. Außerirdische Lebensformen kommen in der mysteriösen Welt an, Magie und Technologie stehen sich gegenüber. Den Kampf der Menschheit gegen die unbekannten Eindringlinge erschwert das Auftauchen der Korrosion, eine Waffe mit ebenso verheerenden wie beeindruckenden Ausmaßen. Die Charaktere erkunden nun diese entzweigerissene Welt, unausweichlich verbunden mit Freundschaften, die über den Tod hinaus gehen und Charakterentwicklungen, die mehr als das bloße Level betreffen.

Am auffälligsten ist die offene Welt von Edge of Eternity: eine verwunschene Welt, deren unterschiedliche Areale jeweils andere Assoziationen wecken, die RPG-Liebhabern direkt bekannt vorkommen, aber dennoch nicht allzu diversiv sind, sodass das Gefühl einer großen, zusammengehörigen Welt erhalten bleibt. Während beispielsweise der Sumpf mit dunklen Grün- und Brauntönen und extrem hohen Pflanzen das Gefühl des Versinkens im Schlamm imitiert, blinkt der obligatorische Zauberwald lila und blau. Vieles in Edge of Eternity ist stereotypisch, geradezu klischeehaft. Gerade das ist es aber, was ein JRPG auszumachen scheint und was Spielende erwarten. Not gonna lie, auch ich freue mich über den hundertsten Zauberwald.

Wie originell kann ein JRPG sein?

Allerdings bietet Edge of Eternity nicht nur besagte Klischees, sondern auch einige neue Ideen. Angefangen bei der Steuerung, die erstaunlich intuitiv ist, aber deutlich von bekannten Schemata abweicht. Interessant wirkt bisher auch das Crafting-System, mit dessen Hilfe Spielende sich nicht darauf verlassen müssen die passenden Rüstungsgegenstände in ominösen Truhen am Straßenrand zu finden. Das dynamische Kampfsystem wirkte im Gameplay schnell, aber auch taktisch. Die Charaktere können auf dem Schlachtfeld bewegt werden, Kristalle in der Umgebung können unterschiedliche Boni erzeugen und je nach Belieben (oder Notlage) genutzt werden. Nichtsdestotrotz bleiben die Entwickler hier bei klassischen rundenbasierten Kämpfen, die zumindest in den gezeigten Szenen vom Anfang auch für Anfänger und Taktik-Faule das allseits beliebte „Attacke, Attacke, vielleicht doch mal ein Zauber, Attacke“-Schema bedienen.

Noch ist das Spiel Work in Progress – vor allem die große Stadt soll noch verbessert und gefüllt werden, aber auch Puzzle, die das Erkunden der Welt noch immersiver machen sollen und zu den zahlreichen Aufgaben beitragen, die es in der großen Welt geben soll, sollen implementiert werden. Edge of Eternity wurde bereits 2016 erfolgreich bei Kickstarter finanziert, kurz vorher sogar noch einmal komplett neu erdacht. Dass das Entwicklerteam aus Final Fantasy-Fans besteht, merkt man Edge of Eternity selbstverständlich und nicht zuletzt wegen des Logos an – aber eben auch, dass hier kein Klon entstehen soll. Der Titel soll außerdem den Steam Workshop unterstützen. Laut Midgar Studios sollen die Mods ähnlich wie in Skyrim funktionieren und so eine stark individualisierbare Welt ermöglichen. Mit solch großen und Ruhm behafteten Namen um sich zu werfen, ist mindestens ambitioniert. Was Midgar Studios auf der gamescom 2018 gezeigt haben, sieht aber tatsächlich vielversprechend, wenn auch noch nicht fertig aus.

Am 29. November startet Edge of Eternity in den Early Access.

Fazit

Christina KutscherIch bin Final Fantasy-Fangirl (merkt man vielleicht) mit einer stetig wachsenden Liebe für Indies mit innovativen Ideen. Im Grunde sollte Edge of Eternity also DAS Spiel für mich sein. Und ich freue mich tatsächlich darauf, auch wenn sich unter meine Neugier die übliche gamescom-pre-release-Skepsis mischt. Was ich gesehen habe, sah gut aus, aber auch nach einer Menge Arbeit, was nicht zuletzt der übermäßige Gebrauch von „soll“ indiziert. Es bleibt zu hoffen, dass der Ehrgeiz der Entwickler nicht mit Beginn des Early Access endet und wir hier demnächst ein frisches JRPG haben.

Christina Kutscher

Christina wurde im zarten Alter von acht Jahren an die Playstation 1 heran geführt und hat sie sofort ins Herz geschlossen. Einige Jahre und kurze Abstecher in unbekannte Genre später, spielt sie mittlerweile plattformübergreifend alles, was eine gute Story hat, überdurchschnittlich kreativ ist oder einfach nur Spaß macht und schreibt dann darüber.