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Preview: Dungeon Souls – Tiefer, immer tiefer

Weiß eigentlich jemand, wo all die Indie-Roguelikes der letzten Jahre herkommen? Irgendwo scheint es eine riesengroße Plantage zu geben, denn auf Steam sprießen Spiele dieses Genres förmlich aus dem Boden. Gefühlt jede Woche dürfen wir einen neuen Titel begrüßen, bei dem wir uns fragen, ob wir den nicht erst letzte Woche gesehen haben. So auch bei Dungeon Souls: Mit seinem eher unoriginellen Pixel-Look gewinnt das Spiel beim Blick auf seine Steam-Store-Seite keinen Blumentopf. Wir haben den seit einem Jahr im Early Access befindlichen „Action-Adventure Roguelike Dungeon Crawler“ unter die Lupe genommen und prüfen, ob sich unter der Hülle mehr verbirgt als nur ein weiteres Roguelike.

Altbewährte Roguelike-Kost

Roguelike-Kenner spricht Dungeon Souls ab der ersten Minute an. Das Gameplay orientiert sich stark an bekannten Genregrößen wie Nuclear Throne, Risk of Rain oder Overture. Euch erwarten prozedural generierte Dungeons, in denen ihr auf jede Menge Monster trefft, zufällige Items sammelt und eure Stats verbessert, um immer tiefer an den Bossen vorbei bis in die letzte Ebene vorzudringen. Dungeon Souls legt dabei den Fokus auf actionreiches Gameplay, selten haben wir eine ruhige Sekunde, in der uns nicht ein Monster verfolgt.

Grundlegend ist jede Ebene gleich aufgebaut: Verwinkelte Gänge führen von dem Startportal fort in den Dungeon hinein und laden zum Erkunden ein. Unsere Aufgabe ist es, mehrere „Marken“ zu aktivieren, damit sich das Portal zur nächsten Ebene hin öffnet. So ganz problemlos geht das natürlich nicht vonstatten: Auf dem Weg durch die düsteren Gewölbe warten nicht nur fiese Stachelfallen und herabfallende Steine auf uns, sondern auch jede Menge Kreaturen, die uns ans Leder wollen. Letztere spawnen reihenweise, wenn wir uns zu viel Zeit lassen, und jedes Mal, wenn wir eine Marke aktivieren. Unter den Monstern befinden sich neben den Standardskeletten auch einige interessante Geschöpfe wie beispielsweise große kugelige Yetis. Jedes Monster greift uns auf eine andere Weise an und wir müssen unser Vorgehen entsprechend anpassen, je nachdem, auf welcher Ebene wir uns befinden und welche Monster dort spawnen.

Dungeon Souls Gameplay Screenshot

In Dungeon Souls spielen wir einen von momentan sechs verschiedenen Charakteren. Zu Beginn haben wir beispielsweise Zugriff auf den Berserker, der viele Leben hat und mit einer großen Axt um sich schlägt, oder die Bogenschützin, die weniger Leben hat, aber mehr Schaden austeilt und sich schneller bewegt. Je weiter wir im Spiel voranschreiten, desto mehr der anderen Klassen schalten wir frei. Beispielsweise, wenn wir einen bestimmten Boss besiegen. Die Charaktere unterscheiden sich wirklich grundlegend in ihrer Spielweise, jeder von ihnen hat einen ganz bestimmten Stil und Fokus.

Unsere Aufgabe ist klar: Monster schnetzeln und so weit wie möglich kommen! Während wir uns durch die unterschiedlich gestalteten Ebenen kämpfen, kommen wir immer wieder an Truhen und Shops vorbei. Besiegte Gegner lassen Gold fallen, von dem wir uns bei den Händlern Items kaufen können. Oder Schlüssel, mit denen wir die zufällig spawnenden Truhen öffnen können, in denen wiederum mehrere Items stecken können. Diese Items sind größtenteils passiv und geben uns Stat-Boosts oder clevere Effekte, einige lassen sich auch aktiv einsetzen.

Durch das Töten von Gegnern erhalten wir außerdem Erfahrungspunkte, mit deren Hilfe wir Level aufsteigen. Beim Level-Up dürfen wir zum einen Stat-Punkte verteilen. Hier ist ein wenig Strategie gefragt: Je nach Charakter und je nach unseren bisher aufgehobenen Items müssen wir entscheiden, welche Werte wir verbessern möchten. Brauchen wir mehr Schaden? Oder haben wir davon genug und sollten lieber etwas Verteidigung oder Magieresistenz nehmen, um nicht beim nächsten Gegner umzufallen?

Dungeon Souls zieht uns schnell in seinen Sog aus packender Hack-’n‘-Slash-Action. Es macht so viel Spaß, durch die Dungeons zu sausen, Gold zu sammeln und dank neuen Items immer stärker zu werden! Der immer lauernde Permadeath lässt uns keine Verschnaufpause und stachelt zu Höchstleistung an. Spätestens nach ein paar Ebenen ist unser Bildschirm dabei so mit Effekten vollgeladen, dass uns schier die Kinnlade runterklappt: Überall Gold und Edelsteine, überall feindliche und freundliche Geschosse, dazwischen schon gar nicht mehr sichtbare Gegner. Kurz: Ein Riesenspaß! Sich hier durchzuhacken, durchzuwirbeln, durchzuschießen fühlt sich so befriedigend an wie in den klassischen Rollenspielen, von denen Dungeon Souls die Inspiration für seinen generischen, aber gelungenen Pixellook bezieht. Die präzise Steuerung und schnelle Kameraführung tragen nur zu dem großartigen Spielgefühl bei. Dungeon Souls ist toll für eine einzelne Runde zwischendurch, aber genauso geeignet für stundenlange Sessions. Es lässt einen einfach nicht los, diesen einen Boss oder diese eine Ebene vielleicht im nächsten Versuch doch zu schaffen. Vielleicht, wenn ich nächstes Mal nicht dieses eine Item mit viel Schaden nehme, sondern mich stattdessen für Defensive entscheide?

Dungeon Souls Gameplay Screenshot
Ab und zu erzählt Dungeon Souls ein wenig über den Hintergrund des Verlieses

Ein Gefühl von Fortschritt

Ein riesiger Ansporn in Dungeon Souls ist, dass bei einem Tod nicht alles verloren geht. Wir können die einzelnen Charaktere rundenübergreifend verbessern, indem wir Erfahrung sammeln. Jeder Charakter lässt sich um vier Stufen aufleveln und gewinnt so nicht nur ein neues Outfit, sondern mit jeder Stufe passive Werte dazu. Auch in unseren Runs gesammeltes Gold dürfen wir sinnbringend anlegen und in eine weitere Tabelle von passiven Werten investieren. Für einige tausend Goldstücke lassen sich hier neun verschiedene Werte wie Leben, Lebensregeneration, Schaden oder Magieresistenz jeweils bis um zehn Stufen erhöhen. Diese Werte gelten für alle Charaktere und kosten genug, dass wir weit über ein Dutzend Stunden damit beschäftigt sein dürften, sie alle vollständig auszureizen. Das Beste ist, dass man wirklich merkt, wie sehr das Leveln dieser Werte die Runs mehr und mehr vereinfacht.

Aber das ist noch nicht alles: Während unserer Runs können wir Bauanleitungen finden. In der „arkanen Schmiede“ außerhalb des Spiels können wir aus diesen dann neue Waffen für unsere Helden anfertigen. Beispielsweise eine Feuer-Axt für den Berserker, die eine Chance hat Gegner bei Treffern zu verbrennen, oder einen „Poltergeist“-Bogen, der es der Bogenschützin erlaubt, Pfeile durch mehrere Gegner hindurch zu verschießen. Das Schmieden kostet nicht nur 10.000 Goldstücke pro Waffe, sondern erfordert auch Ressourcen wie Metallteile oder Ektoplasma, die immer wieder von Gegnern und zerstörten Objekten fallengelassen werden.

Insgesamt ist das Upgrade-System ein wirklich motivierender Aspekt von Dungeon Souls. Es ergänzt das Permadeath-System des Roguelikes, sodass wir uns nicht fühlen, als würden wir nur auf der Stelle treten. Die arkane Schmiede hätte ich aber gerne öfter besucht, es wäre definitiv nicht verkehrt, noch weitere herstellbare Ausrüstungsteile bereitzustellen. Am besten mit sich ergänzenden Effekten, sodass wir die Spielweise unseres Charakters noch mehr individualisieren können.

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