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Preview: Divinity: Original Sin 2 – Die Kunst des Rollenspiels

Was auf der gamescom 2016 begonnen hat, findet seine Fortsetzung auf der diesjährigen Messe. Ein weiteres Mal präsentiert uns das Team der Larian Studios ihr Kunstwerk. Wir wollten herausfinden, ob sich der Eindruck der ersten Preview zu Divinity: Original Sin 2 bestätigt und insbesondere was sich in diesem weiteren Jahr zusätzlicher Entwicklungszeit getan hat. Wer noch einmal sehen möchte, was im Vorfeld bereits alles bekannt ist oder sich in der laufenden Early-Access-Phase alles so verändert hat, der findet hier eine Übersicht zum Spiel.

Einzigartige Erfahrung für jedermann

Wer sich schon am Vorgänger probiert hat, der wird sich bereits mit der massiven Komplexität der Spielwelt auseinander gesetzt haben. Diese schiere Größe in allen Bereichen des Spiels ist aber gerade das, was Divinity: Original Sin ausmacht. Und wie die Entwickler voller stolz berichten, wurde auf genau dieser Stärke aufgebaut.

We have doubled down on everything

Alles ist doppelt so groß, wird uns versichert. Es zeigt sich auch schnell, dass es sich hierbei nicht um leere Worte handelt, wir müssen nämlich nicht lange auf Taten warten lassen. Wie komplex das Spielgeschehen werden kann, zeigt sich schon in der Charaktererstellung. In der Early Access-Version sind zwar noch nicht alle implementiert, aber wir haben für unseren Charakter fünf Rassen zur Auswahl. Die unterschiedlichen Rassen besitzen wiederum verschiedenste Hintergründe, die sich in der Origin Quest der jeweiligen Spielfigur wiederfinden. Außerdem werden je nach gewählter Klasse und Rasse auch Tags vergeben, die nachher das Gameplay maßgeblich beeinflussen sollen.

Spielen wir beispielsweise als ehemals gelehrter Mensch, der vor unzähligen Jahren gestorben ist und nun als Untoter auferstanden ist, erhalten wir unter anderem die Tags Untoter, Gelehrter, Mensch und männlich. Diese Tags werden von allem Charakteren und NPCs im Spiel wahrgenommen, sie bewirken als direkte Folge unterschiedliche Gesprächsverlaufe und Dialogoptionen.

Divinity: Original Sin 2

Die Welt reagiert

Wie drastisch sich diese Tags auswirken, zeigen schon die ersten Spielminuten als Untoter. Während wir als Mensch getrost in das nächste Örtchen wandern können, fliehen die Anwohner beim bloßen Anblick eines laufenden Skeletts. Wer kann es ihnen auch verübeln? Die Wachen greifen uns sogar an. Verstecken wir uns aber unter einem Mantel und verdecken das Gesicht, wird uns glücklicherweise der Einlass gewährt. Die verschiedenen Tags sind ebenso vielseitig und spezifisch für die anderen Partymitglieder implementiert, was zu sehr abwechslungsreichen Gesprächen führt.

Über eine Millionen Worte sind in die Dialoge von Divinity: Original Sin 2 eingebunden worden, lesen wird der durchschnittliche Spieler davon nicht einmal die Hälfte. Angesichts der Größe und der resultierenden Questverläufe ist es bemerkenswert, dass die Entwickler selbst nicht den Überblick verloren haben. Die kombinatorischen Möglichkeiten sind enorm, was den Wiederspielwert erhöht. Jeder Spieldurchlauf kann sich vollständig anders entwickeln.

Das Kampfsystem

Wie auch im Vorgänger laufen die Kämpfe auf Basis von Aktionspunkten rundenbasiert ab. Die taktische Tiefe des ersten Teils wird hier sogar nochmal übertrumpft. Nicht nur haben Rasse und Tags eine Auswirkung auf das Verhalten auf dem Schlachtfeld, die unterschiedlichsten Fähigkeiten und deren Kombination sind genauso zahlreich wie kreativ. Die Nutzung elementarer Effekte und Flächen ist für ein Überleben dabei essentiell. Neu ist die Einführung von magischen und physischen Schilden, die erst überwunden werden müssen, um einen Statuseffekt zu erreichen. Will der Magier der Truppe mit einem Stromschlag den Gegner erstmal in einen Schockzustand bringen, muss der magische Schild des Feindes durchbrochen werden.

So sehr es auch die Mannen von Larian probieren, in den kurzen Sitzungen schaffen sie es nicht die ganze taktische Tiefe des Kampfs zu präsentieren. Erfreulicherweise fällt dieser nochmal umfassender aus als im ersten Divinity. Gelegenheitszocker werden mit den Gefechten und dem Spiel allgemein ihre Schwierigkeiten haben, der Fokus liegt eindeutig auf Hardcore-Rollenspielfans, die sich die Zeit nehmen ein solch komplexes System zu erlernen. Auf den hohen Schwierigkeitsgraden kann selbst der kleinste Zwischenkampf gut und gerne mal eine Stunde in Anspruch nehmen. Hier sind alle denkbaren Faktoren essenziell, von der Positionierung auf dem Schlachtfeld bis hin zur intelligenten Vernetzung aller verfügbaren Fähigkeiten.

Divinity: Original Sin 2

Spaß mit Freunden, Streit mit Freunden

Divinity: Original Sin 2 wird von Beginn an für die ganze Reise einen Coop-Modus für bis zu vier Spieler beinhalten. Dabei ist jedem menschlichen Spieler vollständige Autonomie geboten, es wird keine gemeinsame Arbeit aufgezwungen. Ein komplettes Areal kann unabhängig voneinander erforscht werden und jeder kann seine eigenen Quests verfolgen. Auch wenn euch die Möglichkeit geboten wird, gemeinsam kämpft sich doch besser. Allerdings kommt hier auch der Effekt der Origin Storys ins Spiel.

Unterschiedliche Charaktere besitzen aufgrund ihrer Herkunft eine Origin Story, welche die maßgebliche Motivation für das Handeln des Charakters darstellen sollen. Diese kann oft im Konflikt mit den Origin Storys anderer Partymitglieder oder Coop-Partner stehen. Spielt ihr alleine, kann es also vorkommen, dass bestimmte Begleiter euch verlassen oder sogar bekämpfen, wenn ihr entgegen ihrer Motivation handelt. Menschliche Coop-Spieler können ohne euer Wissen aktiv gegen eure eigenen Ziele arbeiten. Stellt euch also selbst die Frage, ob ihr euren Mitspielern eure Origin verraten möchtet.

Apropos Story und Quests, neben der Herkunft existiert auch die eigentliche Haupthandlung. Allerdings sind diese Pfade so verworren mit den Origin Storys und den daraus resultierenden Handlungswegen, dass eine Unterscheidung schwer fällt. Das Team beschreibt den Plot folgendermaßen:

Imagine a rope, which represents your main plot. Now imagine a few other ropes tied around that central rope. Those are the origins of yourself, of your party members and the ones you come along by coincidence or as a consequence of other quests. You can’t reach the central rope without going through every other rope tied around it.

Man stelle sich ein Seil vor, welches die Haupthandlung symbolisiert. Um dieses zentrale Seil sind zahlreiche weitere Seile gewickelt, die wiederrum die Origin Story der Partymitglieder und sich selbst darstellen, aber auch Quests, die man zufällig findet oder die sich aus Konsequenzen des Spielgeschehens ergeben. Das Seil der Haupthandlung lässt sich nicht erreichen, ohne dabei alle anderen Seile zu lösen.

Fazit

Ich kann mich an dieser Stelle eigentlich nur wiederholen. Auch schon letztes Jahr kam ich nicht umhin die bemerkenswerte Leistung hinter Divinity: Original Sin 2 zu bewundern. Das Spiel bietet eine Komplexität und Tiefe, die ihresgleichen sucht. Ich muss lediglich betonen, an welche Zielgruppe sich dieser Titel richtet. Ein schneller Einstieg oder kurzes Spielen für zwischendurch ist nicht möglich und schließt den Casual Gamer aus. Kampfsystem, Inventar, Crafting und jegliches Gameplay sind an Fans klassischer Rollenspiele gerichtet und brauchen einige Zeit, bis all die gebotenen Möglichkeiten erforscht sind.

Wer sich also zur Kategorie echter Rollenspieler zählt und die Zeit hier einbringen möchte, dem sei eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen. Die schiere Hülle und Fülle haut einen sofort um. Glücklicherweise dürfen wir das komplette Spiel schon in Kürze erleben, denn schon am 14.11.2017 erscheint Divinity: Original Sin 2 für den PC.

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