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Preview: Call of Cthulhu – Kampf des Intellekts

Dunkel, unheimlich, unwirklich. Call of Cthulhu konnte vor fast 100 Jahren eine spezielle Atmosphäre erschaffen, eine besondere Art von Horror, von der bis heute zahlreiche Spiele und andere Werke zehren. Der Mythos von H. P. Lovecraft ist anziehend, zu viele Geschichten aus dem Universum waren erfolgreich, zu viele sind es nicht. Call of Cthulhu von Cyanide Studios und Focus Home Interactive reiht sich in eine der beiden Reihen ein. Welche das sein wird, konnten wir nach einem ausgiebigen Blick auf der gamescom 2017 erahnen.

Das gemiedene Haus

Was früher die Detektivgeschichte war, ist heute das Investigation-RPG. Um das Durcheinander an Multimedialität komplett zu machen, ist das Spiel keine Adaption des literarischen Vorgängers, sondern eine Adaption des Pen & Paper Rollenspiels. Der Plot dreht sich um Edward Pierce, der in den frühen 1920ern Boston verlässt, um auf einer abgelegenen Insel einen Brand zu untersuchen. Das Feuer brach im Herrenhaus der Hawkins aus, eine einflussreiche Familie in Darkwater. Das Fischerstädtchen ist ungemütlich und rau, zweifelsohne Überreste der Fischerei, durch die die Bewohner einst ihren Lebensunterhalt bestritten. Pierce‘ investigatives Unterfangen birgt auch Gefahren, Realität und Traum werden eins, sodass es für Spielende und den Protagonisten selbst schwer wird zu entscheiden, was wirklich passiert und was nicht. Der Detektiv nutzt seinen Verstand anstatt Muskelkraft, was jedoch nicht bedeutet, dass dem dubiosen Ermittler vom Festland nicht auch physische Attacken zur Verfügung stehen. Es gibt vier unterschiedliche Richtungen, in die sich Pierce entwickeln kann und deren spezifische Talente weiterentwickelt werden können. Wie immer gilt: Wer etwas meistern möchte, kann nicht alles auf einmal können. Soziale Fähigkeiten wie Konversation betreiben, Menschen manipulieren, einschüchtern oder überzeugen stehen Pierce zur Verfügung, ebenso physische Fähigkeiten wie Kraft und Angriffe, aber auch Wissen über Okkultes oder Forensik und natürlich detektivische Fähigkeiten seiner Profession entsprechend, wie Deduktion und Beobachtung.

Call of Cthulhu

Der Außenseiter

Pierce muss auf der Insel nun erkunden, was passiert ist. Dabei tun sich weitere Abgründe auf, die die Geheimnisse und Intrigen der Stadt für Jahrzehnte verbergen konnten. Wieso ignorieren die Einwohner der Insel die Prohibition? Wieso gab es nach einem mysteriösen Fang plötzlich keine Fischerei mehr? Und wieso war die Stadt dennoch jahrelang Umschlagplatz für unbekannte Güter? Es gibt in Call of Cthulhu mehrere Wege an Antworten zu kommen. Sei es das Aufhetzen von verfeindeten Fraktionen, Recherche und das Befragen von Menschen oder sich Zugang zu verbotenen Bereichen erschleichen und versteckte Hinweise untersuchen. Das Spiel legt wert auf Vielfalt, um über schwache Ideen hinwegzutäuschen. Dass Call of Cthulhu trotzdem Spaß machen kann, bestreitet hingegen niemand.

Call of Cthulhu

Die Grafik, die gerne realistisch wäre, es aber nicht ist, lässt leider die falschen Grenzen verschwimmen: Anstatt Immersion zu erleben und selbst zwischen Illusion und Realisation zu verharren, müssen Spielende im virtuellen Mondschein Wege und Hinweise erkennen. Dazu sei gesagt, dass die auf der gamescom gezeigte Version noch nicht fertig und aussagekräftig ist, weshalb noch immer Platz für Hoffnung ist. Was jedoch final ist, sind die 15 wichtigen Personen, die den Spielverlauf beeinflussen können, die vier unterschiedlichen Enden, die sich nach Pierce‘ Untersuchungen richten, und die zwölf bis 15 Stunden Spielzeit für die Hauptstory.

Call of Cthulhu soll Ende 2017 für PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen.

Fazit

Christina KutscherIch habe mich sehr auf Call of Cthulhu gefreut. Nicht nur weil es eine Adaption eines bemerkenswerten Werks ist, nicht nur wegen der spannenden und unheilvollen Atmosphäre, nicht nur wegen dem Mythos, der irgendwo zwsichen Realität und Traum ist. Obwohl scheinbar all das im Spiel sein wird, bin ich mit einem mulmigen Gefühl gegangen. Call of Cthulhu wirkt uninspiriert und wie eine bunte Tüte voller RPG-Elemente, die sich etabliert haben. Der Skilltree kann spannend werden, die Geschichte ebenfalls, deswegen spiele ich es wahrscheinlich trotzdem.

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