Home » Artikel » Previews » Preview: Assassin’s Creed Origins – Alter Adler mit neuen Tricks

Preview: Assassin’s Creed Origins – Alter Adler mit neuen Tricks

Erreicht ein Franchise einen jährlichen Release-Rythmus, lässt zumeist die Qualität nach, da es sich oft nur um bloße Kopien der Vorgänger handelt. Auch das Franchise rund um den Krieg zwischen Assassinen und Templern musste sich mit den Konsequenzen jährlicher Veröffentlichungen auseinandersetzen. Folglich mussten wir letztes Jahr auf einen Ableger von Assassin’s Creed verzichten. Nun soll mit Assassin’s Creed Origins ein Neuanfang gewagt und viele der Macken der letzten Teile ausgemerzt werden. Ob das zusätzliche Jahr effektiv genutzt wurde, wollten wir im Rahmen einer Anspielsitzung während der gamescom 2017 herausfinden.

Das alte Ägypten

Das Franchise führte uns schon durch die verschiedensten Jahrhunderte, darunter die Zeit der Renaissance, die französische Revolution oder auch das neu-industrielle London. Mit Assassin’s Creed Origins landen wir im alten Ägypten, knapp 50 Jahre vor Christus. Wie der Name des Spiels schon verkündet, handelt es sich um die Anfangszeiten des Ordens der Assassinen. Über die Geschichte konnten wir noch nicht viel herausfinden, erhoffen uns aber einige Erkenntnisse über das Gameplay.

Zwischen Sand und Pyramiden dürfen wir also in die Rolle des Bayek schlüpfen, der einen deutlich erfahreneren Helden als die sonstigen Protagonisten darstellt. Dieser gibt auch immer mal wieder einige Kommentare von sich, welche zumeist dazu dienen, geschichtliche Gegebenheiten genauer zu erklären. Auch wenn während der Anspielsitzung versucht wurde, einige der Hintergründe zu erläutern, die Spielwelt zu etablieren und beispielsweise die Beziehung zwischen Bayek und seiner Frau Arya glaubhaft darzustellen, gelingt dieses Vorhaben in Anbetracht der zu kurzen Präsentation des Spiels leider nicht wirklich gut.

Assassin's Creed Origins

Feine Tricks

Glücklicherweise dürfen wir beim Spielen auf die Hälfte des Skilltrees zurückgreifen, da die Demoversion den Charakter im späteren Verlauf der Geschichte präsentiert. So haben wir also die Möglichkeit, das neue Kampfsystem genauer unter die Lupe zu nehmen. Bewaffnet mit Speer, Schwert, Schild, Pfeil und Bogen ist Bayek dabei das Abbild eines Kriegers. Trotz der schweren Last bewegt sich dieser aber trotzdem noch sehr elegant und insbesondere agil, wenn es zum Kampf kommt.

Was schnell auffällt, ist die Schwere der Hiebe. Die Kämpfe laufen insgesamt deutlich langsamer ab als in bisherigen Teilen, aber dafür auch dynamischer. Ein kräftiger Schlag kommt mit ordentlich Schwung und braucht dafür länger, aber die Tage des konstanten Auskonterns scheinen gezählt zu sein. Stattdessen werden diese durch eine Kombination schneller und schwerer Angriffe abgelöst. Wir greifen Gegner mit den verschiedensten Waffen unseres kleinen Arsenals an oder meucheln eben aus dem Hintergrund wie ein echter Assassine. Der flüssige Wechsel im Kampf erlaubt die Entwicklung eines eigenen Stils, der durch den Skilltree nur unterstützt wird. So haben wir beispielsweise möglichst viele gegnerische Truppen aus der Ferne mit Pfeil und Bogen erledigt, dann aus dem Hintergrund so viele Unachtsame wie möglich ausgeschaltet und erst im äußersten Fall das Schwert gezückt.

Assassin's Creed Origins

 

Entsprechend haben wir gezielt nur unterstützende Skills für die eigene, persönliche Spielweise ins Auge genommen und auf deren Freischaltung hingearbeitet. Auch die Entwickler betonen diese Umstand. Bayek kann ein abwechslungsreicher Krieger werden, mit guten Fähigkeiten in allen Bereichen, oder ein Meister von einigen wenigen Bereichen. Die Wahl wird dem Spieler überlassen.

Vertraute Mechaniken

Auch wenn das Kampfsystem sich weitestgehend neu anfühlt, finden wir aber auch altvertraute Spielmechaniken wieder. Die offene Welt ist so detailgetreu und lebhaft, wie es bisher alle Ableger der Reihe exzellent umgesetzt haben. In den liebevollen Ortschaften können wir als Meisterkletterer natürlich wieder die höchsten Höhen erklimmen, um alle Ecken der Karte aufzudecken oder allerlei Ziele ausfindig zu machen.

Bayeks treuer Begleiter, der Adler Senu, macht sich ebenfalls nützlich. Dank der angeborenen Fähigkeit der Assassinen, das Adlerauge, kann unser Hauptcharakter aus der Sicht des fliegenden Kumpanen die Welt erkunden. Mithilfe des Adlerauges können wir Feinde markieren und unsere Zielperson orten. Diese Fähigkeit ist analog zur Drohne aus Ghost Recon Wildlands und fühlt sich ergo sehr vertraut an. Dennoch ermöglicht sie eine neue Ebene der Erkundung und integriert sich gut in das vertraute Gameplay. Die Vertrautheit setzt sich ebenso in den weiteren Systemen des Spiels fort, es bleibt letztendlich eben doch ein Assassin’s Creed. Crafting, Erkundung und die allgemeine Bewegung innerhalb der Grenzen der Spielwelt dürften Veteranen des Franchises bekannt vorkommen.

Assassin's Creed Origins

 

Die Tierwelt hat allerdings ein ganz neues Gesicht bekommen. Senu ist nicht der einzige Jäger in den Wüsten rund um Memphis, sondern auch andere Raubtiere können oft die größte Bedrohung darstellen. Beim Schwimmen gilt es allseits nach Krokodilen Ausschau zu halten, wer müde in den Beinen wird, darf auf Pferden oder Kamelen reiten und wer sich die Zeit nimmt, wird noch mehr interessante Wesen in der freien Natur finden.

Fazit

 Nach meinem Aufenthalt in den warmen Messehallen kann ich mir jetzt auch gut vorstellen, wie es Bayek in der ägyptischen Sonne geht. Ubisoft hat sich Mühe gegeben, viele der Kritiken an den letzten Teilen der Serie wurden zu Herzen genommen und das Ergebnis ist durchaus vielversprechend.

Das überarbeitete Kampfsystem und die Bosskämpfe verleihen dem Ganzen ein sehr neues Gefühl, welches sich seit Black Flag nicht mehr wirklich eingestellt hatte. Im Kern bleibt es aber dennoch das vertraute Assassin’s Creed, wie es Fans kennen und lieben gelernt haben. Die Spielwelt präsentiert sich ebenso groß und detailgetreu wie wir es von dem Franchise gewohnt sind. Bleibt lediglich die Frage nach dem Plot und der gebotenen Inhalte in dieser Welt. Werden diese zwei Punkte ebenso liebevoll umgesetzt wie der Rest des Spiels, erwartet uns hier womöglich eine tolle Spielerfahrung.

Sag uns deine Meinung:

Auch interessant!

WWE 2K18 – Neuer Patch im Anmarsch

Nachdem wir uns bereits im Test zu WWE 2K18 über die vielen Bugs beschwert haben, ...