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Preview: Another Sight – Des einen Schwäche

28. August 2018

Preview: Another Sight – Des einen Schwäche

In Another Sight geht es darum, mit zwei Charakteren gleichzeitig zu spielen und die jeweiligen Schwächen durch die Stärken des Anderen auszugleichen. Diese Balance zwischen den Einschränkungen und das gegenseitige Helfen ist Kern des Gameplays und erinnert an ein Koop-Adventure, das man im Singleplayer spielt. Irgendwie traurig, dass ich die Entwicklung der Protagonisten verfolge und ihre Freundschaft beobachte, dabei aber beide allein steuern muss.

Die Geschichte von Another Sight beginnt mit einem Unfall, bei dem Kit ihr Augenlicht verliert. Durch Schall, der von Wänden und Gegenständen reflektiert wird, kann sie immer noch Umrisse in nächster Umgebung wahrnehmen, aber um weiter entfernte Objekte zu erkennen, die bei der Lösung eines Rätsels helfen, reicht es nicht. Die Idee erinnert stark an Blind, das die Sicht der Spielenden ähnlich manipuliert. Another Sight verfolgt jedoch einen anderen Ansatz und hier kommt Hodge ins Spiel, ein übermäßig großer Kater. Durch seine Größe und den Mangel an Daumen ist auch er in seiner Fortbewegung eingeschränkt. Ein Weiterkommen ist also nur gemeinsam möglich.

Another Sight ist, dem Ersteindruck der Demo nach zu urteilen, ein eher langsames Spiel, was für einen Plattformer ungewöhnlich ist, aber zumindest in diesem Fall funktioniert. Das zwingt die Spielenden die Welt zu erkunden und reißt sie vor allem in Zwischensequenzen nicht aus dem Flow. Inwiefern sich das Pacing im Verlauf des Spiel noch ändert, lässt sich anhand der Demo natürlich nicht sagen. Neben den bereits erwähnten Puzzles geht es in Another Sight vor allem um das Erkunden der Level und das gemeinsame Bestreiten eines Abenteuers. Die Welt, in der sich die junge Frau und der Kater wiederfinden, ist geheimnisvoll und spätestens beim ersten Betreten der Hidden Town, die durch eine noch geheimnisvollere Energie betrieben wird, weckt das Spiel Alice im Wunderland Assoziationen.

Was mich dann doch von dem Spiel überzeugt hat, das ich zunächst für einen weiteren Adventure-Fisch im See der Adventures hielt, waren die Charaktere, die Kit und Hodge treffen. Neben Nikola Tesla und Thomas Edison beeinflusst zum Beispiel Claude Monet, wie Kit die Welt „sieht“. Nachdem man den Impressionisten besucht hat, ändert sich der gesamte Stil des Spiels – es sei denn, man spielt gerade den Kater, der die Welt weiterhin so sieht, wie er es vorher auch tat.

Am 6. September soll Another Sight auf Steam erscheinen. Ein Release für Konsolen ist für später geplant.

Fazit

Christina KutscherHätte ich Another Sight nicht auf der gamescom gespielt, wäre ich wohl nie auf dieses Spiel gestoßen. Es wirkte dort wie ein typisches Adventure, das aber vor allem durch das zweigeteilte Gameplay, den Kater und die Grafik herausstach. Meine Befürchtung ist, dass es für viele zu langsam und ruhig ist, aber gerade dadurch könnte es für unerfahrene Spielerinnen und Spieler interessant sein. Dazu zähle ich nun nicht, aber ich würde es dennoch gerne spielen und sehen, ob noch die ein oder andere einzigartige Idee dazu kommt.

Christina Kutscher

Christina wurde im zarten Alter von acht Jahren an die Playstation 1 heran geführt und hat sie sofort ins Herz geschlossen. Einige Jahre und kurze Abstecher in unbekannte Genre später, spielt sie mittlerweile plattformübergreifend alles, was eine gute Story hat, überdurchschnittlich kreativ ist oder einfach nur Spaß macht und schreibt dann darüber.