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Preview: Another Lost Phone: Laura’s Story – Wie wir uns geben und wer wir sind

Another Lost Phone: Laura’s Story ist der geistige Nachfolger von A Normal Lost Phone von Accidental Queens, das seinerzeit heiß in der Indie-Szene diskutiert wurde. Spielende finden das Smartphone einer Person, in diesem Fall das von Laura, und müssen ihre Nachrichten lesen, E-Mails durchsuchen, Kontakte finden und Passwörter für Apps knacken, um herauszufinden, was ihr passiert ist und wieso sie ihr Telefon nicht bei sich trägt. Auch Another Lost Phone ist wieder ein krasser Eingriff in die Privatssphäre und zeigt, wie wir uns über das Bild definieren, das wir in den sozialen Medien zeigen, wie wenig dieses mit der Wirklichkeit zu tun haben kann und wie in einem kleinen Gerät das ganze Leben einer Person stecken kann.

Bei dem Spiel, dem Smartphone, handelt es sich lediglich um eine App, die das Interface eines Telefons imitiert und Spielenden das Gefühl geben soll, dass sie tatsächlich das Handy einer fremden Person durchsuchen. Another Lost Phone beginnt mit Textnachrichten von Lauras Freund, der sich Sorgen macht, weil Laura sich weder meldet noch zu Hause angekommen ist. In einer kurzen Demo mussten Kurzmitteilungen von Freunden, Verwandten und Kollegen gelesen werden, im Kalender waren wichtige Hinweise versteckt, E-Mails ließen das Verhältnis von Laura zu ihren Arbeitskollegen erahnen und zu guter Letzt musste ein Passwort herausgefunden werden. Another Lost Phone präsentiert sich deutlich umfangreicher als noch der Vorgänger und auch das Interface sieht erwachsener, realistischer aus. Die Lösungen von Rätseln geben Zugang zu neuen Apps und Nachrichten, jedes Foto und jede Datei muss begutachtet werden und nach und nach entfaltet sich Lauras Leben vor dem Spieler.

Wieder thematisieren die Entwickler ernste Themen wie Isolation, obwohl wir jederzeit vernetzt sind, oder die Diskrepanz zwischen der Person, die wir sind, und der Person, die wir online vorgeben zu sein. Darüber hinaus soll es weitere Themen geben, die das Spiel ebenso nervenaufreibend wie emotional machen sollen. Wieder werden diese erst nach und nach sichtbar und offenbaren sich erst, wenn wir einen tiefen Schnitt durch Lauras Privatsphäre wagen. Ein Releasedatum wurde noch nicht offiziell angekündigt.

Christina KutscherIch konnte auf der gamescom die Demoversion von Another Lost Phone: Laura’s Story spielen und bin wieder begeistert. Das Spiel fängt das unangenehme Gefühl ein, wenn man sich durch die privaten Nachrichten einer anderen Person liest und nach und nach erahnt, was geschehen sein mag. Bereits in den wenigen Minuten der Demoversion wurde klar, dass das Spiel wieder schwierige und berührende Themen anspricht. Ich befürchte jedoch, dass sich beim Spielen schnell Langeweile einschleichen könnte, denn immerhin haben wir täglich Smartphones in der Hand. Wie sich Another Lost Phone auf Dauer spielen lässt (denn je nach Können der Spielenden variiert die Spielzeit zwischen einer und sehr vielen Stunden), wird sich zeigen. Die Idee ist immer noch großartig und ein politisches Statement. Besonders diejenigen, die den ersten Teil noch nicht gespielt haben, sollten unbedingt Another Lost Phone spielen und ihr mediales Nutzungsverhalten reflektieren.

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