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Preview: Agony – Zwischen nackten Brüsten und spritzendem Blut

Eine gequälte Seele, gefangen in der Hölle, mit nichts außer der Erinnerung an das Bild einer Göttin. Der Anfang von Agony wirkt wie eine blutrünstige Interpretation von Dantes Inferno. Um aus der Hölle zu entkommen, sucht die gequälte Seele nach der Göttin und erhofft sich deren Hilfe, ohne ihre tatsächlichen Intention zu kennen, geschweige denn wo und wer sie eigentlich ist. Das Charakterdesign der zahlreichen Monstrositäten reflektiert ihre Hintergrundgeschichten, was dem Spiel die nötige Tiefe verleihen soll.

„Warning: This trailer contains violent footage and flashing images which some may find disturbing.“ Diese Warnung vor Gewalt und blinkenden Bildern am Anfang des Trailers ist auf jeden Fall ernst zu nehmen.

Die Hölle selbst wurde von mehreren Religionen und Kulturen inspiriert. Laut den Entwicklern ist Agony keine Repräsentation einer bestimmten Hölle, die exklusiv für eine bestimmte Gruppe reserviert ist, sondern eine globale Hölle für alle Menschen, die es gibt. Entsprechend gibt es diverse Einflüsse, die hier zusammentreffen und ein ebenso abstraktes wie aussagekräftiges Konstrukt erschaffen. Dabei dominieren expliziter Content, Nacktheit und Gore das Bild in Agony. Entsprechend scheint man fragen zu wollen: Ist das noch geschmackvoll? Doch hier geht es eher um die Frage, ob das Gezeigte wirkungsvoll ist und Agony nicht nur Angst verbreiten, sondern auch Abscheu und Ekel provozieren kann. Inwiefern das Konzept aufgeht, konnten die bisher gezeigten Demos noch nicht zeigen.

Agony

Agony will eine neue Art des Survival Horrors sein, wo Ressourcenmanagement und billige Schreckeinlagen fehlen und Unwissenheit dominiert. Es ginge mehr um die Atmosphäre und die Angst, wehrlos in einer feindlichen Umgebung zu sein, wo Spinnen und Schlangen im Unterholz lauern, blutdurstige Dämonen durch die Lüfte streifen und selbst die eigene Fackel das Gebüsch entzünden und den Tod bedeuten kann. Auf Jump Scares wolle man nicht ganz verzichten, doch der Fokus liege eindeutig auf der unheimlichen Umgebung und dem hohen Schwierigkeitsgrad. Denn Agony fordert Entscheidungen: entweder die Welt als Märtyrer erkunden, der sich unterhalten und lesen und so die Geschichte erfahren und einen Ausweg aus der Hölle finden kann, aber keine Waffen und wenig Kraft hat, oder von einem Dämon Besitz ergreifen, dem die Geschichte, Collectibles und wertvolle Hinweise verwehrt bleiben, der dafür eine ernst zu nehmenden Gefahr für Gegner darstellt.

Insgesamt wird es vier Dämonen geben, derer Körper man sich bemächtigen kann und die mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet sind. Allerdings werden die Dämonen erst nach und nach freigeschaltet, ebenso wie die sieben Enden. So kann das Spiel in nur vier Stunden beendet werden, seine volle Größe entfaltet es jedoch erst nach weitaus mehr Spielstunden und mehreren Durchgängen. Um diese nicht eintönig werden zu lassen, gibt es unterschiedliche Optionen, die Level zu bestreiten. Die offenen Gegenden in einer nicht offenen Welt tragen dazu bei, ebenso die KI, die nicht nur patrouilliert, sondern immer wieder andere Wege geht. Die Level auswendig zu lernen und eine identische Erfahrung zu reproduzieren ist also schlicht nicht möglich.

In der Hölle gibt es zudem Puzzle, die neue Wege frei geben und natürlich müssen sich Spielende aktiv um die Checkpoints bemühen. Der Tod ist in der Hölle nicht endgültig, möglicherweise ein trauriger Metakommentar zum Tod in Spielen. Ebenso unberechenbar und unbekannt wie die Hölle selbst oder die Wege der Gegner sind die Bosse. Es muss nicht eine bestimmte Anzahl an Schadenspunkten zugefügt werden – hauptsächlich würden Spielende weglaufen und ausweichen, ein Muster in den Bewegungen und Angriffen des Bosses finden sowie die Schwachstelle ausloten und ausnutzen.

Bei der von uns gespielten Demo gab es leider massive Probleme mit der Framerate, allerdings befindet sich das Spiel noch immer in Entwicklung, weshalb dieser Aspekt zum jetzigen Zeitpunkt kein Nachteil sein soll. Agony soll noch 2017 erscheinen, man wolle sich jedoch nicht auf ein Datum festlegen, das möglicherweise verschoben wird, und das Spiel dann veröffentlichen, wenn es fertig ist. Wenn Agony endlich erscheint, wird es für Playstation 4, Xbox One und PC verfügbar sein.

Christina KutscherStealth und Survival Horror, das passt eigentlich. Agony will neuartig und spannend sein, was bei der Demo, die ich spielen konnte, fast funktioniert hat. Das Level war ein wenig zu dunkel, die Zeit ein wenig zu knapp und auch der unbekleidete Frauenkörper am Anfang und die von Dämonen niedergeschnetzelten Seelen konnten an dem gemischten Ersteindruck nicht viel ändern. Ich bin auf das Ergebnis gespannt und behalte Agony auf jeden Fall weiter im Blick.

Nichtsdestotrotz ist der Trailer unheimlich angsteinflößend und das Spiel ist definitiv (!) nichts für schwache Nerven. Warnungen sind auch an dieser Stelle noch einmal angebracht.

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