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Paper Mario: Color Splash – Warum die RPG-Elemente fehlen

6. September 2016
Nicole Wetzel

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Paper Mario: Color Splash – Warum die RPG-Elemente fehlen

Risa Tabata erklärt in einem aktuellen Interview warum die RPG-Elemente in Paper Mario: Color Splash fehlen. Somit bleibt wohl die Hoffnung aus, dass der neuste Paper Mario-Teil wieder zu seinen beliebten Rollenspiel-Wurzeln zurückgeht. Gerade deswegen schimpfen viele Fans den Teil schlichtweg Sticker Star 2.0 und auch die Bewertungen mancher Videos des Titels, sind mehr als nur mit negativen Bewertungen gesät. Doch ist diese Aufregung gerechtfertigt oder steckt ein triftiger Grund hinter der Entscheidung?

Vor allem Paper Mario für N64 und Paper Mario: Die Legende vom Äonentor hat sich großer Beliebtheit erfreut und demnach wünschen sich die Fans seit Jahren mal wieder einen Ableger, der an die zwei ersten Teile der Serie heranreicht. Bisher leider vergebens und auch der neue Wii U-Ableger scheint als würde er diese Erwartungen nicht erfüllen wollen. Risa Tabata erklärt die Entscheidung die beliebten RPG-Elemente weg zu lassen.

„Wie ihr sicherlich wisst, war das erste Paper Mario ein Rollenspiel und auch die Mario & Luigi Teile sind Rollenspiele. Also haben wir zwei RPG-Reihen, aber sie beide erlauben uns den Spielern jeweils neue und einzigartige Erfahrungen zu liefern. Die alten Paper Mario-Spiele waren Rollenspiele und hatten einige gute Elemente, aber es ging nicht nur um die RPG-Elemente. Es ging auch um das Lösen von Puzzles, das Entdecken von Mysterien, den Farben-Faktor, die optische Aufmachung. Für die Paper Mario-Reihe fokussierten wir uns mehr auf diese Elemente – das Lösen von Puzzles.“

Im Grunde soll sich Paper Mario mehr von der Mario & Luigi Serie unterscheiden, da beides ursprünglich Rollenspiele sind. Zudem möchte man sich in Paper Mario: Color Splash eben auf andere wichtige Elemente fokussieren. Wie gut diese Elemente umgesetzt sind oder ob alt eingesessene Fans deswegen über fehlende RPG-Elemente hinwegsehen, bleibt im Endprodukt abzuwarten. Die Spieler sollen sich schlichtweg nicht zu sehr auf die fehlenden RPG-Elemente einschießen.

„Auf der anderen Seite, die Mario & Luigi RPGs sind mehr in einer 2D-Welt.  Dadurch das Paper Mario in einer 3D-Welt stattfindet, sind wir in der Lage mehr dynamische Events einzubauen, manche davon waren in Trailern schon zu sehen oder das schwenken der Kamera.  Es gibt einen Entwickler, Taro Kudo, der auch an den vorherigen Spielen gearbeitet hat und er ist im Grunde der gesamte Direktor für die Geschichte und die Dialoge. Er ist sehr gut in Gags und Witze, aber er ist auch sehr gut eine gute Story zu erschaffen. Ich denke wenn man das Spiel zu Ende spielt, könnte man am Ende tatsächlich weinen. Wir haben einige Testspiele gemacht und es gab wirklich Menschen die am Ende weinten.“

Ob es Freudetränen oder Tränen der Trauer sind wurde an der Stelle natürlich nicht verraten. Ein weiterer Punkt der in dem Interview thematisiert wurde sind die außergewöhnlichen und einzigartigen Charaktere der Vorgänger. Auch diese sind unter den Fans sehr beliebt und wurden in Paper Mario: Sticker Star vergeblich gesucht. Man erinnert sich nur alleine an all die Partner die man in den ersten beiden Teile hatte.

„Ich war nicht wirklich in die vorherigen Teile involviert. Aber ich denke die Sache ist, dass es in der großen Mario Welt stattfindet, daher wollen wir uns auf die bekannten Mario Charaktere konzentrieren. Alle Toads, richtig? Es sind nur ein Haufen Toads. So mussten wir überlegen, wenn das alles Toads sind, wie machen wir sie unterschiedlich und geben ihnen Persönlichkeit? Also eine Sache die wir dachten, der normale Toad ist rot, und wenn es etwas gibt was sie alle unterscheiden soll, dann die Farbe. Und natürlich ein Großteil der Persönlichkeit kommt durch den Text. Außerdem kann man auch die Tatsache nutzen, dass sie alle gleich aussehen, als Grundlage für Witze. Die Frage war also, wie schaffen wir Vielfalt und wie wecken wir Interess?“

Auch wenn wieder jede Menge Toads im Spiel sind und auch hier wieder die abgedrehten und außergewöhnlichen Charaktere der vergangenen Teile fehlen, verspricht Tabata dennoch Persönlichkeit und Vielfalt der Charaktere. Man möchte sich schlichtweg auf die bekannten Mario Charaktere konzentrieren, aber ob dies die wütenden Gemüter der Fans tatsächlich beruhigt, bleibt fraglich. Zu Letzt blieb noch die Frage was Risa Tabata für die Paper Mario-Serie sich hofft.

„Ich denke, da ich keine Erfahrung mit den vorherigen Teilen habe, konnte ich einen guten Einblick geben, wie Color Splash unterhaltsam wirkt auf jemand der neu in der Serie ist. Also, ich denke immer daran, was neu ist, was kann getan werden, was zuvor nicht getan wurde. Ich hoffe, dass ich vielleicht ein paar Gags oder Ideen einbrachte, die zuvor noch niemand hatte. Ich denke, wenn man immer dasselbe macht, bekommt man keine wirkliche Inspiration um etwas Neues zu machen, genau das ist es was ich hoffe.“

Was haltet ihr von der Entscheidung? Eine Chance hat das Spiel auch bei alten Fans verdient, daher bleibt es abzuwarten ob das Endprodukt vielleicht nicht doch, überraschend überzeugen kann. Allzu lange muss man auch gar nicht mehr warten, bis man sich selbst ein Bild von Paper Mario: Color Splash machen kann, denn der Titel erscheint am 7. Oktober für Wii U und kann bereits vorbestellt werden.

Nicole Wetzel

Nicole ist praktisch als Zockerin geboren, denn schon mit etwa 3 Jahren fand sie sich vor einer SNES wieder und wuchs somit mit Yoshis's Island und Donkey Kong Country auf. Seither sind Videospiele ihre große Leidenschaft und nicht mehr für sie wegzudenken. Später wurde sie nicht nur von Nintendo sondern auch von der Playstation geprägt, weswegen sich ihr Spektrum um etliche Genre erweiterte.