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NaissanceE

NaissanceE: Review – Lucy was lost

NaissanceE

First-Person Platformer sind nicht erst seit Portal im Trend. Die Palette reicht da von Platformern wie Mirrors Edge bis zu Spielen, die mehr Fokus auf Rätsel und Puzzles legen, wie etwa Antichamber. Warum NaissanceE von Limasse Five nicht so wirklich in eine dieser Kategorien passt erfahrt ihr in unserer Review.

Dies Geschöpf der Finsternis, ich nenn es mein

Finsternis und Labyrinthe faszinieren Menschen schon seit Urzeiten. Die damit verbundene Einsamkeit und das Gefühl des Verlorenseins sind zwar nicht unbedingt positiv belegt, dafür bieten sie aber eine Interessante Ausgangslage. In so einer Lage befindet wir uns in NaissanceE. Wir starten das Spiel in einem kleinen Raum und bei weiterer Erkundung stellen wir fest, dass wir in einem abstrakten und dunklen Labyrinth gelandet sind. Wie wir dort gelandet sind oder wer wir überhaupt sind, wissen wir nicht. Die einzigen Hinweise auf unsere Identität bildet der Name des ersten Levels Lucy was lost und die Tatsache, dass die Atemgeräusche unseres Charakters weiblich klingen. Genau genommen sind das überhaupt die einzigen Informationen, die uns das Spiel gewährt, denn NaissanceE kommt vollkommen ohne klassischen Narrativ aus.

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Gerade in den letzten Jahren hat es immer wieder Spiele gegeben, die unterschiedliche Wege nutzen, um ihre Geschichte zu erzählen. Manche Spiele wie z. B. ein Bioshock Infinite sind zwar durchaus clever, schwingen dafür aber doch einen ziemlich schweren und bedeutungsschwangeren Hammer was ihre Erzählweise angeht. Dem gegenüber stehen Spiele wie Portal 2 oder Half Life 2: Episode 2, die da etwas subtiler agieren. Aber es gibt auch noch Spiele wie Dear Esther, die auf traditionelles Storytelling pfeifen und bewusst damit spielen. Das ein Spiel allerdings komplett ohne richtige Story oder Narrativ arbeitet, ist doch eher ungewöhnlich. Es birgt durchaus Frustpotenzial, dass NaissanceE selbst nie die Fragen beantwortet, die der Spieler hat. Im Gegenzug regt es aber den Spieler an, diese Fragen nicht nur sich selbst zu stellen, sondern sich letztendlich auch seine eigene Geschichte um das Geschehen zu erschaffen.

NaissanceE

Wir irren alle allesamt, nur jeder irrt anders

Auch wenn NaissanceE sonst auf ungewöhnlichen Pfaden wandelt, so greift man spielerisch auf durchaus bekannte Elemente zurück. Wir erkunden aus der Egoperspektive die Spielwelt und müssen nicht nur Hüpfpassagen, sondern auch immer wieder kleinere oder größere Rätsel meistern. Dies sind meistens Schalterrätsel, die dazu auch oft mit Licht, Schatten und Perspektive spielen. Leider schwankt der Schwierigkeitsgrad dieser Rätsel teilweise erheblich und während manche Rätsel viel zu einfach sind, können einen manche Rätsel an den Rand der Verzweiflung treiben. Es ist aber nicht so, dass diese Rätsel unglaublich komplex und kompliziert wären, sondern man hat oft einfach ziemlich lange keine Ahnung, was eigentlich gerade von einem gefordert wird. Ähnliche Schwankungen beim Schwierigkeitsgrad gibt es dann leider auch bei den Hüpfpassagen. Gerade im letzten Drittel des Spiels gibt es einige Passagen, die man durchaus als unfair bezeichnen darf. Diese wurden zwar bereits durch einen Patch abgemildert, sind aber trotzdem stellenweise nicht gerade fair. Wenig hilfreich ist in dem Zusammenhang auch noch die Steuerung, die gerade in entscheidenden Momenten zur Ungenauigkeit neigt. Dabei ist die Steuerung selbst ziemlich simpel. Wir können uns normal bewegen, springen und in die Hocke gehen. Einzig beim Sprinten fordert das Spiel, dass wir passend zur Atmung unseres Charakters eine Taste drücken. Drücken wir die Taste im falschen Moment oder vergessen wir das komplett, geht uns für kurze Zeit die Puste aus. Klingt undramatisch, kann aber in entscheidenden Momenten uns das Leben kosten. Dieses Feature verdient vielleicht keinen Preis was Originalität angeht, funktioniert aber im Spiel durchaus gut.

NaissanceE

Architektur besteht aus Traum, Phantasie, Kurven und leeren Räumen.

Ein weiteres und in diesem Fall herausragendes Merkmal von NaissanceE ist die grafische Präsentation oder genauer gesagt die Architektur der Spielwelt. Die ist ehrlich gesagt nur schwer in vernünftige Worte zu fassen und bietet Aspekte, die zwar durchaus menschlich erscheinen, allerdings schon hinter der nächsten Ecke sehr abstrakt werden. Während man man sich durch halbwegs normale Räume bewegt, können diese schon wenige Schritte weiter aufbrechen und in gewaltigen Kavernen enden, welche einen Ausblick auf eine surreal anmutende Stadt bieten. Das klingt jetzt schon ziemlich abgedreht und wird im späteren Spielverlauf noch extremer. Ein Abschnitt mit dem Namen Deeper into Madness trägt diesen Namen nicht umsonst. Hand in Hand mit der Grafik arbeitet die Soundkulissee des Spiels zusammen. Der Sound des Spiels bewegt sich dabei passend zur Situation zwischen sanft unterstreichend bis zu verstörend dominierend und trifft dabei aber immer den richtigen Ton.

NaissanceE

Schritt für Schritt

Letztendlich bleibt NaissanceE zwar eine gute, aber dafür recht kurze Erfahrung, denn leider ist bereits nach ca. 3-4 Stunden das Spiel schon vorbei. Zwar gibt es in den Levels immer wieder kleine Ecken, die man erkunden kann, allerdings hat das Spiel ansonsten keinen wirklichen Wiederspielwelt. So bleibt trotz den tollen Momenten doch ein kleiner bitterer Beigeschmack, dass hier mehr möglich gewesen wäre.

 

 

 

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