Home » Artikel » Specials » Nächster Halt: Gotta catch ’em all- Spiele und die Lust am Sammeln

Nächster Halt: Gotta catch ’em all- Spiele und die Lust am Sammeln

Der Mensch ist nicht nur Jäger, sondern auch Sammler. Während unsere Urahnen sich vor allem mit dem Sammeln von Nahrung, lebensnotwendigen Materialien und Gegenständen beschäftigen, sammeln die heutigen Menschen allerlei unnützen Firlefanz. Das Sammeln ist nicht mehr überlebensnotwendig, sondern hauptsächlich zu einem Hobby verkommen, um die gesammelten Objekte als Statussymbol zur Schau zu stellen oder schlicht, um der eigenen Langeweile Herr zu werden. In Spielen werden besonders fleißige Sammler häufig mit besonderen Boni, seltenen Gegenständen oder auch Achievements belohnt.

Die zu sammelnden Objekte könnten unterschiedlicher nicht sein. Manchmal handelt es sich stets um den gleichen Gegenstand, wie beispielsweise die muntermachenden Thermoskannen in Alan Wake, oder es geht um Gegenstände desselben Typs, die aber unterschiedliche Eigenschaften besitzen, wie die Shanties in Assassin’s Creed: Black Flag. Manchmal muss man auch eine bestimmte Menge eines Sammelgegenstandes finden, um diesen dann gegen eine Belohnung einzutauschen. Besonders fleißige Sammler wurden im Bereich der Spiele fortan als die so genannten Completionists bekannt – jene Spieler, die jeden Winkel eines Spieles erkunden, um tatsächlich alle Collectibles zu finden, die das Spiel hergibt.

Im Folgenden haben wir euch einige einzigartige Sammelgegenstände vorgestellt, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.

Es folgen minimale Spoiler für diese Spiele:

Diablo
The Witcher 3: Wild Hunt
Donkey Kong Country
Assassin’s Creed 4: Black Flag
N64 Jump’n’Runs
Yoshi’s Woolly World

Kevin PliesterDiablo, Torchlight, Borderlands

In meinem Beitrag über Sammelgegenstände geht es nicht unbedingt um die aktuell typischen so genannten Errungenschaften, die in einem öffentlichen Profil der Welt zur Schau gestellt werden. Mir geht es mehr um die Sammelleidenschaft in Spielen, die neben dem Spaß auch meist enorme Vorteile im Spiel bringt: wie in Diablo, Torchlight und Borderlands zum Beispiel. Dort gibt es die berüchtigten legendären und die noch berüchtigteren Setgegenstände. Beide Arten von Items bieten meistens Boni, die den Charakter des Spielers grundlegend verändern oder ihm Fähigkeiten geben, die er vorher nicht besaß.

In Diablo beispielsweise bringen vollständige Sets manchmal auch Fähigkeiten der anderen Klassen oder sorgen dafür, dass die eigenen Fähigkeiten grundlegend anders funktionieren. In Diablo 2 hat bei mir die Sammelleidenschaft angefangen. Ich weiß nicht, wie viele Spieldurchläufe ich machen musste, um ein Set zu vervollständigen. Ich weiß aber, dass ich überglücklich war, als ich mein Set letztendlich vervollständigt hatte. Auch in Diablo 3 wirkt dieser Zauber, nur dass die Wahrscheinlichkeit, das Set schnell zu vervollständigen, jetzt etwas höher ist, als in den vorherigen Teilen. Mir persönlich gefällt das sehr.

Quelle: diabloii.net

Caroline ValdenaireThe Witcher 3: Wild Hunt

Es war einmal The Witcher 3. Was viele Menschen neben der Geschichte, den Charakteren und allem drum und dran allerdings fast noch mehr begeisterte, war das Spiel im Spiel: Gwent. Bereits in den vorherigen Teilen des Franchises durften wir uns in Minispielen beweisen und der Sammellust nachgeben. In Teil 1 erhielten wir für jede „abgeschlossene“ Bettgeschichte eine Karte, die uns an die Frau des Abends erinnern sollte. Wem das zu einfach war, der durfte sich auch am Faustkampf versuchen. Oder beim Würfelpoker. Oder beim Wetttrinken.

In Teil 3 allerdings sollten wir Karten spielen. Das hört sich erst einmal nicht sonderlich spannend an, doch bewies das Spiel, dass das nervenaufreibender als das Verführen der jungen Maid sein kann. Um der beste aller Gwent-Spieler zu werden, müsst ihr gezwungenermaßen ein gutes Kartendeck zusammenstellen. Um das wiederum zu schaffen, müsst ihr gegen Gwent-Spieler im gesamten Land antreten. Nebenher könnt ihr zwar auch einige Karten kaufen, doch erhaltet ihr die besten natürlich von den jeweils örtlich ansässigen Champions, die ihr aber erst besiegen müsst, damit diese ihre Schätze herausrücken. Habt ihr alle Spieler besiegt, die es zu besiegen gilt, gibt es nur noch eine einzige Aufgabe für euch. Schnappt sie alle. Das ist tatsächlich auch der Name der letzten Quest, die nicht weniger von euch verlangt, als 199 Gwent-Karten im Spiel zu finden.

Nicole WetzelDonkey Kong Country

Neben Yoshi’s Island bin ich mit Donkey Kong Country aufgewachsen, einem weiteren Spiel voller Sammelobjekte, die teils noch fieser versteckt waren als bei dem kleinen grünen Dino. Ich erinnere mich gut, dass ich in jungen Jahren teils Stunden damit verbracht habe, die Bonuslevel oder die DK-Münzen in Donkey Kong Country 2 und 3 zu suchen und dennoch hat mir die ewige Suche Spaß bereitet und ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Auch in Donkey Kong Country war die 100%-Jagd nicht umsonst, denn am Ende ließ sich eine zusätzliche Welt freischalten, welche natürlich auch schwierigere Level bot. Als Kind hatte ich mehr Zeit und Geduld und habe mir die Mühe gemacht, diese Spiele ausgiebig zu erkunden. Selbst nachdem ich etliche Level schon zum 100. Mal gesehen hatte, wurde es nicht langweilig – ein Phänomen, das heute nur noch die wenigsten Titel schaffen.

Sammelobjekte können einem den letzten Nerv rauben, aber manche Spiele schaffen es, die Herzen der Spieler, die selbst die fiesesten Verstecke finden, zu erobern und das Finden der Sammelobjekte ist dann umso erfreulicher. Meistens ist man aber auch einfach froh, wenn man das Suchen nach den nervigen Gegenständen endlich hinter sich hat. Wobei es glücklicherweise jedem selbst überlassen ist, welches Spiel man zu 100% abschließt und welches nicht.

Caroline ValdenaireAssassin’s Creed 4: Black Flag

Es gibt vermutlich in kaum einem anderen Franchise so viele Collectibles wie in Assassin’s Creed. In Assassin’s Creed 4: Black Flag gab es allerdings einen ganz besonderen Sammelgegenstand, der sogar Einfluss auf das Spielgefühl nahm: die Shanties.

Ja, es war unglaublich nervtötend einer fliegenden Note hinterherzurennen, sie dann doch knapp zu verpassen und dabei zu beobachten, wie sie in die Wolken flüchtet und sich dort auflöst. Hatte man es aber doch irgendwann einmal geschafft, sang die Crew an Bord das gefundene Lied fortan euphorisch im Takt zu den am Schiffsbug brechenden Wellen.

Die Seemannslieder halfen auch den echten Piraten dabei, den harten Alltag an Bord eines Schiffes, meist mit zusätzlicher Hilfe von jeder Menge Alkohol, zu verarbeiten und zu überstehen. Zwar besitzt ihr bereits zu Beginn des Spiels einige Shanties, die euch bei eurer Reise durch die Karibik stimmungsvoll begleiten, doch warten unterwegs noch ganze 24 Lieder darauf, von euch eingefangen zu werden.

N64 Jump’n’Runs

Bei dem Thema Sammelgegenstände fängt mein Auge jedes Mal unfreiwillig an nervös zu zucken. Dabei bin ich eigentlich ein großer Fan von solchen Inhalten, wenn es es sich im Rahmen hält. Jedoch wurde dieser Rahmen zu N64-Zeiten nicht nur gesprengt, sondern ganz klar atomisiert. Während man in Super Mario 64 noch eine bequeme Anzahl an Münzen und Sternen zum Sammeln am Start hatte, hat Banjo-Kazooie bereits eine Schippe drauf gelegt. Was alles halb so wild gewesen wäre. Doch gegen Ende des Konsolen-Zyklus sind mit Banjo-Tooie und Donkey Kong 64 zwei Titel erschienen, die den Sammelwahn einfach auf die Spitze getrieben haben. Allein Donkey Kong 64 bietet 949 Banana Coins, die ihr, neben vielen anderen Gegenständen, sammeln dürft. Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe ich es aufgegeben, alle Sachen in einem Spiel zu sammeln. Als passendes Gegenbeispiel lässt sich jedoch A Link Between Worlds nennen, in welchem die Sammelgegenstände Spaß machten und fair verteilt waren. Eine der Ausnahmen, bei der selbst ich alles gesucht und gefunden habe.

Nicole WetzelYoshi’s Woolly World

Yoshi hat meine Kindheit geprägt, umso erfreulicher war es, als Yoshi’s Woolly World das Licht der Welt erblickte und nach all den Jahren endlich an das Niveau von Yoshi’s Island heranreichte. Auch hier gibt es natürlich allerlei sammelbare Gegenstände, die das Spiel erst interessant und herausfordernd machen. Diesmal gibt es sogar zwei Belohnungen, wenn ihr euch die Mühe macht, die teils schwierigen Verstecke der Sammelobjekte aufzuspüren. Neben den altbekannten Sonnenblumen gilt es diesmal Edelsteine und Wollknäuel zu sammeln. Pro Level gibt es fünf Wollknäuel zu finden. Sobald ihr alle fünf beisammen habt, bekommt ihr ein neues Design für euren putzigen Woll-Yoshi, was eine großartige Idee war und die Spieler zusätzlich anspornt, diese Wollknäuel unbedingt finden zu wollen. Sobald der Spieler in allen Leveln einer Welt die 100% erreicht hat, wird ein zusätzliches Level freigeschaltet, in welchem die Spieler nochmal ihr Können unter Beweis stellen können.

Sag uns deine Meinung:

Auch interessant!

Pokémon Gold Silber

Kurztest: Pokémon Gold und Silber – Zurück nach Johto

Vor knapp zwei Wochen ist mit Pokémon Gold und Silber die zweite Generation an Taschenmonstern ...