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Nächster Halt: Drachen – Sagenumwobene, feuerspeiende Fabelwesen

Drachen sind gigantische, meist feuerspeiende Kreaturen, die aus verschiedenen Mythen, Sagen, Legenden und gar Märchen bekannt sind. Die Geschichte dieser Kreaturen ist weitläufig und nahezu in jeder Kultur hat der Drache seine Sagen und Mythen sowie Symbolik. So gilt der Drache im orientalischen und westlichen eher als  gott- und menschenfeindliches Ungeheuer, welches Chaos und Bedrohung bringt. Im ostasiatischen Raum hingegen wird er eher mit positiven Eigenschaften versehen, so sagt man hier, dass diese Wesen Regen- und Glücksbringer sind und als Symbol für Fruchtbarkeit und kaiserliche Macht gelten.

Auch die Darstellung dieser Geschöpfe ist sehr vielfältig. Ein bekanntes Beispiel dürfte der Chinesische Drache sein, der sehr lang und meist sehr bunt dargestellt wird, wie eine gigantische Schlange auf vier Füßen und ohne Flügel. Andere Drachen hingegen werden mit Flügeln dargestellt, einem langen Schweif und einem stattlichen Körper, wie eine gigantische, majestätische Echse. Der Kreativität sind eigentlich keinerlei Grenzen gesetzt und so gibt es mittlerweile unzählige Varianten dieser Kreaturen. Die Fabelwesen gelten eigentlich als Mischwesen, bei denen sich Eigenschaften von Reptilien, Vögeln und Raubtieren in unterschiedliche Variationen miteinander verbinden, daher auch die unterschiedlichen Darstellungen.

Es gab sogar Zeiten, in denen Wissenschaftler glaubten, dass es Drachen tatsächlich gäbe, doch bis heute gibt es keinerlei Beweise für deren Existenz. Vor allem mit Dinosauriern wurden die geflügelten Wesen in Verbindung gebracht, so wurde z.B der biblische Meeresdrache mit einem Plesiosaurier gleichgesetzt und der Pterodaktylus diente als Vorbild der geflügelten Riesenechsen. Kurzum: Drachen sind sehr vielfältig, sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrer Symbolik, Fähigkeiten, Farbgebung und ihrem Auftreten. Ein Mythos, der sich seit Jahrtausenden in Entwicklung befindet und so hat sich der Drache bis heute als weltweit bekanntes Fabelwesen etabliert, welches uns fasziniert, aber auch das Fürchten lehrt. Die Frage, die wir uns nun gestellt haben, ist nun, wie werden diese gigantischen und bekannten Geschöpfe in Spielen dargestellt? Als bösartige, monströse Kreaturen oder gibt es doch auch Momente, in denen die Drachen gar nicht als Ungeheuer dargestellt werden wie es meist der Fall ist?

Es folgen minimale Spoiler für diese Spiele:

Drakan: The Ancient Gates
Spyro
Dragon Age: Inquisition
Drakengard
Shadowrun: Dragonfall
Banjo-Tooie

Drakan: The Ancient Gates

Nicole WetzelDrachen sind für mich absolut faszinierende und majestätische Kreaturen und einfach beeindruckende Lebewesen, weswegen ich es oft schade finde, dass Drachen meist nur als Gegner und bösartige Kreaturen auftauchen. Vor allem in JRPGs und RPGs findet man Drachen zur Genüge als Feinde, so dass es mir eigentlich immer im Herzen weh tut, diese wunderbaren Geschöpfe töten zu müssen. Ich war also schon immer auf der Suche nach Spielen, in denen ich Seite an Seite mit einem Drachen kämpfen kann. Spiele, in denen ich einem Drachen als Freund und Partner gegenüber trete. Leider lässt sich in der Spielwelt nicht allzu viel in der Richtung finden. Ich erinnere mich also noch gut daran, wie ich damals über den Flohmarkt schritt und mir zufällig die PS2-Packung von Drakan: The Ancient Gates ins Auge sprang, auf dessen Cover der rote Drache Arokh und Protagonistin Rynn abgebildet sind. Zusammen bestritt ich mit ihnen ein grandioses Abenteuer, um die Geisterdrachen zu retten, welches mir bis heute sehr gut im Gedächtnis geblieben ist, weil es mich damals so gefesselt hat.

Vor allem die spektakulären 3D-Action-Luftgefechte mit Arokh haben mich total in ihren Bann gezogen. Mich mit dem Drachen frei durch die Welt bewegen zu können, Feuer, Eis und gar Blitze zu speien und sogar mit ihm am Boden kämpfen zu können, war ein großartiges Gefühl! Genau das, was ich immer wollte und zur damaligen Zeit absolut spektakulär war. Ich war hin und weg, dass ich den Drachen steuern konnte. Selbst wenn Rynn mal nicht auf dem Rücken des Drachen saß und angegriffen wurde, eilte Arokh automatisch zu Hilfe und beschützte Rynn vor den Gegnern. Es war ein großartiges Gefühl von einem Drachen beschützt zu werden, Seite an Seite mit Arokh zu kämpfen, anstatt seine Art ausrotten zu müssen.

Drakan The Ancient Gates

Besonders die eisige Tundra blieb mir gut im Gedächtnis und auch, dass ich mich immer auf Arokh verlassen konnte. In der Tundra gab es sehr viele Höhlen, die ich mit Rynn alleine erkunden musste, da der gigantische Drache nicht in die Höhlenabschnitte hineinpasste. Aber Arokh wartetet immer brav auf meine Rückkehr. Mehr sogar, man konnte den Drachen zu sich rufen, wenn die Höhle zu einem anderen Ausgang führte. Ein kurzes Rufen und binnen Sekunden waren seine Flügelschläge zu hören. Eine Faszination, die ich bis heute nicht vergesse und mir seither wünsche, dass ich eine solche Faszination, solch eine enge Bindung mit einem dieser majestätischen, geflügelten Echsen noch einmal in einem Spiel erleben kann. Doch anscheinend werde ich darauf wohl noch länger warten müssen.

Spyro

Nicole WetzelMeine Kindheit wurde deutlich mehr von Nintendo-Charakteren geprägt und dennoch hat sich ein Charakter, abseits von Nintendo, in meine Kindheit gedrängt. Die Rede ist von Spyro, dem lila Drachen, der der ausschlaggebende Punkt dafür war, dass ich damals eigentlich eine PS1 haben wollte. Immer wenn ich bei meinem Cousin war, freute ich mich bei ihm Spyro: The Dragon spielen zu können und hatte diesen lila Drachen sofort lieb gewonnen. Es war eben eine Zeit, in der Jump’n Runs die Spielwelt regierten und jeder sein persönliches Jump’n Run Maskottchen haben wollte. Nintendo hat mit Mario vorgelegt, Sega hatte Sonic und Sony? Da streiten sich die Gemüter, ob Crash, Croc, Jack & Daxter oder Spyro diesen Platz einnehmen. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich Spyro diesen Titel vergeben würde, da er mich erst für Sonys Konsole begeistern konnte und ich den Drachen sofort in mein Herz schloss. Immerhin zeigt Spyro, dass Drachen nicht immer als furchteinflößende, monströse Kreaturen dargestellt werden müssen und auch dass diese Lebewesen die Rolle der Helden einnehmen können, anstatt nur die der Feinde.

Spyro Dawn of the Dragon

Letztendlich kam es doch dazu, dass ich erst mit der PS2-Ära richtig in die Welt von Sony einstieg und erst ab da eigene Spiele des lila Drachen besaß. Mit dem GameCube Titel Spyro: Enter the Dragon Fly verlor Spyro seine Sony-Exklusivität. Spyro hat mich immer fasziniert und mir einige spaßige Spielstunden beschert, an denen ich mir damals als noch etwas unerfahrenere Spielerin durchaus die Zähne ausgebissen habe. Ich erinnere mich gut an einige knifflige Aufgaben in Enter the Dragon Fly. Allerdings hat Spyro derweil auch viele Veränderungen durchlebt, wanderte von Entwickler Insomniac, zu Vivendi Games, zu Sierra und landete letztendlich bei Activision bei den Skylanders. Somit hat Spyro auch immer mal wieder ein leicht anderes Design spendiert bekommen und mit Eternal Dark und Dawn of the Dragon wurde das sonst so kunterbunte Spyro-Universum eher düster und Drachendame Cynder kam dazu.  Vielleicht erfüllt sich ja doch noch ein Traum und Spyro feiert, wie Crash mit der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy, sein Comeback.

Dragon Age: Inquisition

Caroline ValdenaireIn Dragon Age: Inquisition wollte man dem Namen des Spiels endlich einmal gerecht werden und demonstrierte mit einer beeindruckenden Menge an Drachen, dass wir uns tatsächlich im Zeitalter eben jener befinden. In den beiden Vorgängern war die Begegnung mit einem Drachen ein einzigartiges Erlebnis, welches tatsächlich nur jeweils einmal im Spiel stattfand. Doch selbst wenn man im dritten Teil der Saga nun öfter auf diese Lebewesen trifft, ist die Konfrontation mit ihnen nicht weniger imposant.

Die Drachen verteilen sich im Spiel auf die verschiedenen Welten, welche wir nach und nach freischalten. Mein erster Zusammenstoß mit einem Drachen fand in den berüchtigten Hinterlanden statt, aus denen man bekanntermaßen niemals entkommt. Nichts ahnend durchquerte ich eine kleine Höhle, nur um im Licht am Ende des Tunnels einen monströsen Schrei zu vernehmen. Unbeeindruckt setzte ich meinen Weg fort und wurde vom fereldischen Frostrücken empfangen. Ich meine: gegrillt. Ehrfürchtig und etwas panisch rannte ich samt Trupp zurück in sichere Gefilde und musste zugeben, dass ich doch ein klein wenig beeindruckt und verängstigt war.

Sämtliche Drachen in Dragon Age: Inquisition haben unterschiedliche Eigenschaften und Angriffe, auf die es sich vorzubereiten gilt. Die Kämpfe gegen die Riesenechsen verlangen Ausdauer und ein starkes Team, da der Kampf sonst schneller vorbei ist, als man „du verdammter gamordanischer Sturmreiter“ sagen kann. Selbst wenn es dem ein oder anderen, beispielsweise mir, tatsächlich Leid tut, diese majestätischen Geschöpfe auszurotten, wird man dafür am Ende zumindest ein klein wenig belohnt. Jede Menge Erfahrungspunkte sowie Einfluss und Macht erwarten euch, was ihr auf eurem Kartentisch gebrauchen könnt. Zudem hinterlässt jeder Drache auch besondere Gegenstände und natürlich die seltenen Drachen-Werkstoffe, die ihr ausnahmsweise nicht inmitten einer Blumenwiese findet.

Dragon Age Inquisition

Drakengard

Nicole WetzelDrakengard ist total abgedreht, sehr eigen, verwirrend, teils sogar verstörend und genau deswegen doch irgendwie genial. Entweder man mag es oder eben nicht. Kein Wunder, denn der Titel stammt von Taro Yoko, der auch für Nier: Automata verantwortlich war. Drakengard ist definitiv einzigartig. Es ist zwar absolut kein Design-Wunderwerk, denn meist wirken die Gegenden mehr als kahl und trostlos, aber dafür hat mich die Geschichte rund um die Protagonisten und deren Drachen begeistert – ganz egal, ob Caim und sein Drache Angelus oder Nowe und sein Drache Legna sowie Zero und ihr Drache Mikhail. Auch hier faszinierte mich vor allem die unterschiedlichen Verbundenheiten der Protagonisten mit ihren Drachenpartnern und daher war ich auch bei so manch einer überraschenden, traurigen und wirklich grausamen Szene oder Wendung gepackt, die die Drakengard-Serie so bekannt und berühmt macht.

Egal ob der dramatische, blutige Tod von Zero und Mikhail, der anfangs ungewollte Pakt zwischen Angelus und Caim oder als ich vom Spiel gezwungen wurde mit Nowe gegen Legna zu kämpfen, nachdem ich etliche Spielstunden zusammen Seite an Seite mit Legna gekämpft hatte: jedes der unzähligen Enden wird euch auf irgendeine Art und Weise überraschen. Gameplaytechnisch waren natürlich auch hier wieder die Luftkämpfe mit den Drachen das Highlight. Es hat sich großartig angefühlt, diese geflügelten Echsen steuern zu können und mich mit diesen in hitzige Gefechte zu werfen. Da konnte man über die trostlosen, leeren Gegenden absolut hinwegsehen, denn ich hatte ohnehin nur Augen für meinen Drachen, mit dem ich etliche Gegner in der Luft verbrannte und so vom Himmel holte.

Drakengard 3

Shadowrun: Dragonfall

Caroline ValdenaireDie Drachen in Shadowrun: Dragonfall sind kluge Strategen und weniger ein gigantischer Echsenhaufen, der Feuer spucken kann und die simple Stärke der Intelligenz vorzieht. Die großen Drachen sind alte und sehr mächtige Zauberer, die vor allem ihre eigenen Interessen in den Fokus stellen und dank der Drachengesellschaft so gefürchtet werden wie heutige Großkonzerne in unserer Welt.

In Shadowrun: Dragonfall werden wir recht früh mit dem Namen Feuerschwinge konfrontiert, können aber, zumindest falls wir sonst keinerlei Berührungspunkte mit dem Franchise haben, erst einmal nicht viel damit anfangen. Im Laufe des Spiels erfahren wir immer mehr über die so genannte Feuerschwinge, welche im Jahr 2012 im wunderschönen Harz erwachte und dem beliebten Touristenziel etwas einheizte. Die Menschen setzten sich allerdings erfolgreich zur Wehr und erlegten, trotz Widerstand ihres Freundes Kaltenstein, den ersten Großdrachen seit Anbruch der sechsten Welt der Menschen. Dies war zumindest die offizielle Version – die Leiche wurde wiederum niemals gefunden.

Später erfahren wir, dass Adrian Vauclair Feuerschwinge gefangen, ihren Körper von ihrem Geist getrennt hat und sie als Massenvernichtungswaffe verwenden möchte, indem er durch sie einen Virus verbreitet und dadurch alle Drachen auslöscht. Es liegt fortan an den Entscheidungen der Spielenden, ob und wie sie dies zulassen. Es ist natürlich auch möglich, uns diesem Vorhaben entgegenzustellen und Feuerschwinge freizulassen. Die Konsequenzen aller Entscheidungen haben leider nur Einfluss auf Shadowrun: Dragonfall und werden beispielsweise im Folgetitel Shadowrun: Hong Kong nur beiläufig erwähnt.

Shadowrun Dragonfall

Banjo-Tooie

Nicole WetzelPro Welt gibt es eine Verwandlung für den Bären Banjo und Vogeldame Kazooie, dank der hübschen Humba-Wumba. Mit ihren Verwandlungen hat sie uns immer überrascht, so wurde das Duo schon zum Geldtransporter, zum Sprengzünder oder zum Schneeball. Umso verwunderter war ich als Spieler als ich Humba-Wumbas Zelt plötzlich auf der Overworld fand, nahe des Eingangs zu Welt 3. Sofort kam die Frage auf, ob es auch auf der Overwold eine Verwandlung gibt und wofür ich diese dann benötige. Mit Spannung und Interesse betrat ich ihr Zelt und bekomme von ihr mitgeteilt, dass ich einen Mega-Glowbo finden soll, weswegen ich mit noch mehr Fragezeichen wieder das Zelt verließ. Von einem Mega-Glowbo hört man hier das erste und einzige mal im Spiel.

Erst viel später im Spiel fand ich den riesiegen Glowbo, sehr gut versteckt auf der Eisseite des Steinhagel-Gipfels. Zurück bei Humba-Wumba übergab ich ihr den Mega-Glowbo und sprang voller Spannung in ihr Becken, um das Duo zu verwandeln – doch nichts geschah. Banjo blieb unverändert, doch der Schein trügt! So verwandelt sich das Duo für gewöhnlich zusammen, doch dieses Mal änderte sich nur Kazooies Aussehen. Wie sich herausstellte, ist die Verwandlung ein alternatives Kostüm für Kazooie, denn die einstig rote Vogeldame wurde nun zum grünen Drachen, der zudem Feuer speien kann. Eine wirklich großartige Sache der Entwickler und eine tolle Überraschung für uns Spieler, denn damit hat wohl kaum einer gerechnet!

Banjo-Tooie

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