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Nächster Halt: Dinosaurier in all ihrer lebensfrohen Pracht

Dinosaurier weilen schon lange nicht mehr auf unserer Welt und darf man Spielen Glauben schenken, ist das auch gut so. Oft werden die aus kladistischer Sicht gar nicht ausgestorbenen Kreaturen als fleischfressende Gegner präsentiert, deren einziger Zweck das Vernichten anderer Figuren ist. Dass hinter Dinosauriern oft mehr stecken kann, beispielsweise eine enorme Vielfalt und sogar soziale Interaktionen, wird oft vergessen. Die Taxonomie der vor mehreren Millionen Jahren lebenden Dinosaurier ist umfangreich und doch werden sie als Antagonisten in vielen Spielen als bipede Karnivoren dargestellt: Fleischfresser auf zwei Beinen.

Laut Duden stammt das Wort „Dinosaurier“ aus dem Griechischen und setzt sich aus „deinós“ (furchtbar, gewaltig) und „saũros“ (Saurier oder Eidechse) zusammen.

Das Zeitalter, in dem sie lebten, nennt sich Mesozoikum, welches wiederum in Trias, Jura und Kreide unterteilt wird. Diese Zeit, auch Erdmittelalter genannt, ist gar nicht so weit von unserer heutigen Zeit entfernt, bedenkt man die Milliarden Jahre, die die Welt schon vorher existierte.

Das ändert nichts daran, dass sie nach wie vor faszinierend sind und Stoff für zahlreiche Geschichten bieten. Wir haben uns auf die Suche nach diversen Darstellungen der „gewaltigen Eidechsen“ begeben, unsere Liebe für Dinosaurier mit unserer Liebe für Videospiele verbunden, alles mit Wissen garniert und präsentieren euch diese Woche Dinosaurier in Spielen, wie sie leibten und lebten.

Es folgen minimale Spoiler für diese Spiele:

Vampire: The Masquerade – Bloodlines
Dino Crisis 1 & Dino Crisis 2
Tomb Raider
Warpath: Jurassic Park
The Lost World: Jurassic Park
Yoshi
Jurassic Park: Operation Genesis
Banjo-Tooie
ARK: Survival Evolved

Vampire: The Masquerade – Bloodlines

Caroline ValdenaireDass Vampire: The Masquerade – Bloodlines ein ziemlich sensationelles Spiel ist, muss man vermutlich nicht mehr sagen. Doch was genau haben Dinosaurier damit zu tun? Eigentlich gar nichts. In Bloodlines verbringt man seinen lieben langen Tag damit, die Bürger der Stadt auszusaugen, Geisterhotels zu besuchen oder aber nachts im Museum umherzuschleichen.

Ich bin kein besonders großer Fan von Schleicheinlagen, was meinen Puls sowieso schon unnötig in die Höhe treibt, wenn ich das dann doch einmal machen muss. Man sollte meinen, dass man als Vampir, welcher dem Gegner doch eigentlich nur mal schnell an den Hals springen muss, sowieso nichts fürchten müsse. Sterben geht ja schließlich nicht ganz so schnell und einfach. Und doch schaffte es diese eine Schleichmission in Bloodlines, mir den Schock meines Lebens zu verpassen. Nicht wegen Geistern, nicht wegen unerwartet vieler Wachen, die ihre Runden drehen. Sondern wegen einem Velociraptor, der vollkommen unerwartet hinter einer der vielen Ecken auf mich wartete, offener Mund, bereit zum Sprung, bereit meinem Vampirleben ein schnelles Ende zu setzen.

Zumindest dachte ich das für einen Moment. Bis mir klar wurde, dass ich ein verdammter Vampir bin. In einem Museum, das definitiv nicht während der Kreidezeit gebaut wurde. Zudem fiel mir ein, dass ein echter Velociraptor eigentlich nur einen halben Meter hoch sein dürfte und dieser hier doch eher dem typischen Exemplar aus Jurassic Park entsprach. Außerdem waren mir bis zu diesem Zeitpunkt noch keine anderen Dinosaurier begegnet, sollte das also ein Zwischenboss sein? Nein, denn er bewegte sich nicht, obwohl er seinem lateinischen Namen nach doch ein schneller Räuber sein sollte. Nachdem ich mich also wieder hinter der Ecke hervorgetraut hatte und minutenlang irre lachend vor diesem ziemlich detaillierten Fleischfresser stand, beendete ich das Spiel und gönnte mir erst einmal eine Ruhepause von all dem urzeitlichen Stress.

Vampire The Masquerade Bloodlines

Dino Crisis

Christina KutscherIch könnte für immer und ewig über Dino Crisis schreiben, eine zutiefst unterschätze Reihe. Dino Crisis 3 ist in diesem Artikel irrelevant, da es ein noch futuristischeres und unglaubwürdigeres Setting präsentierte, in dem die künstliche Intelligenz eines Raumschiffes, das seit 300 Jahren durch den Weltraum schwebt, die Tiere an Bord mit DNA von Dinosauriern kreuzt, um die Crew zu ersetzen. Vermutlich bezeichnet Dino Crisis 3 den Tod einer vielversprechenden Reihe, deshalb konzentrieren wir uns in diesem Abschnitt auf die grandiosen ersten beiden Teile. Ja, Dino Crisis ist das schlechtere Resident Evil, das Zombies durch Dinosaurier ersetzt hat. Aber die Story ist nach wie vor interessant und originell, Regina, die Protagonistin beider Teile, immer noch eine der besten Heldinnen aus Computerspielen.

Dino Crisis 1 spielt in einer Forschungseinrichtung, die von außen unscheinbar wirkt und nicht näher beschrieben wird. Regina und ihr Team wurden von unbekannter Stelle dorthin beordert, nachdem der Kontakt zur Einrichtung abbrach. Dort angekommen wird klar: Dinosaurier sind der Grund. Wieso die eigentlich ausgestorbenen Echsen in der Gegenwart über Menschen herfallen, wird bald geklärt. Einstweilen bietet das Spiel einen verrückten Wissenschaftler, den obligatorischen Helikopterflug in den Sonnenaufgang, unterschiedliche Enden und Rätsel fehlen natürlich auch nicht. In Capcom-Manier müssen Objekte von A nach B gebracht, lächerlich umständliche Schlösser geknackt werden und Schieberätsel gibt es selbstverständlich auch. Hier bewährte sich der Velociraptor als universell hassbarer Dinosaurier, der laut Alan Turner vom American Museum of Natural History Federn hatte und eher harmlos war. Damit führte Dino Crisis das sechs Jahre zuvor von Jurassic Park etablierte Konzept ein, Raptoren (lat. Räuber) als bösartiges Kanonenfutter darzustellen. Mit den tatsächlichen Raptoren, deren Fossilien überall auf der Welt gefunden wurden und die eigentlich Dromaeosauridae heißen, haben die Raptoren aus Dino Crisis wenig gemein.

Dino Crisis

Dino Crisis 2 spielt in einem Dschungel, der dank der verpixelten und überholten Grafik wieder nicht identifizierbar ist. Die dritte Energie, eine mysteriöse Kraft, die Forscher bereits im ersten Dino Crisis erforschten und durch einen Unfall die Urzeitkreaturen in ihre Zeit holten, transportiert ein Team von Soldaten und Wissenschaftlern mittels Portal durch die Zeit und vermischt ihre Welt mit der der Dinosaurier. Auch hier werden Einrichtungen der Menschen von Dinosauriern überfallen und wieder muss Regina aufdecken, wieso. Spielende steuern entweder sie oder ihren Kollegen Dylan, können beide mit unterschiedlichen Waffen ausstatten und mit einem Militärboot, in dem sich das Portal befindet und mit welchem sie bereits die fremde Welt erreichten, Gebiete wechseln. Es gibt verschiedene Gebäude, offenes Gelände, das meist von Pflanzen überwuchert ist, und sogar Missionen, die unter Wasser stattfinden. Im Grunde geht es jedoch nur darum, das entsprechende Areal lebendig zu durchqueren, Schlüsselkarten in Schlitze zu stecken und einen Weg zu finden, diese Welt so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Die Monotonie wird dabei von zahlreichen Action-Passagen unterbrochen, wie Panzerfahrten, Jeepfahrten mit Triceratops-Verfolgungen und sogar einer Begleitmission, im Englischen auch VIP Escort Mission genannt, deren Konzept Resident Evil 4 Jahre später auf die Spitze trieb, indem es Spielenden das ganze Spiel über eine zu rettende oder beschützende Person an die Seite stellte.

Mit Reptilien geizt hingegen Dino Crisis nicht: der Tyrannosaurus Rex darf hier nicht fehlen (laut John Hutchinson von der University of California ein langsamer Jäger, dem der Titel „König“ – denn „Rex“ ist Latein für „König“ – zu Unrecht verliehen wurde) und ebenso gibt es Mosasaurier (krokodilartige Fleischfresser aus der Oberkreide) und Plesiosaurier (sieht aus wie ein Lapras aus Pokémon), zwei der seltenen maritimen Reptilien, deren Charakteristika (wie beispielsweise die Länge ihrer Hälse und ihr Aggressionspotenzial) im Spiel stark übertrieben wurden, wodurch sie noch ein wenig spannender sind.

Dino Crisis 2

Dino Crisis ist nicht die beste Anlaufstelle für die spielerische Vermittlung von paläontologischem Wissen, aber das ist schließlich auch nicht die Intention der Reihe. Neben dem für 1999 beziehungsweise 2000 umfangreichen Gameplay ist der Soundtrack eine Erwähnung wert. Die Spannung wird auf den Punkt gebracht und er klang schon damals so futuristisch wie das Szenario, das dargeboten wurde. Regina als weibliche Protagonistin, die ihre männlichen Kollegen rettet, war meine Heldin und ich warte noch immer auf ein Dino Crisis 4. Für immer und ewig.

Tomb Raider

Caroline ValdenaireWährend gefühlt die halbe Spielerschaft das erste Tomb Raider vor allem mit einer weiblichen Spielfigur samt eckigen Pixelbrüsten verbindet, war der Titel für mich jahrelang nur „das Dinosaurierspiel mit dem T-Rex“.

Damals. Vermutlich 1996. Ich hatte bereits einige Erfahrungen mit dem Game Boy gemacht und war bei meinem besten Freund zu Besuch, welcher bei meiner Ankunft gerade ein neues Spiel spielte. Ich setzte mich hinter ihn und begutachtete das pixelige Treiben auf dem Röhrenmonitor. Ein beeindruckender Tyrannosaurus Rex, der König der Echsen, machte ihm und seiner Lara das Leben schwer. Entgegen der populären Darstellung aus Jurassic Park hatte dieser weder Probleme beim räumlichen Sehen – diese Disziplin meisterte er sogar bravourös – noch konnte er ein Auto verfolgen, wohl aber zumindest einen etwas schnelleren Radfahrer.

Tomb Raider

Auch wenn der Tyrannosaurus Rex in Tomb Raider eher behäbig durch die Gegend stolzierte, starb mein Freund viele Tode, schaffte es nach einem harten Kampf dann aber doch irgendwann dieses Biest zu besiegen. Ich war beeindruckt. Noch nie zuvor hatte ich einen virtuellen Dinosaurier gesehen, der sich zudem auch noch dermaßen bissfest zur Wehr setzte (immerhin mit dieser Behauptung hatte man gar nicht mal so unrecht). Seit jeher ist Tomb Raider auch immer „dieses Dinosaurierspiel“ geblieben, da ich auch noch Jahre nach diesem denkwürdigen Augenblick immer wieder forderte, dass er doch bitte „dieses Dinosaurierspiel“ spielen solle, damit ich den T-Rex noch einmal in all seiner Pracht bewundern konnte.

Warpath: Jurassic Park

Christina KutscherDas Beat’em Up mit Dinosauriern hat mich seinerzeit mehr beeindruckt, als ich zugeben möchte. Natürlich spielte ich alles, was sich in das Laufwerk meiner Playstation verirrte und war für jedes neue Spiel dankbar. Diese Tatsache relativiert meine Begeisterung für Warpath: Jurassic Park, aber ich kann nicht leugnen, dass ich wochenlang Feuer und Flamme war, als irgendwann irgendjemand das Spiel in unserem Wohnzimmer liegen ließ. Damals beschrieb ich es als Mortal Kombat mit Dinos, heute würde ich diese Beschreibung ungern durch Fachtermini beeinflussen, einfach weil sie passt. Hier konnte ab 1999 zum Beispiel ein Stygimoloch (aus der Gruppe der Pachycephalosauria, aufgrund ihrer verdickten Schädeldecke auch Dickkopfsaurier genannt) gegen einen Styracosaurus kämpfen (der zur Gruppe der Ceratopsidae gehört, welche durch Nackenschilde und Hörnern am Kopf charakterisiert werden, und folglich mit dem Triceratops verwandt war). Interessanterweise waren beide Reptilien Pflanzenfresser – eine Information, die sich mir durch die Kämpfe nicht erschloss. Stattdessen lernte ich, welcher Dino die stärksten und wirkungsvollsten Attacken hat, welcher flink ist und welcher am gefährlichsten und schnell hatte ich einen Lieblingskämpfer.

Mein Ankylosaurus (laut GEOlino einer der schwersten und bestgepanzerten Dinosaurier) und ich, wir waren unbesiegbar. Warpath: Jurassic Park machte dem Franchise insofern ein wenig Ehre, als dass es ein Museum gab, in dem alle spielbaren Dinosaurier ausgestellt waren und das wenige Informationen mitteilte. Der Versus Mode, in dem zwei Spieler oder Spielerinnen gegeneinander antreten können, war allerdings spannender und so drückten wir wahllos auf Knöpfe, fraßen ahnungslose Tiere, die sich in die Arena verirrten, um uns als MediPacks zu dienen und staunten voller Ehrfurcht, wenn die Dinosaurier am Anfang des Kampfes die Elektrozäune durchbrachen und laut brüllten. Leider ist das Spiel mehr an der Sensationsgier der Spielenden interessiert, die die Reptilien wie Gladiatoren antreten lassen, als an der Zurschaustellung der Echsen.

Warpath: Jurassic Park

The Lost World: Jurassic Park

Christina KutscherNur wenige Tage nach Veröffentlichung des zweiten Jurassic Park-Films erschien das gleichnamige Spiel, The Lost World: Jurassic Park. Für mich war es der Beginn einer Hass-Liebe. Ich spielte den Compsognathus, der aufgrund seiner Größe auch Zwerg-Dinosaurier genannt wird, und lernte schnell, dass es im Reich der Dinosaurier sehr wohl auf die Größe ankommt. Ähnlich eines 2D-Platformers lief ich durch fremdartige Dschungel, fraß andere kleine Dinosaurier und beobachtete das Head-Up-Display, dessen Leisten und Symbole mir nichts verrieten. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Triceratops (das Nashorn mit Halskrause, dessen Schädel und Knochen bisher tatsächlich nur in Nordamerika gefunden wurden), der schon sehr früh im Spiel platziert ist und unbesiegbar schien. Ich verbrachte Stunden damit, ihm auszuweichen und DNA einzusammeln, deren Zweck sich mir ebenfalls nicht erschloss. Giftige Pflanzen, unbekannte Gefahren, ich starb oft – nur um immer wieder ganz vorne anzufangen und zu hoffen, dass ich beim nächsten Mal das Ende des Levels erreichte. Trotz Repetitionen konnte ich das Spiel nicht aus der Hand geben.

The Lost World Jurassic Park

The Lost World: Jurassic Park ist retrospektiv betrachtet ein unangenehmes Spiel, nicht zuletzt wegen der ungenauen Steuerung und dem simplen Gameplay. Es ist ein Spiel über das sinnlose Leben und Sterben eines Compsognathus. Immerhin hat es Dinos, doch leider schafft auch dieses Spiel es nicht, die Vielfalt der Echsen zu zeigen.  In Anbetracht des Alters unseres Planeten waren Dinosaurier, ähnlich wie wir Menschen, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, der nur für kurze Zeit existiert – wie der Compsognathus, dessen Abenteuer nur kurze Zeit andauerten.

Yoshi

Nicole WetzelWenn man Dinosaurier hört, denken die meisten an die gigantischen, furchteinflößenden Urzeitwesen wie den Tyrannosaurus Rex, aber in der Spielewelt gibt es auch putzige Varianten dieser Gesellen. Einer davon ist sogar sehr bekannt und mein Videospielheld, da er meine Kindheit geprägt hat und mich zur Zockerin gemacht hat. Ich hab dem kleinen, grünen Dino also viel zu verdanken, die Rede ist natürlich von Yoshi. Der wohl berühmteste Videospiele-Saurier überhaupt, der derweil schon etliche Auftritte hatte. Egal ob in Yoshi’s Island, als er Baby Mario hilft, zu seinen Eltern zurückzukehren, ob auf der Rennstrecke von Mario Kart, auf dem Kampffeld in Super Smash Bros oder auf dem Spielbrett von Mario Party. Yoshi ist immer dabei, selbst als getreuer Helfer des Klempner-Marios in Spielen wie Super Mario Sunshine oder Super Mario World. Der kleine grüne Dino ist nicht mehr wegzudenken und ein Hauptbestandteil der bekanntesten und wichtigsten Nintendo-Maskottchen.

Yoshi

Jurassic Park: Operation Genesis

Caroline ValdenaireIch finde nicht nur Dinosaurier ziemlich faszinierend, sondern bin auch sehr großer Fan von Wirtschaftssimulationen. Beispielsweise Zoo Tycoon. Als 2003 quasi ein „Bau dir deinen eigenen Jurassic Park“-Tycoon namens Jurassic Park: Operation Genesis veröffentlicht wurde, konnte ich meine Begeisterung kaum bremsen. Das Schlimme daran: dieses Spiel war auch noch verdammt gut und ich verstand bis vor Kurzem nicht, warum es niemals einen adäquaten Nachfolger dafür gab. Immerhin soll mit Jurassic World Evolution im nächsten Jahr endlich Nachschub für all die hungrigen Parkwächter erscheinen. Ob es so faszinierend sein wird wie der quasi-Vorgänger, bleibt natürlich abzuwarten. Aber was kann man bei Dinosauriern schon falsch machen?

In Jurassic Park: Operation Genesis begegneten die Spielenden den bekannten Charakteren aus Jurassic Park, mussten nebenbei amoklaufende Dinosaurier beruhigen, indem man sie vom Helikopter aus mit Betäubungspfeilen beschoss, kümmerte sich um das Tagesgeschäft des Parks und erforschte munter weitere Dinosaurier, die man auf die Besucher jagen konnte. Wer es ruhiger angehen wollte, konnte auch auf Dinosafari gehen. Ein Feature, das ich bis heute in Spielen vermisse. Möglicherweise beeilt sich der Klischee-Milliardär aber auch einfach ein bisschen und baut endlich einen echten Jurassic Park, damit ich meinen Sehnsüchten in der realen Welt nachgehen kann.

Jurassic Park Operation Genesis

Banjo-Tooie

Nicole WetzelDiese gigantischen Urzeitkreaturen faszinieren uns einfach, vielleicht zählt gerade deswegen das Terridaktylusland aus Banjo-Tooie zu meinen allerliebsten Welten aus dem Jump’n Run. Hier treffen wir auf sehr viele Dinosaurier-Arten und selbst die kleinen Stegosaurus-Gegner sehen eigentlich zu putzig aus, um ihnen Leid anzutun. Neben einem Boss-Kampf gegen die Flugsaurier-Mama Terri, einem Pterodactylus, warten noch viele weitere Aufgaben auf Banjo und Kazooie. So helfen wir dem Schlingosaurus, einem Plesiosaurus, bei seinen Magenproblemen, der Styracosaurus-Mutter bei ihren Problemen mit ihren drei Kindern oder kämpfen uns durch das Trampel-Tal und müssen höllisch aufpassen, damit wir uns nicht von einem riesigen Dinosaurierfuß zertrampeln lassen, der wie aus dem nichts vom Himmel herab kommt.

Banjo-Tooie

Das Beste daran: Bär Banjo und Vogeldame Kazooie können sich dank Humba-Wumba selbst in einen Dinosaurier verwandeln und wer wollte nicht schon immer mal einen Dinosaurier spielen? Dann auch noch als den gefürchteten und berüchtigtsten Dino von allem, Tyrannosaurus-Rex! Das Terridaktylusland bildet zudem eine Ausnahme, da es zwei Verwandlungen für uns parat hält. Entweder können wir als putzige, niedliche Mini-Variante des T-Rex durch die Gegend stampfen oder als große, beeindruckende Variante. Auch wenn der T-Rex mit dem blauen Rucksack und der gelben Hose gar nicht mehr so furchteinflößend aussieht, so macht es doch Spaß und erfüllt uns Spielern den Traum, mal selbst als gigantischer Dino die Gegner in die Flucht zu schlagen.

ARK: Survival Evolved

Caroline ValdenaireDas Survival-Genre ist seit Ende 2013, also zugleich mit Beginn der glorreichen Early-Access-Ära, sehr erfolgreich. Dinosaurier hatten es in diesem Genre allerdings nicht ganz so leicht. Vor ARK gab es beispielsweise The Stomping Land, welches allerdings überraschend von dannen stampfte. ARK trat 2015 auf den Plan und hat sich seither zur Survival-Blaupause entwickelt.

In ARK: Survival Evolved erleben wir eine Artenvielfalt, die es in der wirklichen Welt nie gab. Das von Christina erwähnte Mesozoikum lässt sich, wie schon erwähnt, auf die Zeitalter Trias-, Jura- und Kreidezeit herunterbrechen. Wenn man dann allerdings auch noch darauf hinweist, dass allein die Trias etwa 51 Millionen Jahre, der Jura etwa 56 Millionen Jahre und schließlich die Kreidezeit sogar rund 80 Millionen Jahre andauerte, wird einem ziemlich schnell bewusst, dass die Lebenszeit des kleinen Menschen im Vergleich zu der der mächtigen Echsen nicht wirklich erwähnenswert sein sollte.

In 187 Millionen Jahren hatte die Evolution ziemlich viel Zeit, um allerlei Wunder zu vollbringen. Das Ergebnis darf man auch in ARK bestaunen, welches auf Zeitalter scheißt und euch mit der vollen Bandbreite an gefährlichen und auch bezaubernden Lebewesen beeindrucken möchte. Mehr als 100 Lebewesen begegnen euch auf eurem Weg über die gefährlichen Inseln. Darunter nicht nur Dinosaurier, sondern beispielsweise auch der Urvogel Archaeopteryx, welcher eine Übergangsform zwischen den theropoden Dinosauriern und ersten Vögeln war. Zudem erwarten euch Reptilien, Amphibien, Urzeitfische, wirbellose Tiere wie die Trilobiten und sogar Säugetiere, welche sich zeitlich gesehen während der Trias und dem Jura entwickelten. Ein Zusammentreffen der Säugetiere mit den Dinosauriern aus ARK wäre theoretisch also möglich gewesen, auch wenn weit entwickelte Säugetiere wie die Mammuts, Säbelzahntiger oder gar Menschen in der wirklichen Welt noch Zukunftsmusik waren. Die dominierende Spezies wurden die heutigen Säugetiere erst sehr viel später. ARK nimmt es mit der tatsächlichen Geschichte aber nicht ganz so ernst, was insofern gut ist, da wir dadurch viele Dinosaurier kennenlernen dürfen, die sich sonst niemals getroffen hätten. Die Begegnung zwischen Mensch und Dinosaurier gestaltet sich, wer hätte es gedacht, als schwierig.

ARK
Christinasaurus. Fundort: Norddeutschland.

Wir sind ein Überlebender in einer fremden und vor allem sehr gefährlichen Dinosaurierwelt, es gibt überall seltsame Bauwerke mit riesigen Leuchtkegeln, die Erde bebt ob der mächtigen Brontosaurier neben uns, kleine Compsognathus mit wohlwollenden Herzen über dem Kopf rennen auf uns zu und hey, war das gerade ein Riesenhai mit einem Sattel? Wo sonst können wir unserem gezähmten Stegosaurus, habe ich erwähnt, dass man DINOSAURIER ZÄHMEN KANN?, den Namen unserer Freunde verpassen und dann glücklich durch den Dschungel reitend Bäume sowohl mit unserem mächtigen Kampfgewicht von rund 4,5 Tonnen als auch unseren spaßbringenden Schwanzstacheln niederwalzen? Wo können wir ein Baumhaus bauen, welches wir auf dem Rücken unseres Pteranodon verlassen, da der Weg nach unten ja viel zu unbequem ist? (Ich erwähne jetzt nicht, dass der Pteranodon eigentlich viel zu groß ist, um auf einem Baumhaus zu landen und auch nicht, dass die Haltung mitten in einem Wald voller Mammutbäume nicht wirklich artgerecht wäre, da der Gute eigentlich eher Fische bevorzugt.) Wenn wir gerade bei Fischen sind. Habe ich erwähnt, dass ihr auch Unterwasserbasen bauen könnt, welche ihr von eurem 20 Meter langen Megalodon beschützen lassen könnt?

Wer wie ich seit Kindheitstagen zu den euphorischen Hobbypaläontologen gehört, wird mit ARK sehr sehr glücklich. Selbst wenn man sich sonst nicht von Survival-Spielen begeistern lässt, ist die erste Begegnung mit einem mächtigen Sauropoden und der dazu passenden bebenden Umgebung ein magischer Moment, der sich für immer in die Erinnerung einbrennt. Ich weiß nicht, warum die mächtigen Echsen eine solche Wirkung auf uns Menschen haben, aber man muss ja auch nicht alles verstehen, sondern kann die Wunder der Natur auch einfach einmal genießen.

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