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Nächster Halt: Alkohol in Spielen. Schnapsidee und Sanitäter in der Not

Alkohol mag nicht die tödlichste, wohl aber eine der gefährlichsten Drogen der Welt sein. Wie stellt man solch eine Gefahr in einem Medium dar, das größtenteils der Unterhaltung dient? Dafür gibt es offenbar verschiedene Ansätze. Manch ein Vertreter ist sich der Verantwortung bewusst, fokussiert sich auf die Gefahren der Droge und lässt euch im Spiel die Konsequenzen spüren. Andernorts könnt ihr euch wiederum willenlos dem Rausch hingeben, ohne über das Nachspiel des darauf folgenden Blackscreens nachzudenken. Manchmal wird Alkohol sogar als Retter in der Not gefeiert oder er unterstreicht einen ganz besonderen Abschied. Man kann darüber streiten, inwieweit gewisse Darstellungen angemessen sind, wohl aber nicht darüber, warum uns gewisse Szenen einfach in Erinnerung blieben.

Caroline ValdenaireFallout Das Fallout-Franchise ist seit jeher für seine Entscheidungen und entsprechende Konsequenzen bekannt. Zugleich gibt es wohl kein anderes Franchise, in welchem ihr euch so hemmungslos betrinken könnt. Ob Absinth, Bier, Jake Juice, Martini, Scotch, Tequila, Wein, Whiskey oder Wodka. Die Angebotsvielfalt ist quasi erdrückend und verleitet zum Konsum, da man den Spirituosen quasi gar nicht ausweichen kann. Ob und wie viel ihr konsumiert, liegt letzten Endes an euch und der Standhaftigkeit eures Charakters. Und wie im echten Leben hat dies natürlich Konsequenzen. Nicht nur, dass ihr durch den andauernden Rausch an Beweglichkeit einbüßt, ihr wirkt auch weniger charismatisch auf euer Gegenüber. Umso belohnender ist es, wenn man die Sucht nach gerade einmal sieben Tagen Entzug hinter sich lassen kann und die Nüchternheit endlich zu schätzen lernt.
Perfect Dark Aus irgendeinem Grund fällt mir beim Thema Alkohol sofort ein Level aus dem Shooter Perfect Dark ein. Darin seid ihr in der Villa von Daniel Carrington, dem Chef von Johanna Dark, unterwegs. Irgendwann kommt ihr in seinen Weinkeller und zerballert, mehr oder weniger absichtlich, seine Weinvorräte. Aus irgendeinem Grund muss ich bei dem Gedanken schmunzeln, dass ihr dort einfach die unglaublich große Weinsammlung eines Kenners zerballert – sorry.
Caroline ValdenaireRed Dead Redemption Manchmal geht es bei Alkohol in Spielen auch schlicht darum zu testen, wie schnell man den Protagonisten betrunken machen kann. Wir ergötzen uns daran, wie die Sicht von einem Glas zum nächsten langsam verschwimmt, unser Charakter zu torkeln beginnt und am Ende vielleicht sogar dem Alkohol erliegt. In Red Dead Redemption bremst zumindest der Barkeeper die Sensationslust des schaulustigen Spielers vor dem Monitor und macht nach dem achten Glas Halt. Danach folgt eine Art Minispiel, bei welchem wir die Schwerkraft besiegen müssen, die John Marston zu Boden zieht, welches wir aber nicht gewinnen können. Nach einer längeren Ruhepause auf dem Boden wacht er irgendwann wieder vollkommen nüchtern auf, nur um vermutlich den nächsten Rausch auf Befehl des Spielers ertragen zu müssen.
Assassin’s Creed: Black FlagPiraten und Rum gehören einfach zusammen. Es ist also selbstverständlich, dass in den Tavernen von Assassin’s Creed: Black Flag Rum ausgeschenkt wird, den sich Edward James Kenway natürlich gerne gönnt. Immerhin hat er so einige Höhen und Tiefen bereits hinter sich und als Pirat in der Karibik hat man es nicht immer leicht. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein hat, dass der Rum Auswirkungen auf Edward hat, so können wir nach ein paar wenigen Gläsern feststellen, wie der Gute anfängt zu schwanken und nach einem weiteren Glas bekommen wir dafür sogar eine Trophäe namens Hangover. Der Bildschirm färbt sich schwarz und wir erleben nur noch wie Edward in einem Heuhaufen erwacht. Was wohl zwischenzeitlich alles passiert ist? Tja, das bleibt wohl ein ewiges Geheimnis.
Caroline ValdenaireMass Effect ist nicht nur seit jeher voller Entscheidungen, Liebesgeschichten und Commander Shepard, sondern auch voller Alkohol. Im ersten Teil könnt ihr durch Genuss eines alkoholischen Getränks sogar sterben, wenn ihr trotz Warnung eurer Versuchung erliegt. Wortwörtlich. Im zweiten Teil könnt ihr im Verlauf eurer epischen Geschichte für eure Kollegin Doktor Chakwas einen so genannten Serrice Eisbrandy besorgen und diesen gemeinsam mit ihr während eines Gesprächs über die Vergangenheit genießen. In Folge dessen sieht man zumindest, dass man eine solche Flasche nicht nur zu zweit leeren sollte. Im dritten Teil könnt ihr diese Tradition mit ihr wiederholen. Berühmt wurde Commander Shepard aber vor allem durch seine zahlreichen Besuche in allen Bars von Teil 1 – 3. Nicht nur, dass ihr durch die unzähligen Drinks irgendwann fast nichts mehr seht und genügsam durch die Gegend torkelt, manchmal erwartet euch auch eine Zwischensequenz, nach welcher ihr inmitten eurer besorgten Kollegen aufwacht, die euch, zurecht, verurteilen. Schließlich gibt es eine ganze Galaxie zu retten.
Harvest Moon Farmleben kann unglaublich vielfältig sein, das konnte Harvest Moon: Back to Nature nur leider nie besonders gut vermitteln. Das Spiel legte den Fokus auf Monotonie und wer schnell arbeitete und im zweiten Jahr schon alles hatte, hat sich das letzte Jahr nur noch gelangweilt. Ein Glück gibt es da den Winzer Duke und die Weinhändlerin Manna, die unweit der Farm einige Reben anpflanzen, die im Herbst Trauben tragen. Eines der vielen kleinen Minigames ist es also, die Beeren zu pflücken, damit Duke daraus Wein machen kann. Den Wein kann der Spieler kaufen. Im Grunde ist das Weingeschäft in Harvest Moon: Back to Nature recht simpel und trostlos, andere Ableger der Reihe geben sich weitaus mehr Mühe, Alkohol einzubauen. Immerhin können wir Duke betrunken erleben, der gute Herr gönnt sich lieber mehr als zu wenig Wein im hiesigen Gasthaus.

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