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Mittelerde: Mordors Schatten – Orkgemetzel im Test

Mit Mittelerde: Mordors Schatten beschreitet der Entwickler Monolith neue Wege. Ein Open-World-Fantasy-Action-RPG mit starker LotR-Lizenz im Rücken soll den erfolgreichen Einstand des Studios in der neuen Konsolengeneration markieren. Das Spiel ist ab morgen offiziell bei uns im Handel erhältlich. Grund genug für uns, euch zu sagen, ob das Spiel in seinem Genre eine neue Referenz darstellt oder ob es ins Feuer des Schicksalsberges geworfen gehört.

Mittelerde: Mordors Schatten

Die Geschichte

Mittelerde: Mordors Schatten beginnt mit einer kurzen Einführung, in der ihr miterlebt, wie die Frau und der Sohn von Talion, dem Helden des Spiels, ermordet werden. Auch wir selbst bekommen den Hals auf orkische Art und Weise gelüftet, finden uns aber nur Momente später in Mordor wieder. Wie das möglich ist? Im Jenseits treffen wir einen Geist. Aber nicht irgendein Spukgespenst, sondern niemand geringeren als den Schmied der Ringe der Macht selbst, der entscheidet, dass es für Talion noch nicht an der Zeit ist, abzuleben und daher eine Verbindung mit uns eingeht, die uns mit mächtigen Fähigkeiten ausstattet. Und so begeben wir uns auf einen Rachefeldzug gegen die Orktuppen der schwarzen Hand und vergießen dabei hektoliterweise schwarzen Lebenssaft.

Nemesis

Bis es allerdings soweit ist, dass ihr euch munter durch die hochrangigen Orkgeneräle schlitzen dürft, werdet ihr sterben. Und das oft. Und mit echten Konsequenzen, die ihr nicht rückgängig machen könnt. Da ihr anfangs noch keine wirklichen Kräfte, keine Spezialattacken und nur über wenig Lebensenergie verfügt, sind die Kämpfe mehr als nur knifflig. Eine genaue Planung der Attentate ist notwendig, um nicht selbst ins Gras zu beißen. Solltet ihr dennoch einmal das Zeitliche segnen, so greift das im Vorfeld viel beworbene Nemesis-System. Und hier steckt die eigentliche Revolution des Titels: Es gibt bestimmte Posten, die die Orks innerhalb ihrer Armee besetzen können. Diese sind zu Beginn des Spiels fest vorgegeben und entwickeln sich von dort an komplett dynamisch.

So kann es sein, dass euch ein stinknormaler Ork den Garaus macht und dadurch einen ersten nennenswerten Posten besetzt. Danach hat er die Möglichkeit, sich entweder selbst in der Rangordnung nach oben zu schnetzeln oder aber, er trifft erneut auf euch und besiegt euch ein zweites, drittes, viertes Mal und so weiter. Mit jedem Erfolg, die der anfängliche No-Name-Scherge so erzielt, steigt seine Macht und er hat gar die Möglichkeit, sich in die Hauptmannriege der Streitmächte Mordors hochzudienen.

Mittelerde: Mordors Schatten

Ratbag ist ein klassisches Beispiel dafür, wie sich die Orks mit Intrigen und Attentaten in Mittelerde: Mordors Schatten an die Spitze schummeln können. Eigentlich ist dieser Zeitgenosse ein schmächtiger, stinkender kleiner Kerl, der von seinen Artgenossen nur herumgeschubst, beleidigt und drangsaliert wird. Als wir ihn aber in einer Mission befreien, erkennt er unser Potenzial und stiftet uns dazu an, die Reihen der Orkanführer zu lichten. Natürlich nicht ganz uneigennützig. Ratbag beschafft uns Informationen über die Stärken und Schwächen der potenziellen Opfer und nimmt nach einem Siegreichen Kampf deren Platz ein. So schafft es der kleine Widerling innerhalb kürzester Zeit mit unserer Hilfe in die Topriege von Saurons Schergen. Auf diese Art und Weise sorgt das Nemesis-System tatsächlich für eine Welt, die dynamischer kaum sein könnte.

Kampf und Frust in Mittelerde

Allerdings birgt dies auch einigen Frust. So ist es uns beim Spielen immer wieder passiert, dass wir bei den Kämpfen gegen ein Ziel auf einmal von drei weiteren Bossen samt Gefolgschaft eingekesselt wurden und weder eine Chance auf den Sieg, noch eine Möglichkeit zur Flucht hatten. Durch unser konsequentes Ableben levelten dann nicht nur die drei am Kampf beteiligten Bosse auf, sondern auch etliche normale Orks, die so die von uns zuvor „freigeräumten“ Ränge in der Befehlskette besetzen konnten. Diese harte Strafe für den Mißerfolg in einer solch unfairen Kampfsituation schuf so manches Mal enormen Frust und ließ uns den Controller auf den Weg gegen die nächstbeste Wand schicken.

Das Kampfsystem selbst ist dafür großartig gelungen. Ihr schnetzelt euch mit Talion ebenso großartig durch Mittelerde: Mordors Schatten, wie Legolas und Aragorn dies schon in den Kinofilmen getan haben. Dabei wurde offensichlich heftig auf die Batman: Arkham-Spiele geschielt. Denn ihr habt im Kampf lediglich einen Button fürs Zuschlagen und einige kleine Kombos verfügbar. Auf eine Einblendung hin blockt ihr gegnerische Schläge mit einem weiteren Knopf. Obwohl das System derart schlicht gehalten ist, bietet der Titel unglaublich fordernde Kämpfe. Denn bis auf die Standard-Orks fordert jeder Kontrahent eine besondere Herangehensweise. So lassen sich Speerträger nicht von vorne attackieren, da sie einen imposanten Schild vor sich her tragen. Gleichzeitig müsst ihr den geworfenen Lanzen im Kampf ausweichen, um keinen heftigen Schaden einzustecken. Die Bosse selbst offenbaren euch Stärken und Schwächen, die ihr ebenfalls gezielt ausnutzen müsst, um siegreich aus der Schlacht hervorzugehen.

Ein Kommentar

  1. Benjamin Fleschenberg
    Benjamin Fleschenberg

    Bin doch selbst sehr positiv überrascht von dem Spiel. Manchmal ist gut geklaut dann doch halb gewonnen. Das Spiel bedient sich recht offensichtlich bei Batman: Arkham Asylum und Assassins Creed, aber es kommt ein recht gutes Spiel dabei raus. Shadow Of Mordor gewinnt zwar mit Sicherheit keinen Preis für Innovation, macht aber trotzdem Spaß.

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