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Metro 2033 Redux – Review

Nach der Pleite von THQ im Jahr 2012 sah es für so einige Spielserien düster aus. Dazu gehörte auch Metro 2033 und es war durchaus nicht gewiss, ob und wie der Nachfolger Metro: Last Light veröffentlicht wird. Zum Glück für uns Zocker ist Deep Silver in die Bresche gesprungen und sicherte sich die entsprechenden Rechte und Metro: Last Light wurde einer der besten Shooter der letzten Jahre. Mit der Ankündigung, sowohl von Metro 2033 als auch von Metro: Last Light eine Redux-Version zu veröffentlichen, stieß Deep Silver allerdings auf eine Mischung aus Verwunderung, Verwirrung und Ablehnung. Ob die Redux-Version eine sinnvolle Neuveröffentlichung oder ein fieser Cash-Grab ist, das klären wir in unserem Review zur Metro 2033 Redux.

Mein alter Freund Artyom

Als Metro 2033 im Jahr 2012 erschienen ist, hatte es eine ziemlich lange Zeit den Ruf eines Geheimtipps. Zunächst einmal war das Setting ungewöhnlich und es ging mal nicht um böse Terroristen, die den Frieden der Welt bedrohen und von Spezialeinheit Cpt. Price umgeballert werden. Auch spielerisch hob sich Metro 2033 durchaus vom Einheitsbrei ab und beinhaltete Elemente aus den Ecken Stealth und Survival. Da kann man sich durchaus mal die Frage stellen, warum das Spiel dann nur ein Geheimtipp geblieben ist. Auch wenn Metro 2033 in vielen Bereichen großartig war, so war es letztendlich auch kein Spiel ohne Schwächen. Die KI konnte nicht immer überzeugen, die Menüführung war recht fummelig und die Charaktersteuerung war auch nicht ohne Makel. Das waren alles Kritikpunkte, die in Metro: Last Light größtenteils ausgebügelt worden waren. Von daher ist der Gedanke an eine entsprechend aufgebesserte Version von Metro 2033 durchaus angenehm.

Was die Story angeht, so sind Metro 2033 und Metro 2033 Redux identisch. Wer allerdings ein gutes Auge für kleine Details hat, der wird auch hier kleine und feine Änderungen sehen. Wer sich noch an das Intro der normalen Version erinnert, der wird wissen, dass unser Charakter Artyom sagt, das er in der Metro geboren ist. In der Redux Version ist er dagegen in Moskau geboren und hat als Kind Zuflucht in der Metro gefunden. Gerade wenn man die Romanvorlage gelesen hat, ist das ein kleines nettes Detail, was das Spiel noch etwas stimmiger macht.

Metro 2033 Redux

Schöne neue Welt?

Wer weder die Romanvorlage gelesen oder Metro 2033 gespielt hat, der wird in eine dreckige, düstere und faszinierende Welt entführt. Während eines globalen Atomkriegs konnten sich einige Bürger von Moskau in die Metro retten. Zum Glück für die Überlebenden ist die Metro in Moskau nicht nur groß, sondern fungiert in der Spielwelt auch als wahrscheinlich größter Atombunker der Welt. Die Geschichte unseres Spielcharakters Artyom fängt 20 Jahre nach Gang in das unterirdische Exil an. Dort lebt er in der Station WDNCh, eine Station, die es auch im echten Moskau gibt und die ursprünglich für eine Landwirtschaftsausstellung gebaut worden war. Dort fristet Artyom ein zwar recht sicheres, aber auch nicht unbedingt spannendes Leben. Wobei das mit der Sicherheit in der Metro immer so eine Sache ist. In der Postapokalypse gehören nicht nur Hunger und Krankheit zu den Alltagssorgen, sondern auch Mutanten, die auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit durch die Tunnel streifen. Klingt fies, sind aber wie gesagt die Probleme, mit denen man sich in der Metro jeden Tag herumschlagen muss. Nicht alltäglich sind dagegen die Angriffe einer neuen Mutantenart auf die Station, die ganze Außenposten auslöschen und die wenigen Überlebenden in den Wahnsinn verfallen lassen. In dieser nicht gerade angenehmen Lage bekommt die Station Besuch von dem hartgesottenen Hunter, seines Zeichens Mitglied eines geheimnisvollen Ordens, der geschickt worden ist, um der Sache nachzugehen und diese zu beenden. Hunter beauftragt Artyom im Falle seines Verschwindens zur Station Polis zu gehen und dort seinen Ordenskollegen Bericht zu erstatten. Hier möchten wir aber auch nicht zu viel von der Story verraten. Entscheidend ist, dass Hunter nicht auftaucht und Artyom seine Reise zur Station Polis beginnt. Auf unserer Reise müssen wir uns nicht nur zähnefletschenden Mutanten, Anomalien und Strahlung stellen, sondern auch mit den weniger freundlichen menschlichen Bewohnern der Metro. So wirft uns das Spiel in einen düsteren Strudel, der immer wieder die Frage aufwirft, bei wem es sich um die größeren Monster handelt: Mutanten oder unsere Mitmenschen …

Metro 2033 Redux

Verbesserungen und vergebene Chancen

Dass sich bei der Story in Metro 2033 Redux wenig tun wird, war zu erwarten. Beim Gameplay sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Gier gibt es gute und auch schlechte Nachrichten. Gerade das Gunplay ist dank der Verbesserungen wesentlich flüssiger, hier kann Metro 2033 Redux ordentlich punkten. Ebenfalls wurde die Menüführung verbessert und man hat nun endlich eine vernünftige Übersicht, was die eigene Ausrüstung angeht. Allerdings hat man auch Chancen vertan, andere Probleme zu lösen. Metro 2033 Redux bietet, wie auch Last Light, erweiterte Schwierigkeitsgrade, die z.B. das HUD (Head-up-Display) minimalisieren. Das ist für Leute, die es etwas härter mögen, eine gute Sache, bringt aber in gewissen Situationen auch so eine Probleme mit sich. Es spielt sich zwar ohne HUD recht angenehm, ist aber weniger praktisch, wenn auch Tasten für Quick-Time-Events nicht eingeblendet werden und man somit wild auf sein Keyboard einschlagen muss, um die richtige Taste zu erwischen. Dasselbe Problem gibt es bei der Auswahl von Wurfwaffen. Auch dort fehlt das entsprechende Element im HUD, sodass man wieder lange probieren muss, bis man die richtige Granate gefunden hat. Das sind Probleme, die es bereits in Metro 2033 gegeben hat, und es ist verwunderlich, dass man in Metro 2033 Redux die Chance nicht genutzt hat, solche Probleme zu lösen.

Metro 2033 Redux

Am meisten glänzen kann Metro 2033 Redux mit Sicherheit in den Bereichen Grafik und Sound. Hier kann die neue Version mit erweiterten Licht-, Partikel- und Physikeffekten punkten; ganz auf dem Niveau von Last Light. So wirken die düsteren Tunnel und Stationen noch stimmungsvoller als in der Originalversion, und auch im Jahr 2014 sieht Metro 2033 Redux ziemlich gut aus. Was gerade in dem Bereich allerdings negativ auffällt, sind die Animationen und Gesichter der Figuren im Spiel. Hier hat man offensichtlich nicht nachgebessert und gerade in der neuen, guten Beleuchtung sehen die Gesichter der Bewohner der Metro ziemlich alt und schwach aus. Ebenfalls hat das aus Last Light bekannte dynamische Musiksystem Einzug in Metro 2033 Redux gehalten und untermalt das Spielgeschehen noch einen guten Tacken eindrucksvoller. So ist Metro 2033 Redux eine ziemlich runde Sache. Die Frage bleibt natürlich noch, ob sich die neue Version wirklich lohnt?

Metro 2033 Redux
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