Home » Artikel » Kolumne » MeFirst Motzt – Gaming’s most hated

MeFirst Motzt – Gaming’s most hated

Auch im Jahr 2015 werden Videospiele in vielen Medien noch etwas seltsam behandelt, die Spanne geht da von ‚belächelt‘ bis ‚verteufelt‘. Besonders kurios wird es dann, wenn große Magazine der Leitmedien sich der Thematik annehmen. Wenn zum Beispiel der Spiegel über Videospiele schreibt, dann wird es zumindest für mich meistens auch oft unfreiwillig komisch. Anscheinend hat man das jetzt, zumindest zum Teil, dort auch begriffen, und so veröffentlichte man jüngst den Artikel Gaming’s most hated der Zeitschrift WASD.

Dieser Artikel spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder. Dementsprechend sind Aussagen im Text nicht als die Gesamtmeinung von Gameplane.de zu verstehen

Zwar ist mir natürlich der Begriff bekannt, die Zeitschrift aber nicht. Mal kurz auf die Homepage gegangen und es fängt direkt schon mal mit ordentlichem Understatement an:

Das beste Gaming-Magazin Deutschlands

Immerhin zitiert man sich da nicht selbst, sondern überlässt das dem Magazin Nerdcore. Wie wir ja alle wissen, sind Aussagen die von Dritten getätigt werden auch grundsätzlich immer glaubwürdiger.

Dafür, dass es das beste Gaming-Magazin Deutschlands ist, und dort das who is who des deutschen Gamingjournalismus vertreten ist, fällt es zumindest mir schwer, dort Namen zu sehen die ich auch kenne. Design ist aber auch nicht mein Fachgebiet, denn bis jetzt haben die Damen und Herren nur Preise für Design bekommen. Da ich jedoch keine Hornbrille trage und auch keinen Undercut habe, fehlt mir da aber auch einfach die Kompetenz. Aber genug davon, denn was mich eigentlich nervt ist der entsprechende Artikel. Der befasst sich mit den Gaming’s most hated und nennt sechs Personen die sich nicht gerade größter Beliebtheit erfreuen. Auf der Liste stehen:

Anita Sarkeesian
Das sympathische Gesicht des radikalen Feminismus. Die Dame besticht ja besonders durch ihre Fachkompetenz und eine angenehm flexible Einstellung zum Thema Wahrheit.

Peter Molyneux
Wenn ich etwas in meinen Rund 20 Jahren Gaming gelernt habe, dann, dass auf diesen Mann immer Verlass ist. Wenn Meister eine Pressekonferenz gibt, dann kann man sich sicher sein, dass seine Versprechen auch eingelöst werden.

Adam Orth
Ein weiterer Meister der Kommunikation mit der Presse und seinen Kunden. Gerade seine revolutionären Ideen zum Thema Onlinezwang sind ziemlich gut angekommen.

Markus Notch Persson
Der Mann ist das Symbol dafür, dass man nur eine gute Idee braucht, um reich zu werden. Die besten Ideen hat man auch nicht selber, sondern die haben andere Leute für einen und man muss sie nur aufgreifen.

Phil Fish
Ein weiterer Meister im Bereich Sozialkompetenz. Niemand kann dem Herrn das Wasser reichen, wenn es um den geschickten Umgang mit Social Media wie Twitter geht.

David Vonderhaar
Bei dem fällt mir kein sarkastischer Kommentar ein. Der Mann macht wirlich nur seinen Job

Und so kommt man auch wieder von der Sarkasmus-Schiene runter. Was nervt mich also an dem Artikel? Dass er gerade bei den wirklich kontroversen Figuren die eigentliche Kritik maximal anschneidet oder einfach auslässt.

Bei Notch regen sich die meisten Spieler nicht über seinen Kontostand auf, sondern dass er sich bei der Grundidee für Minecraft mal ordentlich bei Infinminer bedient hat und diverse Versprechungen bezüglich Minecraft nicht eingelöst hat. Davon abgesehen hat er einen dummen Hut auf.

Adam Orth ist wegen seiner diversen Statements zum Thema ‚always online‘ gekündigt worden und nicht nur wegen eines deal with it. Das lag eher an seiner gezeigten Ignoranz bezogen auf Leute, die keine gute Internetanbindung haben, weil sie eben nicht in großen Städten leben.

Peter Molyneux verspricht gerne das Blaue vom Himmel und wundert sich dann nicht nur, wenn Leute fragen wo denn das gute Wetter bleibt, sondern präsentiert sich auch dann als äußerst beleidigte Leberwurst.

Ähnlich und nur noch eine Stufe besser hat sich Phil Fish präsentiert. Während Molyneux einfach nur beleidigt ist, kommt bei Fish noch die Komponente Beleidigung dazu. Der Mann hat wahrscheinlich mehr Zeit mit Beleidigungen auf Twitter verbracht, als aktiv eigene Spiele entwickelt.

Hach, im Grunde gesehen kommen wir jetzt zu meinem Liebling. Okay Frau Sarkeesian hat einen akuten Fall von bitchy resting face, aber dafür kann sie nichts. Dabei ist es auch viel leichter, sich inhaltlich mit der Dame zu beschäftigen. Ich bezweifle stark, dass die meisten Leuten etwas gegen ihre manchmal ziemlich wirren Thesen hätten, wenn sie von einer Person mit Fachkompetenz kommen würden. Nicht besser macht man es durch das Vorgeben von Kompetenz, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Die Dame ist in diversen Kreisen eher unbeliebt, weil sie sich fachlich inkompetent zeigt, überaus opportunistisch ist und keine inhaltliche Kritik zulässt. Dabei sind die meisten ihrer Thesen arg konstruiert, und das wahrscheinlich eher weniger um für mehr Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen, sondern eher damit der eigene Geldbeutel noch etwas dicker wird.

Vielleicht also mal etwas mehr Zeit und Arbeit in den Inhalt und nicht nur in die Aufmachung stecken. Trotzdem natürlich (ganz ohne Ironie und Sarkamus) viel weiteren Erfolg für WASD. Hübsch könnt ihr nämlich wirklich gut.

Sag uns deine Meinung:

Auch interessant!

Kolumne Paper Mario

Kolumne: Der Leidensweg der Paper Mario-Reihe – Teil 1

Die Paper Mario-Reihe zählt zu einer meiner liebsten Videospiel-Reihen, leider aber auch zu einer der ...