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MeFirst Motzt – E3 = Schmierentheater

Seit ca. einem Jahr habe ich keinen Fernseher mehr. Den Grundstein für diese Entscheidung gab es allerdings schon etwas länger. Der Zeitpunkt, ein Umzug war einfach günstig und deshalb kommt meine neue Wohnung ohne Flimmerkiste aus. Warum? Weil einfach nur noch ziemlich wenig im Fernsehen läuft, was ich sehen will und den Rest kann ich über das Internet (Serien) oder bei Freunden (Sport) gucken. Nun ist wieder E3 und man wundert sich schon fast, warum das nicht im Fernsehen läuft. Ich habe mit Kollegen im TS gehockt und einige Pressekonferenzen gesehen und würden die im Fernsehen laufen, dann wäre das wieder ein Argument mehr gegen den Besitz eines Fernsehers gewesen.

Mein Kurzfazit für diese Werbeveranstaltung sieht in etwa wie folgt aus:

Eigentlich wie QVC, nur mit mehr Geld und schlechteren Schauspielern.

Was für ein Affentheater ist das eigentlich? Okay, man kann die Konferenzen einfach als das akzeptieren, was sie sind. Nämlich eine große Dauerwerbesendung und Werbung ist auch nicht automatisch verkehrt oder schlecht. Allerdings: Für wie dumm hält man eigentlich die Zuschauer? Was mich ankotzt, ist nicht die Tatsache, dass man dort einfach nur simple Eigenwerbung macht, sondern eher die Art, wie man es macht. Manch einer wird sich fragen, was die Einleitung mit dem Fernseher im Text hier eigentlich sollte, aber jetzt wird die Brücke geschlagen. Gerade im Bereich „Gaming“ ist es ja trendy sich über Film und Fernsehen aufzuregen. Die Filme, die ins Kino kommen sind ja sowieso alle beschissen und Fernsehen ist ja auch nur noch Hartz IV TV und Volksverdummung. Bei einer Veranstaltung wie der E3 wird aber laut geklatscht und gejubelt. Der Witz dabei ist, dass gerade die Leute, die dort auf der Bühne stehen, oft so authentisch sind, wie die Laiendarsteller bei Frauentausch. Gestern Nacht habe ich im Kreise der Kollegen einen vielleicht leicht überspitzen Witz gemacht und gefragt wo eigentlich Al-Qaida ist, wenn man sie denn mal braucht. Wenn jemand diese Veranstaltung sprengen würde, dann wäre zumindest in den Bereichen Kompetenz und Glaubwürdigkeit nicht viel verloren gegangen. Weil wir im Jahr 2015 sind und man so Witze ja nicht mehr unkommentiert machen darf, kommt hier dann auch noch der Kommentar dazu:

Terrorismus und Gewalt im allgemeinen sind keine guten Sachen und nicht unterstützenswert und das Schlimmste, was ich Leuten manchmal wünsche, sind leichte Kopfschmerzen am Morgen.

Trotzdem gibt es für mich viel Grund sich zu ärgern. Los geht es mit den menschlichen Pappaufstellern, die einen Schnellkurs in Overacting gemacht haben und uns erzählen, wie sehr sie doch Gaming und besonders die Fans lieben. Weiter geht es mit so grandiosen Aktionen, bei denen man vier Leute mit Gamepads auf die Bühne schickt, damit die Leute den Eindruck haben, dass die sorgfältig gescripteten Videos auf der großen Leinwand wirkliches Gameplay wären. Glauben das die Leute eigentlich wirklich, oder nehmen die das inzwischen einfach schon wortlos hin? Rein rechtlich gesehen ist da alles in Butter, aber wie sieht es mit Moral, Selbstachtung und Authentizität aus? Gerade der Punkt der Authentizität wird ja gerne mal von Gamern in den Raum geworfen, aber bei den ganzen Konferenzen habe ich davon herzlich wenig gesehen. Die noch sympathischste Präsentation, die ich gesehen habe, bestand aus einer jungen Dame in blauer Bluse, die in statischer Haltung und leblosen Armen  auf der Bühne stand und den Eindruck machte, als wüsste sie auch nicht warum sie hier eigentlich gerade steht und das ist für mich dann doch recht bezeichnend für diese Veranstaltung

2 Kommentare

  1. Benjamin Fleschenberg
    Benjamin Fleschenberg

    Bitte richtig lesen. Denn anscheinend hast du die Kernaussagen entweder übersehen oder nicht verstanden. :)

    Ich habe mich nicht gegen Werbung ausgesprochen, sondern gegen die Art und die Präsentation und das besonders im Zusammenhang mit der angeblichen Authentizität die von Spielern, Entwicklern und Publishern immer so gerne propagiert wird.

    Grundsätzlich kann man aber auch durchaus den Sinn einer Veranstaltung wie der E3 hinterfragen. Denn die Präsentation könnte man in meinen Augen nämlich durchaus besser und ehrlicher und weniger aufgeblasen und selbstverliebt machen.

  2. Was ein geistiger Müll… Wieso haut der Autor zuerst irgendwas mit al-Quaida raus und entschuldigt sich dann im nächsten Satz scheinheilig dafür? Ja wir leben in 2015, wie im Text erwähnt, und in 2015 läuft so eine Messe eben nach solchen Richtlinien ab. Natürlich machen die da Werbung für ihre Spiele, was sollen die denn sonst anderes machen? Da soll informiert und Verlangen nach neuen Spielen gemacht werden. Augen auf und willkommen im Kapitalismus. Was erwartest du denn von so einer Veranstaltung? Daß da das Rad nicht neuerfunden wird, dürfte jedem halbwegs normaldenkenden Teenager klar sein. Der Text liest sich für mich wie eine Hasstirade eines frustrierten Menschen, der selbst nie ne Messe besucht hat. Rebel without a cause…

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