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Kolumne: Der Leidensweg der Paper Mario-Reihe – Teil 1

Die Paper Mario-Reihe zählt zu einer meiner liebsten Videospiel-Reihen, leider aber auch zu einer der Reihen, die viele Veränderungen mitmachte und somit ihre grandiosen Höhen bis zu enttäuschenden Tiefpunkten erlebte. Ein Leidensweg, den nicht nur die Reihe selbst durchlebt, sondern auch die Fans, was sich besonders in den unterschiedlichen Meinungen dazu wiederspiegelt. Ich, als großer Fan von dem Papier-Klempner, möchte mich daher in der Kolumne zu den Höhen und Tiefen der Serie äußern und meine Emotionen mit euch teilen. Sei es Freude, Trauer, Enttäuschung oder gar Wut, denn manchmal tut es einfach gut, sich einmal auszusprechen.

Eine große Ära wurde geboren

Der erste Paper Mario-Ableger erschien am 5. Oktober 2001 in Europa für die gute, alte Nintendo 64 und war damals noch recht unbekannt. Nicht nur der Grafikstil machte den Titel besonders und einzigartig, sondern auch, dass es das erste Rollenspiel im Mario-Universum war, zumindest aus europäischer Sicht. Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars erschien nämlich ausschließlich in Japan und Nordamerika für die SNES und ist eigentlich der Vorgänger zu Paper Mario, welches wiederum Super Mario RPG 2 heißen sollte. Da Nintendo am Super Mario RPG allerdings nicht die alleinigen Rechte besaß, sondern auch Square Enix, welche später nicht mehr mit an Bord waren, konnte Nintendo kein Super Mario PRG 2 entwickeln und benannte den Titel daher kurzerhand in Paper Mario um und fügte den berühmten Papieroptik ein. Es war also nicht von Anfang an geplant, ein Spiel im Papier-Look zu kreieren. In Paper Mario 1 waren die Spielwelt und die meisten Objekte noch dreidimensional und lediglich die Figuren im zweidimensionalen Papier-Look. Es wurde längst noch nicht derart mit dem Papiereffekt gearbeitet und dennoch konnte es schon damals mit seinem einzigartigen Charme überzeugen.

Neben dem RPG-Genre und der Papieroptik gibt es noch weitere Besonderheiten, die Paper Mario so einzigartig und besonders machen. Paper Mario erzählt eine unglaubliche und umfangreiche Story mit viel Text und Humor. Auch wenn in Paper Mario für die N64 mal wieder Peach mitsamt ihrem Schloss von Bowser entführt werden, überzeugt die Geschichte mit viel Tiefe, Überraschungen und Humor, welche sie den vielen unterschiedlichen Charakteren verdankt.

Paper Mario
Der einzigartige Grafikstil besticht das Auge.

Teils trefft ihr sogar auf Charaktere, die im Mario-Universum nicht allzu bekannt sind, aber auch auf bekannte Charaktere wie Toads, Gumbas oder Koopers, die allerdings meistens ein individuelles Design haben und sich dadurch sowohl optisch als auch charakterlich von allen anderen unterscheiden. Entsprechend wird jeder Figur ein Wiedererkennungswert verpasst. Genau dies ist der Punkt, den ich an Paper Mario am meisten geliebt habe, da nicht jeder Charakter dem anderen gleicht und dadurch viel Leben in die einzelnen Figuren eingehaucht wurde. Einige Figuren erzählten sogar ihre eigene kleine Geschichte.

Charmante und unterhaltsame Begleiter

Hinzu kommt, dass Mario nicht alleine auf seiner Reise war, sondern von einer ganzen Handvoll Charaktere begleitet wurde, denen er nach und nach begegnete und die sich ihm anschlossen. So reist Mario im ersten Teil beispielsweise mit dem sympathischen Gumba namens Gumbario, dem schusseligen Postboten Parakarry, der sturköpfigen und hochnäsigen Lady Buu oder auch mit der strengen Cheep-Cheep Dame Sushie und noch einigen mehr. Wir begegnen Charakteren, die man aus dem Mario Universum eigentlich nur als stumpfe Gegner kennt und die hier nun als vielseitige und teils sehr nette Gesellen auftreten und eben nicht nur die Rolle der Gegner, sondern auch Rollen als Freunde übernehmen.

Jeder eurer Reisebegleiter verfügt auch über spezielle Fähigkeiten – sowohl im Kampf als auch auf der Overworld. Jeder Charakter hat seine eigene kleine Geschichte und seinen eigenen Beweggrund, warum er Mario begleitet. Genau das alles macht Paper Mario zu einem grandiosen Spiel, mit einer wirklich fesselnden Geschichte, die auf den ersten Blick altbekannt wirkt, durch die vielen tollen Charaktere und den Humor allerdings voller Überraschungen und Spannung steckt. Die simple Geschichte, dass Peach immerzu von Bowser entführt wird, wird in Paper Mario mit vielen exzellenten Details ausgeschmückt, was zeigt, dass man mit viel Kreativität und Variation sehr viel herausholen kann.

Paper Mario
Die charmanten Begleiter von Mario, waren für mich das Highlight in Paper Mario

Das Spiel beinhaltet so viel Liebe in jedem noch so kleinen Detail, was sich nicht nur bei den Charakteren äußert, sondern auch in den abwechslungsreichen Kapiteln, in welchen ihr unterschiedliche Gebiete bereist und das ein oder andere geniale Rätsel lösen müsst. Paper Mario steckt voller Überraschungen und hat mich in so vielen Punkten fasziniert und begeistert, wie kaum ein anderes Spiel. Auch jene Passagen, in denen ihr als Spieler die Rolle von Peach übernehmt und die Geschehnisse aus ihrer Sicht erlebt, wenn ihr euch aus eurem Zimmer schleicht und dabei versucht, Mario neue Informationen zuzuspielen, waren neu und erfrischend sowie sehr gut inszeniert.

Das Kampfsystem, das sich bei vielen RPG-Elementen bedient, bringt Abwechslung und frischen Wind in das Mario-Franchise. Zudem sind die rundenbasierten Kämpfe gar nicht mal so einfach und besonders die Bosskämpfe sind sehr herausfordernd, da sie oftmals viel Taktik und Geschick erfordern. Ich für meinen Teil erinnere mich sehr gerne an Paper Mario zurück und habe den Titel sogar weitaus mehr gefeiert als Super Mario für N64. Es war wie der Beginn einer großartigen Liebesgeschichte, nur dass ich noch unwissend darüber war, dass diese Liebesgeschichte bald in einem Drama endet, aber in Teil 2 meiner Kolumne erst einmal ihren Höhepunkt erlebt.

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