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Kais Kolumne – Na, immer noch online?

Ich bin ja ein moderner Mensch. Neue Medien sind für mich kein Thema, ich bin damit aufgewachsen und scheue nicht davor zurück, Trends zu testen und mich darauf einzulassen. Lange Zeit habe ich mich dagegen gewehrt, ein Smartphone zu besitzen. Telefonieren und SMS schreiben kann ich auch mit meinem alten Handy, dachte ich. In Wirklichkeit wusste ich, dass mit einem Smartphone ein weiterer Zeitfresser in mein Leben Einzug halten würde.

Inzwischen bin ich abhängig, aber ich habe den Drang, andauernd auf mein Smartphone zu gucken, unter Kontrolle. Meistens vibriert es im Sekundentakt, weil meine Gameplane-Kollegen bei Whatsapp spammen.

Eigentlich schweife ich völlig ab. Die Kernaussage war, dass ich kein Problem damit habe, wenn alte Dinge gehen und neue kommen. Zumindest was die Medien angeht. Der Game Boy war cool, der SNES war mein Freund, aber heute gibt es noch cooleres und noch bessere Freunde. Retro ist nett, aber wenn man andauernd in der Vergangenheit lebt, dann wird man irgendwann so ein bisschen staubig und rostet ein. Und dann sieht man, wie alle andere an einem vorbeihasten und man selber schafft es kaum, sich das Moos von den Schuhen zu wischen. Ehe man sichs versieht, hängt man so weit hinterher, dass sich das Einlassen auf Neues in der Art gestaltet, wie man sich das von den Omis und Opis vorstellt, die gerade das erste Mal „Internetz“ entdeckt haben.

Im Gaming-Bereich jagt ein Fortschritt den Nächsten. Ich sprach von meiner Zukunftsvision und den Aussichten, wie es sich mit virtueller Realität verhalten könnte, was die Konsolen der Zukunft leisten könnten und ob das Bezahlmodell für Smartphones auf lange Sicht Bestand haben wird.

Und ja, langsam nähere ich mich dem eigentlichen Thema dieser Kolumne, ich schrieb auch über das Spielen im Multiplayer-Bereich und dass ich damit eigentlich gar nicht so viel anfangen kann.

Heute möchte ich auf einen Fortschritt der letzten zehn Jahre zu sprechen kommen, der die Gaming-Branche in einem Würgegriff sondergleichen hält: Das Internet und der Online-Zwang.

Hilfe, ich bin schon wieder online!

Sich zu vernetzen ist cool, man kann Achievements vergleichen, von Buxtehude aus mit einem Südkoreaner Battlefield zocken, mit einem halben Dutzend Kinder aus der ganzen Welt in Little Big Planet kurioses Level bestreiten und exklusive DLCs und Updates erhalten, wann immer ein Spiel verbugt ist oder Gefahr läuft, langweilig zu werden. Ja, das ist wirklich nett, das streite ich nicht ab, aber was mich so richtig, so überaus grandios zur Weißglut treibt, mir die Pelle vom Leib platzen lässt, meine Adern sich wie tollwütige Wattwürmer rotieren lässt, das ist die überaus hirnrissige und überhebliche Voraussetzung, online sein zu müssen, um ein bestimmtes Spiel zocken zu können.

Es tut mir Leid, in dieser Beziehung bin ich extrem altmodisch, und das werde ich auch im Rentenalter noch sein, wenn ich mich selber brummeln höre: „Früher war doch alles besser.“ Früher, da hast du dir ein Spiel gekauft. Und es gehörte dir. Du konntest entscheiden, wann und wo du es spielst. Uhrzeit? Egal! Ob hunderttausende andere Kinder gleichzeitig zocken? Egal! Du hattest einen nervigen Programmierfehler im Spiel? Da musstest du zusehen, wie du damit klar kamst!

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