Home » Artikel » Specials » Kais Kolumne – Monsterbrüste verkaufen sich besser

Kais Kolumne – Monsterbrüste verkaufen sich besser

Pixelbrüste for the win.

Letztens gab es eine Debatte über das Frauenbild in Videospielen, Sexismus und die allgemeine Herabwürdigung des weiblichen Geschlechts. Das ist ein Thema, das immer und immerwieder auf den Tisch kommen wird, genau wie jenes der Killerspiele, wenn irgendwo auf der Welt mal wieder jemand ausrastet und Counter Strike in seinem Regal stehen hat. Inhaltlich werde ich mich dazu jetzt nicht äußern, denn beide Thematiken drehen sich argumentativ im Kreis und sind bis aufs Letzte ausgeschlachtet.

Ich möchte einen kleinen Blick auf digitale Damendrüsen werfen und ergründen, wie sich die Zielgruppe zusammensetzt.

Kantige Geometrienippel vs. wohlgeformte Brüste

Evolution von Lara Croft
Die Frau hat definitiv ein Problem mit ihrem Selbstwertgefühl

Frauen in Videospielen habe eine enorme Wandlung miterlebt. Konnte man in den 1980er Jahren Frauen, wenn sie denn überhaupt in Videospielen vorkamen, höchstens daran erkennen, dass sie einen Pixel mehr auf dem Brustkorb besaßen (Profilansicht), wandelten sie sich im Laufe der Jahre zu wahren Östrogen-Monstern, die jede reale Frau erblassen ließen. Lara Croft war damals richtig heiß mit ihren Pyramiden-Busen und den kantigen Gesichtszügen, bei Larry Laffer waren die Frauen in der Regel dumm wie Brot, aber mehr als gut bestückt.

Soul-Calibur-5ivy
„Ob ich Rückenschmerzen habe? Warum fragst du?“

Samus Aran bildete übrigens eine züchtige Ausnahme. Die Protagonistin aus Metroid versteckte ihren androgynen Körper in einem metallischen Panzer, sodass niemand auf frivole Gedanken kommen konnte. Gottseidank konzentrierte sich die Dame nur aufs Ballern und Kugeln und ließ ihre weiblichen Reize an anderer Stelle wirken, wovon wir nie etwas mitbekamen.

Doch es gibt auch Spiele, in denen Frauen mit derart überdimensionierten sekundären Geschlechtsmerkmalen dargestellt werden, dass einem Angst und Bange wird. Wenn die Oschis einer Frau auf dem Cover eines Games das Bild dominieren, dann frage ich mich ernsthaft, wen der Publisher damit ansprechen möchte. Kann man ein Videospiel tatsächlich nach dem alten Motto „Sex sells“ an den Mann bringen? Wie verzweifelt muss man sein, um eine Physik-Engine zu entwerfen, die ein realistisches Wackeln von Brüsten berechnet? Und wie noch verzweifelter muss man sein, um ein Spiel aus genau diesem Grund zu kaufen?

Ups, falsche Kameraperspektive. So ein Ärger … lechz

Dead Or Alive 5
Stünde am Strand von Malle ganz klar im Mittelpunkt

Die Hexe aus Bayonetta hat uns gezeigt, dass selbst im härtesten Kampf mit den übelsten Monstern immer noch Zeit ist für einen gepflegten Blick unters Röckchen. Dead Or Alive ist völlig auf verdorbene Männerfantasien ausgelegt, welche Spiele im Internet kursieren, darf ich hier leider nicht nennen, aber ich sage es mal so: Beim Spielen sollte man die Tastatur mit einem Tuch bedecken, wenn man nicht möchte, dass eeeinee deer Tasteeeen immeer kleeeeemt.

Wir wissen alle, bewusst und unbewusst, worauf es bei einem guten Spiel ankommt. Noch nie, wirklich noch nie habe ich meine Kaufentscheidung davon abhängig gemacht, ob die Protagonistin Körbchengröße G hat, denn welche Vermutung liegt nahe, wenn Atombusen das Cover zieren? Richtig: Das Spiel ist sagenhaft schlecht und versucht verzweifelt, wenigstens die höchstwahrscheinlich winzige Zielgruppe verklemmter Eigenbrötler zum Kauf anzuregen, nein, zu erregen.

Zauberin
Schädels großer Tag

Dass die meisten dieser Spiele aus Japan kommen, wundert niemanden. In einem Land, in dem sogar Wireless-Penis-Controller für ein Erotikspiel verkauft werden, sind Frauen mit großen Brüsten der Normalfall.

Habt ihr euch schon mal dazu hinreißen lassen, ein Spiel zu kaufen, weil ihr große Busen versprochen bekommen habt? Also nur zum Angucken, nicht zum selber bekommen. Schreibt es doch in die Kommen… na, das macht ihr in dem Fall ganz sicher nicht. Dann lasst mich doch einfach wissen, ob ihr ein Spiel bereits gekauft habt, obwohl keine großen Brüste auf dem Cover waren …

Ein Kommentar

  1. Kevin Pliester

    Ganz ehrlich: Ja! Auch Spiele die durch Moddingsupport den Frauen etwas „Realität“(?) in Form von „bouncing“ verschaffen. Ich mag das irgendwie und ich schaue es mir auch gerne an. Meine Frau hat da auch nichts gegen. Sie findet das ab und an sogar lustig.

    Ist aber alles (leider!) weniger geworden. Meine ich zumindest.

Sag uns deine Meinung:

Auch interessant!

Releases Games November

Die interessantesten Games der kommenden Woche: 20. bis 26. November

Der November 2017 scheint nicht mehr allzu viel parat zu haben und beginnt bereits zu ...