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Kais Kolumne – Heute schon ein Achievement verdient?

Das erste Mal kam ich mit Achievements 2008 in Berührung, nämlich als für die PS3 mit der Firmware 2.40 die Trophäen eingeführt wurden. Ich fand das großartig, ich konnte Pokale gewinnen, wow. Ich hatte noch nie einen Pokal gewonnen, bei den Bundesjugendspielen bekam ich immer eine Teilnehmerurkunde. Und jetzt das!

Gleich mit dem ersten Spiel, ich weiß leider nicht mehr, welches das war, ratterten mir dutzende Bronzetrophäen ins virtuelle Sammelregal. Bronze … naja. Hin und wieder schlich sich mal eine Silbertrophäe hinein, ganz selten bekam ich eine Goldtrophäe. Die kann ich aber auch heute noch an einer Hand abzählen. Und dann gibt es da noch die Platintrophäe, die man in der Regel bekommt, wenn man alle Trophäen hat und das Spiel auf dem schwierigsten Schwierigkeitsgrad mit allen verfügbaren Charakteren in allen vier Quartalen täglich zwischen 18.00 Uhr und 18.30 Uhr und mit nur einer Hand besiegt hat. Ich habe bis heute keine Platintrophäe und schaue erstaunt, wenn ich durch verschiedene Gamer-Profile stöbere, dass es dort tatsächlich Leute gibt, die eine zweistellige Anzahl an Platintrophäen besitzen.

gta 4 achievementKrasser Penisvergleich! Ehrlich gesagt demotivieren mich solche Pro-Gamer zutiefst, sodass meine Motivation, Trophäen zu ergattern, von Mal zu Mal sinken. Ganz drumherum komme ich ja ohnehin nicht, denn Trophäen gibt es bereits, wenn man das Spiel gestartet hat oder den Pause-Knopf das erste Mal genutzt hat. Juhu, ich bekomme eine Trophäe, weil ich bei GTA IV in ein Auto gestiegen bin.

Sagt mal: Wollt ihr mich verarschen? Trophäen bekommt man doch für besondere Leistungen, oder nicht? Dieses inflationäre Raushauen der Preise mindert den Wert ungemein. Natürlich haben Kiddies, die noch zur Schule gehen und ansonsten kaum Verpflichtungen haben, hunderte, wenn nicht sogar tausende Trophäen, weil sie ja auch entsprechend viel Zeit zum Zocken haben.

Das macht die Jagd auf die Achievements, wie sich später dieser Begriff durchsetzte, obsolet.

Der Sinn hinter den Achievements

Achievements sollen die Langzeitmotivation an einem Spiel aufrecht erhalten, was von der Grundidee her auch gar nicht mal so schlecht ist. Man muss bedenken, dass die Zeit, die ein Spiel von der Idee bis zur Veröffentlichung braucht, ausgesprochen lang ist. Da rauchen Köpfe, Tränen fließen, jeder Programmierer steckt sein Herzblut ins Leveldesign, in die Story, in die versteckten Kleinigkeiten und so weiter. Das kann man übrigens gerade gut bei Hellblade beobachten, wo die Entwickler die potentiellen Fans mittels Entwicklertagebuch am Entstehungsprozess teilhaben lassen. Ist das Spiel einmal gekauft, muss man in der Regel nichts mehr bezahlen, von daher bringen Achievements den Entwicklern und Publishern eigentlich keinen finanziellen Vorteil. Allerdings wird mit Achievements versucht, den Gamern möglichst viel vom Spiel zu zeigen. Hat man alle Achievements, hat man auch wirklich alles vom Spiel gesehen und ausgekostet. Zocker werden, wie früher mit den Highscores, angeheizt, mehr zu sammeln, die Entwickler dürfen befriedigt feststellen, dass ihr Spiel nicht nur durchgeheizt wurde, sondern auch wirklich erlebt wurde. Derjenige, der sich alle Achievements holt, ist ebenfalls zufrieden und kann mit Fug und Recht behaupten, etwas Tolles geleistet zu haben.

achievement XboxNach den Trophäen 2008 zogen auch viele andere Systeme nach, überall wurde man mit Errungenschaften (ja, das ist das deutsche Wort) überschüttet, ganz zu schweigen von den Spielen für Smartphones. Ich selber besitze ein Android-Gerät und sammle meine Achievements in Form von XP (die ja jedem Gamer, vor allem aber RPGlern, bekannt sein dürften). Eigentlich hatte ich Trophäen und Achievements bereits links liegen lassen, weil diese ganze Sache wie gesagt überstrapaziert wurde. Für jede Kleinigkeit gab es ein Achievement.

„Great! You released a fart! Keep on whisteling!“

Doch die XP berühren mein Spielerherz natürlich in seinen Grundfesten und ich erwische mich dabei, etliche Games anzuzocken, nur um bei Google Play Games in den nächsten Level zu kommen.

Das bedeutet übrigens nichts. Aktuell bin ich Level 17. Tada. Mehr auch nicht. Ich habe mich nicht mal damit beschäftigt, herauszufinden, ob man sich mit anderen Spielern vergleichen kann. Würde ich das tun, sähe ich wahrscheinlich auf dem ersten Platz wieder jemanden mit dem Namen 王八蛋, was mich wieder demotivieren und meinen Penis auf Makro-Größe schrumpfen lassen würde.

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