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Interview: Jan Hegenberg, GAMES MAKE MY DAY und eine gerissene Hose

Jan Hegenhegenberg 02 – (c) Anna BellEs ist die RPC 2015. Vor der Hauptbühne der Rollenspielmesse hat sich eine unglaubliche Masse an Menschen versammelt, die dichtgedrängt darauf wartet, dass dieser Typ da oben Musik macht. Kein Rockstar mit exzentrischem Auftreten, kein hipper Castingboy, sondern Jan Hegenberg. Ein Typ wie du und ich, in lässiger Alltagskleidung, bewaffnet mit einer Akustik-Konzertgitarre und einem Mikro. Und einer unschlagbaren Natürlichkeit, dass man denken könnte, er wäre just aus dem Publikum auf die Bühne gegangen, um mal ein bisschen auf der Klampfe zu zupfen.

Doch mit ein bisschen Geplänkel ist es hier nicht getan, denn er rockt im wahrsten Sinne des Wortes das Haus, indem er einige seiner bekanntesten Lieder spielt und die Menge zum Toben bringt. Cheater an die Wand ist in aller Munde, ebenso einer seiner neusten Songs Aber du hast gesagt es wird geil, der vom Publikum begeistert aufgenommen wird. Die Horde rennt, sein populärster Song, reißt schließlich jeden mit, als er im neuen rockigen Gewand über die Köpfe der Zuschauer donnert.

Die Horde rennt spiele ich seit etwa acht Jahren auf jedem Konzert, weil das so ein Song ist, den man spielen muss, sonst wird man von der Bühne geprügelt. Ist halt ein World of Warcraft-Song, der entstanden ist, als WoW so richtig, richtig, richtig modern war. Und die Horde hat ihn sich quasi auf die Fahne geschrieben. Ich spiele ihn zwar sehr gerne auf Konzerten, weil ich das Gefühl liebe, wie das Publikum dazu abgeht und mitsingt, aber selber hören ist schwierig: man kennt das, wenn man so ein Lied hundert mal gehört hat: Irgendwann ist es natürlich auch ein bisschen ausgelutscht, aber das Erleben, das live zu spielen, ist immer wieder geil.“

Ihr seid die Besten ist ein Dankeschön-Song an die Fans, die mich seit zehn Jahren begleiten und gute Stimmung mitbringen. Es ist noch nie was kaputtgegangen. Geilere Fans kann man nicht haben, mit denen hat man immer Spaß, die sind für jeden Witz zu haben. Da kann man einfach nur Danke sagen!“

Vor Kurzem veröffentlichte Jan Hegenberg mit GAMES MAKE MY DAY sein siebtes Album, in dem er wieder etliche Facetten des Gamer-Lebens beleuchtet, aber auch Liebes- und Alltagssorgen musikalisch aufbereitet.

„Bei dem Lied Der Gewandungssäufer beschreibe ich mich eigentlich selbst. Ich LARPe ein bis zweimal im Jahr, bin da allerdings nicht so der Rollenspieler, der der Geschichte hinterher jagt. Ich genieße dann das Ambiente in der Taverne, und trinke doch eher das ein oder andere Bierchen.

Hack and Slay ist ganz klar ein Diablo-Song. Das hat mich eine ganze Weile verfolgt, das Spiel, macht auch immer noch Spaß, jetzt auch auf der PS4 mit vier Leuten – das rockt!“

Auf dem neusten Album finden sich auch einige der alten Songs wieder, diesmal allerdings mit neuem Sound, der durchaus mitreißt. Hegenberg fand diesen Schritt notwendig.

„Das Remastern von drei Songs war notwendig, weil die alten Songs qualitativ einfach zu schlecht waren, die Songs an sich aber gut. Ich wollte sie nochmal in neuerer Qualität aufnehmen, das ist mir, glaube ich, auch ganz gut gelungen.“ Auch das ist etwas, worauf man sich bei Hegenberg einlassen muss: „Die Leute hören zehn Jahre lang Songs, die sie lieben, und dann kommt so ein Honk wie ich und macht es nochmal anders.“

Über Kai Seuthe

Kai Seuthe
Kaius spielt seit der Grundschule und wird das auch noch im Altersheim tun. Er ist als Let's Player KiltKaius unterwegs, schreibt Bücher und macht noch viele andere kreative Dinge. Retro-Spiele mag er, Rechtschreibfehler nicht. Darum kümmert er sich auch darum.

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