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Halo – Die Entwicklung von Videospielhandlungen – Part 3

Der folgende Text enthält zahlreiche Spoiler für alle bisherigen Spiele des Halo-Franchises. Weiterlesen auf eigene Gefahr. Part 1 dieser Reihe beschäftigte sich bereits mit den Geschehnissen des ersten Spiels, Halo: Combat Evolved. Part 2 fokussierte sich auf die Entwicklung in den beiden Nachfolgern Halo 2 und Halo 3.

Die Fortführung mit Halo 4 und Halo 5: Guardians

Für lange Zeit dachte man, Halo 3 wäre das Letzte, was man vom Master Chief sieht. Obwohl Bungie einige Spin-Offs produzierte, gab es tatsächlich nie Anzeichen eines Halo 4. Als sich Bungie dann komplett von Halo abwendete, gingen die meisten vom Ende des Franchises aus. Nur ein kleines bisschen später verkündete Microsoft einen Remaster des ersten Halo. Das Team hinter dem Remaster, 343 Industries, verkündete nur wenige Monate später den Beginn einer neuen Trilogie, angefangen mit Halo 4. Diese neue Trilogie muss storytechnisch in eine neue Richtung gehen und trotzdem ein klassisches Halo-Spiel bleiben. Dies ist natürlich keine leichte Aufgabe und viele Fans hatten ihre Zweifel bezüglich des neuen Spiels, welches auch noch von einer komplett neuen Firma entwickelt wurde.

Die Person des Chief rückt in den Vordergrund

Eine der größten Änderungen storytechnisch war der plötzlich sehr hohe Stellenwert der persönlichen Motivation des Master Chief. Es macht natürlich absolut Sinn: Mit der Aufgabe, Cortana vor dem drohenden „Tod“ zu bewahren, ist die Größe des Geschehens deutlich gesunken, von der Bewahrung der galaktischen Zivilisation zur Rettung unserer KI-Freundin, auch wenn sich diese nur als Nebenhandlung herausstellte. Der magere Plot rund um den Didakten, der als einer der schlechtesten Antagonisten in Videospielen gilt, konnte weder Fans noch neue Spieler überzeugen. Währen die Handlung also nicht überzeugen konnte, hat sich die Charakterentwicklung aber sehr verbessert. Nicht nur war der Chief keine leere Hülle mehr, wir wurden auch mit einem vollständigen neuen Set an Charakteren empfangen. Anfangs mag es ungewohnt sein, denn Master Chief redet erstmals viel, teilt sich mit und fühlt, dennoch ist es eine notwendige Entwicklung. Immerhin wurde Halo 4 im Jahr 2012 veröffentlicht, eine Zeit, in der alle stereotypischen Charaktere bereits vollständig ausgeschöpft wurden und Spieler nach tiefgreifenden Charakterentwicklungen verlangten. Obwohl die Handlung selbst also nicht überzeugen konnte, wurden hier einige Anpassungen vorgenommen, die wichtig für die Zukunft des Franchises waren.

Halo 5: Guardians baut auf der verbesserten Charakterdarstellung auf, liefert aber zeitgleich eine qualitativ hochwertige Handlung ab. Sowohl Kritiker als auch Fans bezeichnen Guardians als ein echtes Halo. Ähnlich wie in Halo 2 spielen wir auch hier wieder mit zwei Hauptcharakteren, die zu Beginn des Spiels auf unterschiedlichen Seiten stehen und allem Anschein nach gegeneinander antreten werden müssen. Im Gegensatz zum Gebieter und Chief, kriegen wir diesmal den Kampf zwischen Spartan Locke und Master Chief zu sehen. Diese Szene wird durch cinematische Action und gekonnter Dramaturgie in das Spiel eingebaut und stellt einen der Höhepunkte dar. Apropos Gebieter, der Elitegeneral lässt sich erneut blicken und kämpft zeitweise sogar mit Spartan Locke. Auf diese Weise wird eine weitere Verbindung zur vorherigen Trilogie geknüpft.

Beide Hauptcharaktere sind durch ihr eigenes Team unterstützt, bestehend aus drei gut entwickelten Nebencharakteren, jeder mit seiner eigenen Hindergrundgeschichte und Personalität. Das erweiterte Umfeld und die resultierende soziale Kommunikation gibt jeder Art von Spieler eine Person zur persönlichen Identifikation.

In Halo 5: Guardians müssen wir die Menschheit ein weiteres Mal vor der galaktischen Vernichtung bewahren und simultan den persönlichen Beweggründen des Chief nachgehen, allen voran seine Trauer über den Verlust von Cortana. Wie bereits erwähnt, ist der erhöhte Stellenwert des Chief und seiner persönlichen Motivation eine notwendige Entwicklung, hervorgerufen durch die veränderten Anforderungen der Spielerschaft an Videospiele und deren Handlung. Der Fehler in Halo 4 war die mangelhafte Story rund um die Charakterentwicklung. Halo 5: Guardians kombiniert die beiden Aspekte und liefert so eine überzeugende Singleplayererfahrung ab. Wie bereits bekannt war, ist eine Trilogie geplant. Kein Wunder also, dass der fünfte Teil mit einem Cliffhanger endet.

Halo 4
Quelle: http://hero.wikia.com/wiki/File:Halo-4-Cortana-Dies.jpg

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