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Godus – Review: Spüre die Macht Gottes!

Wie ein ausgehungerter Wolf durchstreife ich den Google Play Store auf der Suche nach guten Spielen. Aber die Ausbeute ist mau. Sehr viele schlechte Casual Games, langweilig, schlecht programmiert, nur auf Profit aus, billige Kopien von erfolgreichen Games. Es ist immer dasselbe. So richtig auf den Nerv gehen mir mittlerweile die ganzen Free2Play-Games, die allesamt mit der Geduld ihrer Spieler … nun ja, spielen.

Aber was ein ambitionierter Spieler ist, der findet auch die ein oder andere Perle für Besitzer eines Smartphones oder eines Tablets. So habe ich bereits Leo’s Fortune, Dead Space (mobil) oder Castle Of Illusion entdeckt, bezahlt und für gut befunden.

Godus fiel mir ebenfalls auf. Das Strategiespiel von 22cans musste jedoch nicht bezahlt werden und schien gleich von vorneherein wie ein typischer Vertreter seiner bösen F2P-Geschwister. Aber der Beschreibung nach durfte ich Gott spielen, was in mir mir gleich Erinnerungen an eine weit, weit entfernte Vergangenheit weckte, als ich in meiner Kindheit auf dem Sega Mega Drive Populous spielte. Bei den Recherchen zu diesem Artikel fiel mir auf, dass der Entwickler Peter Molyneux, der im Startbildschirm von Godus erwähnt wird, DER Erfinder der Göttersimulationen ist. Populous oder Black & White gehen beide auf sein Konto. So schließt sich der Kreis.

Godus Start
Bis das Spiel geladen ist, vergehen einige Minuten

Ich Gott, du nix

Godus nimmt uns mit auf eine epochale Reise, in der wir als Schöpfer (und Zerstörer) aller Dinge die Geschichte der Menschheit neu erfinden. So beginnen wir zunächst damit zwei einsamen gestrandeten Recken den Weg zu ebnen, hin zu einem Platz, der schön genug ist, um zu siedeln. Durch das sehr einsteigerfreundliche Tutorial ist es uns ein Leichtes, Meerengen zu planieren und kleine Hügel einzuebnen. Schwupps sind die beiden Menschen an einem Ort, der ihnen zusagt, sodass sie sich bereit erklären, ihre windschiefen Zelte aufzuschlagen.

Godus Hafen
Auf zu einer Abenteuerreise

Wir hacken Bäume klein und zerschmettern mit unserer göttlichen Macht Felsen, die unsere Siedler daran hindern, geeignete Plätze zum Bauen zu finden. So haben wir nach kurzer Zeit Platz genug, um ein Dutzend Zelte zu errichten und somit das Bevölkerungswachstum anzuheizen.

Unlängst später verdienen wir uns die erste Karte. Auf dieser Karte ist vermerkt, dass wir ab nun bessere Häuser bauen können. Bessere Häuser bedeuten auch höheren Lebenskomfort und somit mehr Bewohner. Um diese Karte jedoch aktivieren zu können, müssen wir Schätze finden, die überall auf der Welt wahllos verstreut sind und die im Laufe des Spiels zufällig neu generiert werden. In diesen Schätzen befinden sich Sticker, die bestimmte Attribute beinhalten. Kleine Zeichen darauf verraten uns, wofür wir sie einsetzen können (Schraubenschlüssel, Sprechblasen etc.). Die erste große Karte haben wir schnell aktiviert, da wir uns ja noch am Anfang des Spiels befinden. Später sieht das Ganze natürlich etwas schwieriger aus. Je weiter wir kommen, desto mehr Sticker müssen wir auf eine Karte pappen, damit die jeweilige Erweiterung aktiviert werden kann.

Godus Fluss
Ein schön animierter Fluss

Unsere Siedler bewohnen nun also bessere Häuser und breiten sich rasch aus. Um ihnen neue Grundstücke bieten zu können, müssen wir als Gott die Landschaft formen. Doch dafür brauchen wir eine Ressource, nämlich Glauben. Der Glauben wird in den Häusern generiert. Und wie bei einem klassischen Farming-Spiel müssen wir alle paar Minuten (später Stunden) mit dem Finger über die Häuser streichen, um den Glauben einzusammeln. Am Anfang ist die Ressource knapp bemessen, doch dies ändert sich schnell und stellt nach einiger Zeit keine Schwierigkeit mehr dar.

So geht es immer weiter und ich dachte, dass das ja eigentlich nicht sein kann, dass ich hier als Gott so viel Formen und Bauen kann, ohne dass ich irgendetwas bezahlen muss. Meine Bevölkerung wächst stetig und ich verdiene immer mehr Karten, die ich mit den entsprechenden Stickern und aktivieren kann: noch bessere Häuser, Schreine, die ich in der Nähe der Häuser errichten kann, um mehr Glauben zu generieren, Landwirtschaft. Doch mit dem Erwerb der Fähigkeit der Landwirtschaft ist das fröhliche Bauen zunächst vorbei. Am oberen Bildschirmrand, an dem ich bisher nur die Bevölkerungsgröße sehen konnte, addiert sich ein weiteres Feld, nämlich jenes, das mich darauf hinweist, wie viel Weizen ich besitze. Fortan brauchen meine Bauarbeiter Weizen, um ein neues Haus zu errichten. Der erste Dämpfer für mich, denn ab nun muss ich echt lange warten, bis ein Weizenfeld so weit ist, dass ich es ernten kann. Doch im Laufe des Spiels habe ich eine Karte bekommen, mit der ich einzelne Häuser zu Siedlungen zusammenschließen lassen kann. Das kostet mich zwar sehr viel Glauben, wirft am Ende aber auch viel mehr Glauben ab. Außerdem ist es dadurch möglich aus einfachen Hütten Bauernsiedlungen zu erschaffen. Und Bauern … ja klar, die bauen Weizen an. Also sammle ich einige Zeit fleißig Glauben an und lasse dutzende Bauern Weizenfelder bestellen.

Godus Glauben
Hier gibt es viel Glauben einzusammeln

Und so geht es immer weiter. Später kommt noch Erz hinzu, das ich brauche, um Leuchtfeuer zu reparieren. Zu diesen Leuchtfeuern schicke ich dutzende Arbeiter, die dann stundenlang (später tagelang) daran ackern, um die Spielwelt zu erweitern. Denn es ist nicht etwa so, dass ich von Anfang an alles besuchen kann. Ich muss mich Stück für Stück vorwärts arbeiten, um alles entdecken zu können.

Gute Laune ist immer ein Vorteil

Neben meiner eigenen Bevölkerung gibt es noch eine feindliche Bevölkerung, nämlich die Astari. Diese tauchen zu Beginn des Spiels immer mal wieder auf und verspotten meine Leute, woraufhin ich meine göttliche Macht walten lasse, um die Unholde zu vertreiben. Da reicht es zunächst, ihnen durch das Verformen der Landschaft in unmittelbarer Nähe ordentlich Angst einzujagen. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, dass die Götter in der Gunst um ihre Bevölkerungen gegeneinander konkurrieren. Sind die Astari deutlich fröhlicher als meine Leute, kann es passieren, dass meine Menschen zu den Gegner konvertieren und meine Häuser brach liegen. Dazu lasse ich es aber gar nicht erst kommen. Ich habe bereits gelernt, Feuer zu machen, und fackel das Dorf der Astari ab. Die, die übrig bleiben, dürfen sich an einem Meteoritenhagel erfreuen, den ich auf sie herabregnen lasse. Das ist cool, aber auch verdammt teuer. Plötzlich habe ich das ganze Astari-Geschlecht ausgerottet und brauche mir keine Gedanken mehr zu machen.

Godus Astari Tempel
Ein Astari-Tempel

Um die eigene Bevölkerung glücklich zu halten, ist es nötig, dass jeder Bewohner ein Dach über dem Kopf hat. Hin und wieder kommt es vor, dass Obdachlose durch die Ortschaften gammeln und damit die Stimmung drücken. Außerdem kann ich heilige Bäume pflanzen, an denen sich die Bewohner erfreuen. Wer mag es nicht, wenn Gott persönlich plötzlich ein Bäumchen im Garten sprießen lässt? Um die Laune richtig in die Höhe zu treiben, ist es mit Abstand am einfachsten, mit einem Wischen des Fingers die Umgebung zu verschönern. Auch diese Karte erhalten wir später, nämlich dann, wenn wir eine bestimmte Anzahl an Weizenfelder unser Eigen nennen können. Das Verschönern gestaltet sich derart einfach und kostengünstig, dass alle anderen Optionen obsolet werden.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    Ich spiele Godus jetzt schon sehr lange und bin auch schon mit der Arche gefahren. In meiner Heimatwelt suche ich allerdings immer noch einen Tempel. Die Arche steht ja in der Nähe des ehemaligen Astari Dorfes, oberhalb davon gibt es hohe Berge. Dahinter sieht man, dass die Welt weiter geht. Ich finde allerdings hier keinen Tempel um diesen Teil der Welt frei zu schalten. Ich hab den Berg zum größten Teil abgetragen. Habt ihr dort einen Tempel gefunden? Warum sollte die Welt dort weiter gehen, wenn ich sie nicht frei schalten kann?

    • Meine Antwort ist jetzt zwar nicht hilfreich aber ich finde auch keine Leuchtfeuer mehr… Hab alle Artikel im Internet durchforstet ob es evtl Bilder gibt wo sie stehen aber nix….

      Ein Leuchtfeuer war mal vergraben aber da hat man trotzdem oben auf der Landoberfläche ein grünes Leuchten gesehen aber da is nix mehr. Bin auch am Verzweifeln.

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