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Final Fantasy 15 – Unser Road to Release-Fazit

Vergangene Woche zeigte Square Enix mit Road to Release die Final Fantasy 15 Demo und Interessierte konnten erste Szenen aus dem Abenteuer selbst spielen. Das haben wir uns nicht zwei Mal sagen lassen und berichten euch nun hier von unseren Erlebnissen mit den vier jungen Männern in der Welt von Final Fantasy 15.

Ab hier solltet ihr mit kleinen Spoilern rechnen.

Christina Kutscher 1Im Grunde war die hier gezeigte und spielbare Demo bereits auf der gamescom spielbar. Zusätzlich dazu gab es jedoch den Vorspann, ein fakultatives Tutorial und viel mehr Spielzeit. Während die gamescom Demo noch eine begrenzte Version war, bot die Road to Release Tour bessere Einblicke in Nebenmissionen, die Story, Levelsysteme, Ausrüstungen, Fortbewegungsmittel und das Open World Feeling des Spiels.

Ich sah und spielte den Anfang des Spiels und hatte sofort gar keine Beziehung zum Charakter. Noctis, der Protagonist und Prinz auf dem Weg zu seiner Verlobten, schien mir ein renitenter Knirps zu sein, der ziemlich wenig Ahnung vom Leben hat. Auch die ersten Minuten, die ich wenig später zum wiederholten Mal durchlebte, verbesserten diesen Eindruck nicht unbedingt. Das Doppelhorn, gleich zu Beginn ein schwieriger Gegner, war nicht mehr ganz so schwer – ob da noch etwas gemacht wurde oder es einfach an der Übung liegt, ist ungewiss. Mir gefällt immer noch nicht Cidney – ich meine, diese Freizügigkeit ist unglaublich over the top und an Verzweiflung kaum zu überbieten. Sollte das Spiel nicht mit besseren „Reizen“ aufwarten können, werde ich mein Final Fantasy-Fangirl-Dasein hinterfragen.

Final Fantasy 15
Das lief nicht ganz wie geplant.

Davon abgesehen machte das freie Laufen sehr viel Spaß. Über die Art und Weise wie der Protagonist rennt, kann man debattieren, aber im generell waren diese ersten Minuten angenehm. Es gibt eine übersichtliche Karte und immer wieder Ablenkungen vom eigentlichen Ziel. Während die erste Mission noch sehr linear ist und die Spielenden an die Mechaniken heranführen soll, wird schnell deutlich, worauf die Demo hinaus will: Möglichst viel Final Fantasy-Feeling. Das gelingt unter anderem mit dem Soundtrack der älteren Teile in neu aufgelegter Version im Radio. Der Skill Tree wurde wieder einmal überarbeitet und ist deutlich weniger komplex also noch in Teil 13, im Gegensatz zu den Fähigkeitsbrettern in Teil 12 sogar für alle Charaktere gleich gültig. Magie-Craften funktioniert intuitiv und das vorsichtigere Einsetzen der hergestellten, magischen Granaten verleiht dem sonst bekannten Kampfsystem eine neue Dimension. Das Autofahren ist sehr gewöhnungsbedürftig, da man nur Gas gibt und nicht steuern muss. Da kommt es gelegen, wenn der Weggefährte beschließt wieder Chauffeur zu spielen und man nur durch simples Klicken interveniert, wenn er anhalten soll und die Truppe die Landschaft zu Fuß unsicher macht.

Final Fantasy xv 15
Ausrüstung ist nicht immer nur auf einen Charakter beschränkt.

Nach der bereits bekannten Demo standen mehrere Möglichkeiten offen: Nebenmissionen erledigen und als Jäger die Gegend (un-)sicher machen oder die Story verfolgen. Ich entschied mich für letzteres und traf schon bald auf den mysteriösen Fremden, der Kuja aus Teil 9 nicht ganz unähnlich ist. Selbstverständlich sollten wir unser Ziel nicht auf direktem Wege erreichen und so reihten sich schon bald die Quests. Zu diesem Zeitpunkt war meine Spielzeit vorbei und nun bin ich mehr denn je angetan von Final Fantasy 15. Zugegeben, meine anfängliche Skepsis hält an, darunter mischt sich nun allerdings eine gehörige Portion Vorfreude. Kleiner Wehrmutstropfen ist und bleibt die Grafik. Normalerweise ist das keine große Sache für mich, bei so einem großen Projekt, das wunderschöne Cut Scenes bietet, hätte ich auch ingame mehr erwartet.

Tim Horstmann norm Final Fantasy 15. Bald ist es also soweit und Square Enix versprechen sich viel, sogar sehr viel. Wird der neue Ableger der beliebten japanischen Rollenspiel Saga ein komplettes Franchise retten? Sind die neuen Wege die richtige Entscheidung gewesen? Final Fantasy 15 hat eine große Bürde zu tragen, vielleicht sogar eine größere als der erste Teil, mit dem alles begann. Doch geht diese Rechnung auch auf? Ich bin mir noch nicht ganz sicher.

 

Spielerisch bekam ich während des Events quasi genau das gleiche wie die gute Christina zu Gesicht. Die Charaktere wirkten auf mich ziemlich dem Westen angepasst. Cool und draufgängerisch. Keine naiven Knuddelaugen-Helden mehr und genau das ist das Stichwort. Die Entwickler versuchen, wie viele japanische Studios heutzutage, ihr Werk dem Westen anzupassen. Dark Souls und Dragons Dogma haben gezeigt wie man es machen kann und wie es funktioniert. Doch muss jede große japanische Marke wirklich an den Westen angepasst werden? Ich finde nicht, doch gerade die größeren Studios schmeißen ihre ehemaligen Traditionen über den Haufen und entwickeln auf neuen Pfaden. Neues ausprobieren ist sicherlich keine schlechte Sache, aber wenn japanische Rollenspiele heute aussehen sollen wie westliche Rollenspiele und auch genauso aufgebaut werden, fehlt mir persönlich etwas. Ich spiele Rollenspiele aus dem Land der aufgehenden Sonne genauso gerne wie ein Gothic aus dem Ruhrpott. Sei es das Gameplay, die Charaktere oder die Story. Ich mag die verschiedenen Variationen und die Abwechslung und natürlich unterscheiden sich beide Genres voneinander. Das liegt am Land, der Kultur und natürlich auch an den Menschen.

Final Fantasy xv 15
Wir beobachten die Entwicklung der Serie mit Skepsis.

Wird Final Fantasy 15 also ein Reinfall? Ich glaube nicht, das Gespielte hat mir gefallen, aber die Open-World, die Art der Quests und die musikalische Untermalung waren für mich kein Final Fantasy mehr, sondern ein neues, aber gutes Rollenspiel. „Meister bleibt bei euren Leisten“, sollten sich vor allem die Japaner zu Herzen nehmen, wenn sie nicht ihre komplette Spielekultur und vor allem ihre Wichtigkeit, die sie in den 90ern hatten, nicht auf ewig verlieren wollen. Japanische Rollenspiele der neuen Generation sind mit weniger finanziellen Mitteln entwickelt und auch die damalige Kreativität vergangener Tage scheint verloren gegangen zu sein. Ein Bravely Default mag ein gutes Rollenspiel sein, aber wird niemals die Klasse eines Chrono Triggers erreichen. Warum? Austauschbare Story und Charaktere, Wiederholungen und Ingame-Shop-Blödsinn. Das können japanische Studios besser und ich hoffe, dass ich meine damalige Liebe für japanische Rollenspiele auch heute einmal wieder gewinnen kann.

Puh, viel Text und viel Meinung. Aber um nochmal auf Final Fantasy 15 zurückzukommen: Es sieht gut aus, das Gameplay ist spaßig, die Open-World gefällt mir eher nicht. Dennoch freue ich mich auf den Titel, aber nicht als Franchise Fan.

2 Kommentare

  1. Sorry aber totaler blödsinn was du hier mit open world schreibst. Es ist keine richtige open world genau wie die früheren teile einfach nur große gebiete.

    • Christina Kutscher
      Christina Kutscher

      Lieber Swen,
      in der Demo, die wir gespielt haben, war es tatsächlich eine offene Welt. Klein, aber offen.
      Dass das in dem fertigen Spiel nicht so ist, ist gut möglich.

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