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Elegy for a Dead World: Review – Was ich heute schreibe, füllt morgen nur noch Papier

13. Januar 2015

Elegy for a Dead World: Review – Was ich heute schreibe, füllt morgen nur noch Papier

Schreiben ist eine merkwürdige und gleichzeitig faszinierende Sache. Jemand hat im Internet mal die Theorie aufgestellt, dass Menschen, die schreiben und lesen, für Lebewesen aus anderen Welten, die diese Dinge nicht kennen, sehr seltsam aussehen muss. Wer liest, der starrt auf eine Ansammlung von Symbolen und „halluziniert“ dabei leicht und auch noch absichtlich. Beim Schreiben von Texten und Geschichten ist die Situation nicht unähnlich.

Jetzt könnte man meinen, dass man als Autor ein relativ entspanntes oder klares Verhältnis zu diesem Thema hat. Ich muss aber gestehen, dass ich mich zumindest selbst auf gewisse Weise als erschreckend unkreativ empfinde. Wenn es um Geschichten und Charaktere geht, so scheint da bei mir ein blinder Fleck zu sein und sämtliche Versuche, mal so etwas wie eine eigene Geschichte zu schreiben, habe ich nach sehr kurzer Zeit abgebrochen, weil mir einfach nichts Interessantes einfällt. Für Leute, die das im Gegensatz zu mir können, habe ich durchaus eine gewisse Hochachtung. Aber es gibt auch Mittel und Wege, die kreatives Schreiben einfacher und begreifbarer machen können. Wer jetzt keinen Kurs bei der Volkshochschule belegen will, der findet vielleicht mit Elegy for a Dead World ein ganz gutes Mittel dafür.

Spielst du noch, oder schreibst du schon?

Elegy For A Dead World wurde von Dejobaan Games entwickelt. Die Damen und Herren dort sind nicht unbedingt für ernsthafte Spiele bekannt. Da reicht schon ein Blick auf die Titel der letzten beiden Spiele Drunken Robot Pornograhpy und 1 … 2 … 3 … KICK IT! (Drop That Beat Like an Ugly Baby). Wenn auch manche Spiele von Dejobaan Games eher etwas albern sind, so sind sie mit Sicherheit nicht konservativ und auch Elegy for a Dead World schert sich nicht um gängige Standards. Man kann sich allerdings bei Elegy for A Dead World durchaus fragen, ob das überhaupt noch ein Spiel oder nicht etwas komplett Anderes ist. Denn wer hier Gameplay im klassischen Sinne sucht, der sucht hier vergebens. Am ehesten könnte man Elegy for A Dead World als einen spielerischen Umgang mit Sprache und Kreativität beschreiben. Elegy for a Dead World hat kein festes Ziel, minimales Gameplay und den eigentlichen Inhalt bestimmen wir selbst.

Elegy for a Dead World

Im Spiel selbst laufen wir als Astronaut über scheinbar ausgestorbene Welten und können an bestimmten Punkten mit der Spielwelt interagieren. Interagieren bedeutet in dem Fall, dass wir etwas schreiben können. Das Spiel bietet uns hier auch je nach Planeten Vorlagen an oder lässt uns komplett frei schreiben. Die einzelnen Planeten sind an reale Schriftsteller angelehnt und so ist Byron’s World auf die Werke des britischen Schriftstellers George Gordon Byron fokussiert. So können wir nicht nur selbst Kreatives Schreiben lernen und üben, sondern lernen nebenbei auch noch etwas über historische Schriftsteller. Da wir als Spieler oder besser gesagt als Autor die Texte verfassen, steht es uns auch komplett frei in welcher Sprache wir das tun. So können wir Geschichten oder Gedichte in Englisch oder auch in Deutsch verfassen ohne das wir in einem Menü umständlich erst die Sprache ändern müssen.

Benjamin Fleschenberg

Benny hat mit der Zockerei angefangen, als man sich auf dem Schulhof noch zwischen SEGA und Nintendo entscheiden musste. Er hat sich für den SEGA Mega Drive entschieden und die Entscheidung bis heute nicht bereut. Mit dem Geld zur Konfirmation gab es dann den ersten eigenen Rechner. Nach wie vor dem Rechenknecht treu ergeben und deshalb hauptsächlich in Genres unterwegs, die dort zu Hause sind.