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Ein Tag beim GameSlam – Lippstadt lädt zum Wettbewerb

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Wenn der GameSlam ruft.

Vor einiger Zeit erreichte uns die Info, dass die Westfalen-Initiative aus Münster eine große Veranstaltung plant, bei der Personen aus Westfalen in verschiedenen Kategorien gegeneinander antreten und ihr Können demonstrieren. Die WestfalenSlams.

Diese sollten aus folgenden einzelnen SpezialSlams bestehen:

PoetrySlam       ScienceSlam     MatheSlam

FußballSlam      LaufSlam          AgrarSlam

BandSlam         ChorSlam         KurzfilmSlam

RacingSlam       SongSlam

und zu guter Letzt: Der GameSlam. Moment, Games? Da sind wir doch in unserem Element. Also nix wie angemeldet und los geht die Planung. Nach einer kurzen Frage in die Runde der Kollegen, habe ich schließlich noch den Kollegen Tobias Ommeln als Fotografen gewonnen und mich selbst als potenzielle Labertasche und Redakteur für die Interviews eingepackt.

Austragungsort des WestfalenSlam 2014 war, wie bereits angemerkt, das beschauliche Städtchen Lippstadt. Lipp.. wo? Lippstadt. Wer bisher noch nichts davon gehört hat, findet hier einen kleinen Hinweis auf die Lage.

GameSlam 2014 - Lippstadt
Lippstadt und Umgebung auf Googlemaps

Also brachen der Kollege Ommeln und ich, samt Bewaffnung in Form von Kamera und Notizblock, gegen 9:00 Uhr am Samstag in Richtung Lippstadt auf. Bis auf einige Stauphasen in und um Dortmund, war der Weg sehr angenehm und kurz vor der Ankunft grüßte uns Lippstadt mit dem Autobahnschild: Lippstadt – Stadt der Elektro- und Lichttechnik. Na dann kann ja im Bereich Computer nichts daneben gehen.

Hauptort der Veranstaltung war das Jahnsportgelände am Rande von Lippstadt, wobei sich die verschiedenen Austragungsorte über ganz Lippstadt verteilten. Auch wenn viele Punkte fußläufig gut erreichbar waren, konnte man auch die zahlreichen Sonderbusse nutzen, die alle 20 Minuten an direkten Haltestellen der Slams hielten.

Der GameSlam konnte in der Zeit von 12:00 – 17:00 Uhr am Ostendorf Gymnasium besucht werden und bestand aus fünf Teilnehmern.

Zuvor konnten sich die Entwickler von Spielen mit ihren Projekten bei der Westfalen-Initiative bewerben, sofern die Projekte nicht älter als 6 Monate waren. Eine Jury stimmte vorher für die besten 5 Teilnehmer ab, welche dann zum finalen Wettbewerb, zum GameSlam, geladen wurden.

 

Die Spiele

Wir möchten euch die GameSlammer mit ihren Spielen hier noch einmal vorstellen. Für freudige Tester haben wir die Download-Links mit beigefügt. Als Basis für alle Spiele dient die Unity Engine.

Jump Over

 GameSlam - Jump Over

Jump Over ist ein Denkspiel und die virtuelle Umsetzung des Brettspiels Solitaire. Entwickler ist der junge Essener Christian Patorra, der sein Fachwissen als Student der Fachrichtung Gamedesign in Düsseldorf erworben hat. Auf den GameSlam selbst ist er durch eine Nachricht in einer Facebookgruppe aufmerksam geworden und hat sich spontan entschlossen, sich einfach mal zu bewerben. Zusammen mit einem Freund hat er dann Jump Over als Zwei-Mann-Projekt in die Tat umgesetzt. Es bietet momentan 100 Level, in denen Spielsteine durch Überspringen aufgelöst werden, bis nur noch ein Stein übrig bleibt. Durch verschiedene Farben, größere Levels und besondere Spielsteine wird der Schwierigkeitsgrad später deutlich angehoben. Laut Christian beginnt der kniffelige Teil ab dem 28. Level. Als Plattform wurden die mobilen Endgeräte wie Tablets oder Smartphones gewählt.

Download für Android

Download für iOS

 

Army without Borders

GameSlam - Army without Borders

Unser einziger Kandidat für den klassischen PC wurde eigentlich für die PSP entwickelt, schaffte dann aber noch den Sprung auf den normalen PC. Verantwortlich für den militärischen Sidescroller zeigt sich der Gamedesign-Student Theodor Horke. Er studiert an der Macromedia Hochschule in Stuttgart und hat sich mit einem befreundeten Programmierer an den Contest gewagt. Als Vorlage für Waffen, Gestaltung der Charaktere und Fahrzeuge dienten ihm seine Erfahrungen im militärischen Rollenspiel und seine Vorliebe für die Spiele Battlefield und Arma. Momentan befindet sich Army without Borders noch in einer Alpha Version und soll durch das Feedback der Besucher des GameSlam noch weiterentwickelt werden. So standen bei unserem Interview schon 50 neue Waffen und Gebäude als zusätzliche Deckung in der Planung. Army without Borders ist ein gewolltes Endlosspiel, da laut Theodor ein Krieg niemals gewonnen werden kann. Bis zur endgültigen Fertigstellung werden laut Theodor jedoch noch mindestens 2 Jahre vergehen.

Download für PC

 

Dots

GameSlam - Dots

Dots hat uns von allen Spielen im Konzept am Besten gefallen. Die beiden Entwickler Timo Schiller (Design) und Bojan Brötz (Programmierung) haben bewusst eine klassische Fantasywelt um einen abenteuerlustigen Ritter erschaffen. Die typisch klischeehafte Hintergrundgeschichte um die Rettung einer Jungfrau vor dem schwarzen Ritter Lord Rubber ist mit voller Absicht so gewählt und soll mit einem Augenzwinkern und viel Humor genommen werden. Unser kleiner Ritter in Spe ist ebenfalls auf den mobilen Endgeräten wie Tablets und Smartphones unterwegs und verdient sich seinen harten Unterhalt in Form von sogenannten „Dots“. Diese Dots können als Währung oder Material zur Herstellung von Waffen und Ausrüstung, sowie von ganzen Gebäuden wie Schmieden und Festungen genutzt werden. Anfangs kann der Held die Dots durch das Bekämpfen von Monstern und Wildtieren erbeuten und im späteren Verlauf des Spiels sogar eigene Dot-Farmen anlegen, die ihn ohne Kampf mit Dots versorgen. So soll sich auch der Spieltyp von einem Adventure zu einem Aufbau-/Adventurespiel wandeln und die Spieler mit diesem Wechsel völlig überraschen. Wie uns Timo erklärte, ist gerade die Überraschung ein wichtiger Teil des Spiels. Die Geschichte wird absichtlich sehr flach gehalten, damit das Spiel die Spieler mit seinen Überraschungen und Anforderungen fesseln kann. Bis zu seiner Fertigstellung wird wohl noch ungefähr ein Jahr vergehen, da sich das Spiel momentan noch in der Konzeptphase befindet. Hier zeigte sich dann auch die Schwierigkeit auf dem GameSlam, denn während seine Mitbewerber einfach die Spiele für sich sprechen lassen konnten, musste Timo die Besucher von seinem Konzept überzeugen. Übrigens, Timo ist eigentlich Systemadministrator in einer Spielefirma und übernimmt in seiner Freizeit die gleichen Aufgaben wie seine Arbeitskollegen.

Download des Konzepts als PDF 

 

Bomb Bob

GameSlam -BombBob

Bomb Bob ist das Zwei-Personen-Projekt des Designers Dominik Plaßmann. Dominik ist gelernter Spieleentwickler und hat das Reaktionsspiel mit seinen hübschen Zeichnungen geschmückt. Bomb Bob ist eigentlich der klügste Bombenentschärfer der Stadt und muss die versteckten Bomben seines Erzrivalen deaktivieren, bevor diese in die Luft gehen. Dazu gibt es in jedem Level 2-3 rote und eine blaue Lampe, die in einer spezifischen Reihenfolge nacheinander aufblinken. Der Spieler muss nun den Bildschirm seines Handys oder Tablets in dem Moment berühren, in dem die blaue Lampe aufleuchtet. Dann gilt die Bombe als entschärft. Bomb Bob hat übrigens keinen steigenden Schwierigkeitsgrad, sondern variiert die Blinkgeschwindigkeit nach dem Zufallsprinzip bei jedem neuen Level, wobei es keine Levelbegrenzung gibt und es sich um ein Endlosspiel handelt. Der Rekord lag in unserer Anwesenheit bei 16 entschärften Bomben am Stück, was dem Entwickler jedoch gerade einmal eine bronzene Medaille wert war. Besonders gut haben uns die gezeichneten Grafiken gefallen und ein Bomb Bob, der mit ablaufender Zeit zunehmend schwitzte und die Nerven verlor. Dominik selbst konnte jedoch nicht am GameSlam teilnehmen und ließ sich durch eine Freundin erfolgreich vertreten.

Download für Android 

 

Flappy Bzz

GameSlam - FlappyBzz

Flappy Bzz ist der ähnlich klingende Ableger des erfolgreichen Mobile Games‘ Flappy Bird. In dem Spiel von Alexander Siemer steuern wir eine kleine Biene, die auf ihrem Weg versucht, zahlreiche enge Holztore zu überwinden. Die Betonung liegt hier jedoch auf dem Wort „versucht“, denn Flappy Bzz hat es tierisch in sich. Die Steuerung ist eigentlich ziemlich simpel, denn wenn wir den Bildschirm antippen, dann fliegt unsere Biene ein Stück nach oben. Den Rest besorgt dann die Schwerkraft und zieht die Biene auf den Boden der Tatsachen zurück. Wenn wir einen Teil der Holzmauern oder den Boden berühren, dann ist das Spiel vorbei. Der erfolgreichste Spieler, vor unserem Interview, hat immerhin 5 Holztore überwunden. Entwickelt hat Alexander das Spiel aufgrund seiner Vorliebe für Geschicklichkeitsspiele und dem Antrieb, dass ihm Flappy Bird einfach zu leicht war und er eine schwierigere Variante haben wollte. Für die Entwicklung hat er gerade einmal 4 Wochen benötigt.

Download für Android 

 

Reaktionen der Besucher und des Veranstalters

Während des GameSlam und auch vor und nach einigen anderen Slams, die wir besuchten, haben wir die Möglichkeit genutzt und einige Besucher nach ihrem Eindruck zum GameSlam gefragt. Die Besucher waren durchweg vom GameSlam sehr angetan. Der Grund hierfür war vor allem die tolle Art der Spieleentwickler mit ihren Besuchern umzugehen. Die Teilnehmer haben sich viel Zeit genommen, um den Besuchern ausführlich ihre Spiele und auch die Ideen und Motivationen dahinter nahe zu bringen. Die meisten Besucher hätten sich jedoch statt einer Wahl mit Stimmzetteln lieber eine öffentliche Wahl mit Bewertungen im Stil der Poetry oder ScienceSlams gewünscht. Allgemeiner Favorit der Besucher war das Spiel Jump Over, welches später auch im Wettbewerb offiziell als Sieger gekrönt wurde. Der Entwickler Christian Patorra bekam neben einer Auszeichnung in Form eines roten Pferdes, noch einen Geldpreis, dessen Höhe jedoch nicht verraten wurde.

Neben den Besuchern und Entwicklern konnten wir auch René Knab, vom Mitorganisator planetlan GmbH, und Dr. Kurt-Heinrich Sümmermann, den Vorsitzenden der Westfalen-Initiative, zu einem Interview überreden. Dabei wurde uns erklärt, dass die WestfalenSlams extra auf eine breite Basis gestellt wurden, damit für jeden Zuschauer passende Slams zur Verfügung stehen. In der Organisation der einzelnen Slams vertraute man auf Fachleute aus den einzelnen Bereichen, weswegen planetlan als Fachberater mit ins Boot geholt wurde. Eigentlich sollte der GameSlam als ITSlam stattfinden, jedoch zeigten sich die Spieleentwickler als kreativster Teil der IT-Gemeinschaft, sodass man sich entschloss einen GameSlam zu starten, zu dem Studenten und Entwickler über Aufrufe an den Hochschulen und Universitäten eingeladen wurden. Die Bewerber durchliefen eine Vorauswahl durch eine Jury, welche die fünf besten Spiele zur Abstimmung an das Publikum übergab. Dabei wurde die Meinung der Jury zu 40% und die Meinung der Besucher zu 60% gewertet. Die Entwickler hatten so die Chance, ihre Spiele einem größeren Publikum zu präsentieren und sich zugleich Vorschläge und Feedbacks zu den Spielen einzuholen.

Eine Fortsetzung der WestfalenSlams wird es auf jeden Fall geben, wobei sich planetlan auch gerne wieder als Fachberater für den GameSlam anbietet.  Standort wird dann laut Aussage von Herrn Dr. Sümmermann jedoch nicht zwangsweise wieder Lippstadt sein, da die Westfalen-Initiative das komplette Gebiet Westfalen und dessen kluge Köpfe bewerben will.

 

Fazit

Uns hat der GameSlam und der WestfalenSlam generell viel Spaß gemacht und wir sind sicher beim nächsten Mal wieder mit dabei. Da die Vorbereitungen ungefähr 1,5 Jahre Zeit benötigen, wird dies wohl dann bei den WestfalenSlams 2016 sein.
Zum Ausklang konnten wir uns dann noch das Konzert der Baseballs anhören und treffen somit bei schönem Wetter und guter Verpflegung die Feststellung: Auch ohne WestfalenSlam ist Lippstadt einen Besuch wert und mit WestfalenSlam erst recht.

Zum Abschluß noch einige Bilder von Besuchern des GameSlam:

 

Links:

Westfalen-Initiative

WestfalenSlams

planetlan GmbH

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