Home » Artikel » Reviews » Drunken Robot Pornography – Review

Drunken Robot Pornography – Review

Bevor ich auch nur ein Wort über Drunken Robot Pornography erzähle, schaut euch bitte folgenden Trailer zu einem der Spielmodi an (Musik laut machen!):

Na, das knallt rein, oder? Vielleicht habt ihr jetzt eine Ahnung davon, was dieses Spiel ist und was euch erwartet. Ballern, Chaos, Riesenroboter.

Eines vorweg: Ich habe mich natürlich aufgrund dieses herausragenden Titels zu Drunken Robot Pornography zu einer Review hinreißen lassen. Wenn ein Spiel so heißt, dann will es provozieren, das war mir klar. Aber konnte das Spiel auch die Erwartungen erfüllen, die es bei mir weckte?

Die Frage war nur: welche Erwartungen? Natürlich stellte ich mir nicht vor, dass es in dem Spiel um betrunkene und vor der Kamera kopulierende Maschinenwesen geht, gottseidank nicht. Obwohl … na, lassen wir das.


drunken robot pornography

Für Epileptiker ungeeignete Arcade-Ballerei

Auf den ersten Blick ist Drunken Robot Pornography von Dejooban Games ein Ego-Shooter mit kantiger Grafik und einem irren Sound. Das ist es auch auf den zweiten Blick. Allerdings bietet das Spiel mehr als plumpe Ballerei. Hinter der schrillen Fassade verstecken sich keine perfekten aber wirklich nette Spielereien, vor allem für Arcade-Fans.

Als ich das Spiel das erste Mal startete, überkam es mich mit einer Wucht, mit der ich nicht gerechnet hatte. Mein erster Eindruck war negativ: Es gab kein klares Einleitungsvideo, das mich einer Geschichte oder dem Spiel als Ganzen in irgendeiner Weise näher brachte. Das, was da kam, war abstrakt und hässlich. Bisher immer noch lediglich auf englisch spielbar, verstand ich die etwas seltsame Story nicht so recht. Die Geschichte spielt im Boston der Zukunft, ein Barkeeper-Roboter hat seinen Job satt und läuft amok. Wir müssen ihn aufhalten. Dabei gilt es, etliche Roboterbosse zu besiegen.

Der erste Level wirkte durchgehend seltsam: Was sollte ich hier? Alles war bunt und eckig, die Steuerung hakelig. Wer war ich überhaupt? Mensch, Maschine? Warum sollte ich hier überhaupt Roboter zerschießen und warum hat Drunken Robot Pornography so einen seltsamen Namen?

Fragen über Fragen, von denen sich bis heute nicht alle geklärt haben.

Was aber auch nicht wichtig ist. Denn dieses Spiel legt nicht viel Wert auf eine ausgeklügelte Story, auf tolle Charaktere und eine epische Welt. Hier steht eindeutig mit Ausrufezeichen der Spielspaß im Vordergrund. Aber ist der auch gegeben?

Zeigefinger bleib stark, die linke Maustaste braucht dich!

In guter alter Ego-Shooter-Manier gilt es, Level für Level zu bestreiten. Allerdings folgen wir dabei keinem linearen Level sondern befinden uns in einer Arena, ganz wie früher bei Quake III Arena. In den meisten Fällen ist es das Ziel, den gigantischen Roboter des Levels zu besiegen. Dieser besteht eigentlich nur aus scheinbar wild zusammengestellten Bauteilen, die mit ordentlich Waffen bestückt sind. Dieses Roboter zu besiegen erfordert kein sonderlich taktisches Vorgehen, worin auch ein bisschen das Problem bei Drunken Robot Pornography liegt.

Um den Roboter zu besiegen müssen zunächst dessen Extremitäten abgeschossen werden. Am Ende bleibt nur noch der Kern übrig, bis der Boss besiegt ist. Es wird viel auf uns als Spielfigur gefeuert, sehr viel sogar. Dabei gilt es, ständig in Bewegung zu bleiben. Wer stehen bleibt, der stirbt. Ein Jetpack mit unendlich Treibstoff leistet dabei gute Dienste. Damit vollführen wir waghalsige Sprünge und hüpfen wie ein Floh durch das Level, den Fokus natürlich immer auf den Boss gerichtet.

Die Waffenauswahl ist gering, naja, eigentlich gibt es nur eine einzige Waffe mit unendlich Munition. Hin und wieder poppen Upgrades auf, womit wir schneller und effektiver schießen können. Große Auswahl gibt es da allerdings nicht. Eigentlich kann man durchgehend die linke Maustaste gedrückt halten und hoffen, dass man den unzähligen Angriffen der Gegner ausweichen kann.

drunken_robot_pornography_

Wer den Schaden hat …

Auch das ist ein Problem. Innerhalb des Levels gibt es drei Arten von Gegnern. Hamburgerähnliche fliegende Kästen, schlagenähnliche Dinger und weit über uns fliegende Roboter, die es auf uns abgesehen haben. Alles sind hochexplosiv und es scheint, als zögen wir diese magnetisch an. Von allen Seiten donnert es auf uns herunter. Das Tragische dabei ist, dass man kaum sieht, woher die Angriffe kommen. Da kann man sich in Ecken verschanzen, hier- und dorthin springen, um die Übersicht zu behalten, sich gezielt eine bestimmte Gegnergruppe vornehmen – es nützt alles nicht. Plötzlich erleidet man von irgendwoher Schaden. Das kann eine Herausforderung sein, ist aber in den meisten Fällen frustrierend. Habe ich schon erwähnt, dass man seine Lebensenergie nicht auffüllen kann?

Ich beklage mich ja immer, dass heutige Spiele viel zu einfach sind, weil es unglaublich viele Rücksetzpunkte gibt, diverse Heilungsmöglichkeiten, unendliche Continues. Spiele, die für Luschen gemacht sind, ehrlich.

Drunken Robot Pornography fängt relativ leicht an, steigert seinen Schwierigkeitsgrad aber ungemein bis hin zum Unfairen. Schwere Spiele sollen nicht unfair sein, dann macht es einfach keinen Spaß mehr. Wenn in höheren Levels der Boss mit dutzenden Waffen bestückt ist, die ganze Arena vor miesen, kleinen, lästigen Gegnern nur so wimmelt und man partout nicht sehen kann, von wo man gerade schon wieder beschossen wird, dann ist auch meine Geduld zu Ende. Ich habe die Storymission irgendwann abgebrochen, weil es mir zu blöde wurde.

Hin und wieder gab es übrigens auch Level, in denen man einfach nur Punkte sammeln musste, um zu bestehen, ohne Big Boss. Eigentlich nett, aber auch da wird einem später der Spaß vermiest, weil diese seltsamen Hamburger plötzlich neben einem spawnen, um sich in Kamikaze-Manier auf einen zu stürzen. Ständiger Begleiter ist der Timer, der unaufhörlich nach unten rattert. Was, du hast den Boss nicht in 60 Sekunden besiegt? Verloren! Fang von vorne an!

Drunken Robot Pornography hat aber auch gute Seiten. Verpackt ist der Shooter in ein durchaus lustiges Kleid, was schon das Video mit dem offiziellen D.R.P.-Song im Hauptmenü beweist. Während den Levels unterhält sich die Hauptfigur mit ihrem Schutzanzug, was hin und wieder ganz ulkig ist, sich nach einer Weile aber wiederholt.

Neben der Storymission gibt es aber noch andere Aufgaben zu bestreiten. Zum Beispiel Drunken Robot Battle Royale, das Video müsstet ihr am Anfang gesehen haben. Dabei gilt es, wöchentliche Kampfaufgaben gegen Roboter zu bestehen, die, das muss ich sagen, zwar abstrakt aber wirklich schick aussehen. Neben diesem Modus gibt es weitere Modi, in denen man unendlich viele Bosse besiegen kann, Punkte sammeln muss und so weiter. Wenigstens wird man dabei nicht von den nervigen kleinen Gegnern belästigt. Nicht immer zumindest.

drunken robot pornography menü

Ein großer Spielplatz

Was ich wirklich cool fand, war das Community-Element. Selber Roboter bauen und andere dagegen kämpfen lassen. Genau so darf man sich der Herausforderung stellen, die Bosse anderer Spieler zu erlegen. Dabei kommen, erwartungsgemäß, manch lustige Kreationen heraus. Doch auch das wird nach einiger Zeit eintönig, weil, wie ich es bereits erwähnte, das Besiegen der Roboter immer gleich abläuft.

Abwechslung bringen da noch die Levels herein, die ebenfalls von anderen Spielern gestaltet wurden. Manchmal als Kulisse für Kämpfe, manchmal aber auch, um ganz andere Skills anzusprechen. So habe ich beispielsweise einen Level ausprobiert, in dem es darum ging, in Jump and Run-Manier ans Ziel zu gelangen. Keine Gegner, keine Waffe, kein Jetpack. Nur hüpfen, Sprung- und Fallhöhen richtig abschätzen, schnell sein.

Außerdem hat das Spiel noch viele kleinere Goodies versteckt, wie zum Beispiel ein Spiel im Spiel, das an Games aus den 90er erinnern soll, und ein ähnliches Spielprinzip beinhaltet wie Drunken Robot Pornography. Dieses kleine Game hat mir allerdings mehr Spaß gemacht als das Hauptspiel. Es ist übersichtlicher, nicht so nervig und abwechslungsreicher. Klingt komisch, ist aber so. Um an das Spielchen zu kommen, muss man jedoch ein bisschen suchen, es ist versteckt.

Sogar ein Demake ist irgendwo versteckt, das sich da nennt Self-Refferential-Arcade. Ist ganz nett, weiß aber nur kurzzeitig zu unterhalten.

Das kann ich nicht abstreiten: In Drunken Robot Pornography gibt es sehr viel neben dem Hauptgame zu entdecken.

Übrigens: Der Sound ist richtig cool. Eigentlich stehe ich nicht so auf elektronische Musik, ich mag es lieber „echt“, mit Gitarren und so. Aber wer DRP mit Kopfhörern spielt (oder zu Hause die Musik laut aufdrehen kann), der bekommt was zu hören. Der Beat haut rein und animiert zu einer wilden Ballerorgie. In Kombination mit dem anspruchsvollen Zeitlimit sorgt das für ein hohes Spieltempo. Stresstoleranz ist Voraussetzung.

Alles in Allem ist Drunken Robot Pornography irgendwie spaßig und deutlich anspruchsvoll. Meine Langzeitmotivation ist allerdings jetzt bereits dahin, meine Kinder hingegen finden es total super, sich selber Roboter auszudenken und diese in einer Arena zum Kampf antreten zu lassen. Wer Arcade mag und noch kein verweichlichter Respawn-Liebhaber ist, der wird dieses Spiel lieben.

Drunken Robot Pornography
Ganz in Ordnung
Drunken Robot Ponrography ist ein knallbunter Ballerspaß für Arcade-Fans mit diversen versteckten Spielereien. Leider ist der Schwierigkeitsgrad fast unfair hoch und die Langzeitmotivation lässt zu wünschen übrig. Neben der Hauptstory sind vor allem die wöchentlichen Events und die Community- Kreationen spaßig.
Reader Rating0 Votes0
80

3 Kommentare

  1. Tobias Bartsch

    Das wird sowas von gezockt. *dance*

Sag uns deine Meinung:

Auch interessant!

Final Fantasy 12 Reiseführer

Urlaub in Ivalice – Ein Reiseführer durch die Welt von Final Fantasy 12: The Zodiac Age

Schon bald erscheint mit Final Fantasy 12: The Zodiac Age eine weitere Neuauflage der japanischen ...