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Deutscher Computerspielpreis – Von abgelehnten Preisen und humorvollen Laudationes

Diese Woche wurde im Rahmen der Games Week Berlin der Deutsche Computerspielpreis verliehen. Wir waren vor Ort und haben euch über Twitter über alle Geschehnisse informiert. Für alle, die stattdessen lieber die Enthüllung von Call Of Duty: WW2 verfolgt haben, gibt es hier die Zusammenfassung.

Die Gewinner

Bestes Nachwuchskonzept: Dyo

Bestes Gamedesign: Shadow Tactics: Blades of the Shogun

Beste Inszenierung: Robinson: The Journey

Beste Innovation: VR Coaster Rides und Coastiality App

Bestes Kinderspiel: She Remembered Caterpillars

Beste Internationale neue Spielewelt: Uncharted 4

Bestes Internationales Multiplayer-Spiel: Overwatch

Bestes Jugendspiel: Code 7 – Episode 0: Allocation

Bestes Serious Game: Debugger 3.16: Hack’n’Run und Orwell teilen sich den Preis

Bestes Mobiles Spiel: Glitchskier

Bestes Internationales Spiel: The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Bestes Deutsches Spiel: Portal Knights

Sonderpreis der Jury: Computerspielemuseum

Publikumspreis: The Witcher 3: Wild Hunt – Blood and Wine

Deutscher Computerspielpreis
Jeff Kaplan bedankte sich für den Preis, den Overwatch erhielt.

Gerüchte und Unklarheiten

Schon beim zweiten verliehenen Preis entstand ein kleiner Eklat: Die Entwickler von Shadow Tactics, Mimimi Productions, die auch Favoriten für den Preis des besten deutschen Spiels waren, lehnten den Preis ab. Einer der Entwickler betrat die Bühne, gab das kurze Statement ab und verschwand wieder. Schnell kursierten Gerüchte, es hätte Unstimmigkeiten bei der Stimmenauszählung gegeben. Einen Tag später veröffentlichte das Studio ein Statement via Facebook:

In den Tagen vor der Preisverleihung haben sich Informationen aus zuverlässigen Quellen verdichtet, die darauf hinwiesen, dass es zu Unstimmigkeiten beim Hauptjury-Wahlverfahren des DCP 2017 gekommen ist. Dies betrifft zum einen die Durchführung der Wahl selbst, wir verweisen an dieser Stelle auf das Statement des GAME. Zum anderen gibt es ernstzunehmende Bedenken, dass die Wahl durch die Hauptjury einer vernünftigen Auseinandersetzung mit den eingereichten Spielen nicht gerecht wurde. Da wir bei der Wahl nicht anwesend waren, liegt es an den drei Ausrichtern und der Hauptjury, gemeinschaftlich zu klären, in welchem Umfang diese Aussagen korrekt sind. Wir haben kein Interesse daran, dem DCP zu schaden. Es stand für uns jedoch nicht zur Debatte, einen Preis anzunehmen, der eventuell nicht korrekt und fair vergeben wurde.

Der Rahmen

Im Westhafen Berlin begann die Verleihung zunächst mit einem blauen Teppich. Gäste und Cosplayer zeigten sich in Poserlaune und die Presse fotografierte, was das Zeug hielt. Hände wurden geschüttelt, Menschen begrüßt. Die enge Vorhalle füllte sich schnell und so wichen einige bereits nach oben aus, wo die eigentliche Verleihung stattfinden sollte. Um kurz nach acht Uhr betrat Barbara Schöneberger, Moderatorin des Abends, die Bühne. Mit einigen vorhersehbaren Pointen und Witzen übers Gaming führte sie durch den Abend. Ihre humoristische Ader entdeckte sie später glücklicherweise noch und legte letztendlich einen sehr souveränen Auftritt hin, der nur erahnen ließ, dass sie eigentlich nicht so viel mit Spielen zu tun hat.

Deutscher Computerspielpreis
Barbara Schöneberger empfing Gronkh alias Erik Range vor seiner Laudatio auf der Bühne.

Die Gastgeber des Abends, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, der BIU – Bundesverband für Interaktive Unterhaltungssoftware und der GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche, kamen selbstverständlich auch zu Wort. Und es wurde politisch. Alexander Dobrindt forderte wie im Vorjahr noch mehr Geld für den Preis – dieses Jahr wurden insgesamt 550.000 Euro vergeben – sowie eine größere Förderung der Branche. Laut ihm seien Computerspiele in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch Dorothee Bär, Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, forderte mehr Aufmerksamkeit. Die Branche müsse lauter werden und sollte ebenso gefördert und unterstützt werden wie beispielsweise die Filmbranche. Zum Vergleich: Der deutsche Filmpreis ist mit fast drei Millionen Euro dotiert.

Die Laudationes wurden von unterschiedlichen Persönlichkeiten der Medienbranche gehalten, von Johanna Klum (Moderatorin) über Mareike Ottrand (Mitgründerin von Studio Fizbin) oder Olivia Jones, bis hin zu Kurt Krömer (Comedian), Bernd Fakesch (Geschäftsführer von Nintendo Deutschland) oder Gronkh. Fast alle Redner setzten auf Humor – angesichts der wankenden Games-Branche keine schlechte Idee. Obwohl die Branche in Deutschland große Umsätze erzielt, geht nur wenig auf deutsche Entwicklerstudios oder Unternehmen zurück. Dass bald ein neues Blue Byte Studio in Berlin eröffnet wird, ist ein wichtiger Schritt.

 

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