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Civilization: Beyond Earth – Review im Weltraum

Es war einmal das Genre der Rundenstrategie. Ende der 90er gab es abseits von geschichtsträchtigen Titeln auf einmal ein Spiel namens Alpha Centauri. Hier gab es keine bekannten Herrscher der Menschheitsgeschichte, sondern fiktive und trotzdem extrem charismatische Charaktere, die auch heute noch in den Köpfen der nostalgischen Weltraumfans weiterleben dürfen. Bis 2014 musste man also warten, bis ein ähnlicher Titel den genügsamen Rundenstrategen präsentiert werden sollte. Auch diesmal hat Sid Meier wieder seinen Namen dafür hergegeben und sogar viele Mitglieder des alten Teams werkelten mit, doch inwiefern überzeugt das ähnliche Konzept von Sid Meier’s Civilization: Beyond Earth heutzutage? Ob ich wohl wieder nostalgisch werde?

Als Rundenstratege stehe ich in unserer Redaktion leider ziemlich alleine da. Deshalb gleich vorweg: diese Review bezieht sich nur auf das Singleplayer-Erlebnis. Den Multiplayer konnten wir leider nicht testen.

Das Prinzip: wir starten Civilization, allerdings nicht wie gewohnt irgendwo auf der Erde mit all ihren langweiligen Regionen, ausgelutschten Weltwundern und immer gleichen Charakteren, sondern – mal ganz ausgefuchst – im Weltraum. Na sowas! Das könnte einige Überraschungen bringen – und so ist es auch.

2014: Odyssee im Weltraum – Lasset die Runden beginnen

Schon der Spielstart gestaltet sich etwas anders als gewohnt. Bisher kannte man aus Civilization vor allem die Textfluten zu Beginn eines Spiels, wo man aus schier unendlichen Dropdown-Listen seine Startbedingungen zusammenstellen konnte. Heutzutage ist das etwas netter aufbereitet – wir dürfen zu Beginn unser fiktives Volk, heutzutage „Sponsor“ genannt, mit entsprechenden Vorteilen, den Kern der Bevölkerung wie z. B. Wissenschaftler oder Künstler, unser (T)Raumschiff mit unterschiedlichen technologischen Vorteilen, unsere besondere Fracht für den Spielstart sowie die Art des zukünftigen Hausplaneten wählen.

Ist das geschafft, werden wir von einem Tutorial-Berater begrüßt, der wohl mit Herr Fassbender aus Prometheus verwandt ist bzw. in derselben Fabrik erschaffen wurde. Die nüchtern robotische Art ist sehr sympathisch, passt perfekt zum Setting und gefällt sogar etwas besser als frühere Tutorials, obwohl der Ablauf etwas anders ist. Praktischerweise können wir hier auch auswählen, auf welchem Wissensstand wir uns befinden, bspw. ob wir Civilization bereits kennen, aber Civilization: Beyond Earth noch nicht. Statt „richtigen“ Tutorials lernen wir on the fly, also während des eigentlichen Spiels. Bei jeder Neuerung, jedem ersten Kennenlernen mit einer weiteren Funktion schaltet sich der Berater dazwischen und klärt uns erst einmal darüber auf, was wir hier vor uns haben. Natürlich nur, wenn wir das wirklich wollen. Wir können ihn auch einfach dreist wegklicken. Durch munteres „durch sämtliche Menüs klicken“ haben wir also ziemlich schnell zumindest einen oberflächlichen Einblick auf die wichtigsten Funktionen erhalten.

Jetzt heißt es aber erst einmal: los geht es! Während man früher zu Beginn des Spiels willkürlich auf der Karte verteilt wurde und dann so lange durchs Land streifen konnte, bis man den Startpunkt der Wahl gefunden hat, dürfen wir hier zu Beginn aus einem vordefinierten Gebiet auswählen, wo unser Raumschiff den ersten Halt machen soll. Klassisch: ist das erledigt, starten wir mit einem Erkunder (ehemals Späher) sowie einem Bautrupp, der unsere neue Station möglichst schnell versorgen sollte. Erstmals werden wir auch mit den Neuerungen bekannt gemacht.

Weltraumtouristen oder Infiltratoren – Die Affinitäten

Im Weltraum ist die Religion nicht mehr von Belang. Stattdessen gibt es in Civilization: Beyond Earth die so genannten Affinitäten. Diese sind quasi die Grundrichtung, in die sich eure Zivilisation bewegen soll. Ihr habt die Wahl zwischen drei verschiedenen Affinitäten, könnt euch auf eine spezialisieren und danach trotzdem die Vorteile weiterer Affinitäten genießen. Jede Affinität hat dabei verschiedene Ziele. Ihr könnt beispielsweise auf den Traditionen der Menschheit beharren, die Vorherrschaft auf dem Planeten anstreben oder lieber in Harmonie mit der neuen Welt leben, um von ihr zu lernen.

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Affinitäten könnt ihr durch Forschung steigern. Habt ihr eine neue Stufe einer Affinität erreicht, schaltet ihr verschiedene neue Vorteile frei. Zugleich könnt ihr mit den Affinitäten eure Einheiten verbessern. Natürlich sieht man je nach Affinitätswahl auch stylische Unterschiede – so sehen eure Gefährte bei der Affinität Harmonie eher organisch und bei den anderen Affinitäten entweder ziemlich menschlich oder technisch aus. Auch die Architektur eurer Städte ist von der Wahl eurer Hauptaffinität betroffen.

Civilization: Beyond Earth

2014-10-24_00046Wie in vorherigen Teilen der Civilization-Reihe verbinden die Vorlieben auch jetzt wieder die Völker. Solltet ihr euch also einer bestimmten Affinität verschrieben haben, seid ihr einem anderen Volk gleich viel sympathischer, da man denselben Traum verwirklichen möchte. Schließlich ist uns ein ähnlich denkender Mensch auch im wahren Leben sympathischer.

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