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Battlefield 1942

Battlefield: Ein Lebensbericht.

Im Januar habe ich meinen 29. Geburtstag gefeiert. So kurz vor der, für manche Leute magischen, 30, wird es dann doch mal Zeit für eine kleine Retrospektive. Wer jetzt amüsante Anekdoten aus meiner Kindheit und Jugend erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Dafür gibt es einen Rückblick auf die Spieleserie Battlefield, die mich eine lange Zeit begleitet hat.

Verdammt lang her.

12 Jahre sind eine ziemlich lange Zeit. Was habe ich vor 12 Jahren so gemacht? Da war ich knackige 17 Jahre alt. Ich muss gestehen, dass gerade die Zeit zwischen 16-19 Jahren doch irgendwie leicht nebulös in meiner Erinnerung ist. Wahrscheinlich hat die Entdeckung von Alkohol und den damit verbundenen Aktivitäten einen nicht unbedingt geringen Anteil daran.

BF42

Als WW2 noch trendy war.

Ich erinnere mich aber definitiv an Battlefield 1942. Für mich und wohl auch für viele andere Leute, war BF42 eine ziemliche Revolution. Einmalig für die Zeit beinhaltete es gewaltige Schlachtfelder, auf denen sich von Infanterie bis zu Schlachtschiffen alles tummelte, was der Krieg so hergab. Es waren definitiv gute Zeiten und sie wurden sogar noch besser! So gab es nicht nur grandiose Mods, wie z.B Forgotten Hope, die übrigens auch heute noch gespielt werden, sondern 2005 stand mit Battlefield 2 ein sehr würdiger Nachfolger in den Regalen. Das moderne Setting war zu der damaligen Zeit eine klare Ausnahme, denn im Trend waren da noch klar Shooter mit WW2 Setting. BF2 bestach nicht nur durch gutes Gameplay, sondern wieder auch durch viele gute Mods. Nicht nur Forgotten Hope 2, sondern auch Project Reality werden, wie gesagt, auch heute noch gespielt.

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Battlefield Vietnam fand ich ehrlich gesagt nur ganz nett und mehr nicht. Für mich war das nicht wirklich ein eigenständiges Spiel, was aber nicht bedeutet, dass ich keinen Spaß mit dem Spiel hatte. Ich war bei der Ankündigung für ein Vietnam Addon zu Bad Company 2 erstmal sogar positiv aus dem Häuschen.

Für viele ist Battlefield 2142 eines oder sogar DAS beste Battlefield aller Zeiten. Hier muss ich gestehen, dass dieses Spiel komplett an mir vorbei gegangen ist. Erst einmal hat mir das Setting zu der Zeit nicht gefallen und ich habe da lieber diverse Source Mods und Red Orchestra gespielt.

Moderne Zeiten

Mein nächstes Battlefield war Bad Company und ich muss sagen, dass es mehr oder weniger insgeheim mein liebstes Battlefield ist. Einen großen Anteil hat da natürlich die Kampagne, die gerade im Vergleich zu anderen Versuchen einer Singleplayer-Kampagne in Battlefield viel besser gelungen ist. Es hatte einfach einen guten Mix aus spielerischer Freiheit, ganz netten Missionen und es war klar selbstironisch und nicht wirklich ernst gemeint. Gerade die angesprochene Selbstironie, würde meiner Meinung nach sehr vielen modernen Shootern sehr gut tun.

Weiter ging es mit Bad Company 2, wo mir der Singleplayer schon nicht mehr wirklich gefallen hat. Es fehlte die angesprochene Selbstironie und Leichtigkeit. Dazu waren auch die meisten Levels nur noch Schläuche, gefüllt mit hirntoter KI und Explosivfässern. Anders sah dagegen der Multiplayer aus. Für mich hat BC2 nach Battlefield 2 klar den besten Multiplayer der Serie abgeliefert. Besonders erfreut war ich über die Ankündigung eines Vietnam Addons. Leider geht die Geschichte, die sich bis jetzt schön mit der rosa Nostalgiebrille gelesen hat, leicht abwärts. BC2 Vietnam war für mich eine herbe Enttäuschung. Zu wenig Maps, die dann auch nocht krasse Schwächen in der Balance hatten. Das gleiche Spiel dann bei den Waffen. Von denen gab es zu wenige und auch hier gab es dicke Mängel bei der Balance. Nun sind solche Mängel eine Sache, sie nicht zu fixen dagegen eine ganz andere.

bad-company-2__3_

Ok. Eine Zahl weiter sind wir bei Battlefield 3. In der Zwischenzeit hat sich der Erfolg von Call Of Duty und Konsorten klar bemerkbar gemacht. Kaum ein Shooter, der noch ohne Erfahrungspunkte und reihenweise Unlocks auskommt. Da wollte BF3 natürlich nicht wie ein Streber am Rand des Schulhofs stehen, sondern natürlich lieber bei den coolen Kids in der Raucherecke. Das man dadurch zum Teil allerdings auch etwas der eigenen Persönlichkeit und den damit verbundenen Stärken verliert, war wohl erst mal egal. BF3 hat mir in vielen Bereichen spielerisch schon nicht mehr wirklich zugesagt und manche Maps fand ich einfach nur grauenhaft (hallo Metro).

Schöne neue Welt?

Nun sind wir seit mehreren Monaten bei Battlefield 4 angelangt und hier kann ich nur aus einem Song der apokalyptischen Reiter zitieren: Es wird schlimmer als es ist. Verkorkste Betaversionen gehen noch in Ordnung, ein massiv verkorkstes Release dagegen schon weniger. Wenn dieser Zustand dann noch mehrere Wochen anhält und das Spiel mehr oder weniger unspielbar ist, so hebt das nicht die Laune. Klar Bugs bei einem Release sind keine große Überraschung, allerdings gibt es Unterschiede zwischen irgendwelchen Kinderkrankheiten und angesprochenen Problemen, die das Spiel quasi unspielbar machen. Dazu kommen dann noch Probleme, die im Kern des Spiels selber sitzen. Ein grausamer Netcode und eine zu niedrige Tickrate vervollständigen dann das Bild. Fast noch erschreckender als der Zustand des Spiels ist dann auch noch etwas, was ich nur aus Ermangelung eines besseren Begriffs „Krisenmanagement“ nennen kann. Miese Kommunikation und lächerliche Aktionen, wie ein Scope für eine Pistole als Wiedergutmachung, waren da nur der Anfang. Das mündete im Februar in den dezent lächerlichen Player Appreciation Month. Hier zeigt man sich bei EA und DICE absolut weltfremd. Wer seine Spieler und Kunden ernst nimmt, der haut nicht irgendwelche Battlepacks raus, sondern liefert ein gutes Spiel ab und versucht es zumindest mal mit Kommunikation auf Augenhöhe. Neben besagten Battlepacks durften dann Spieler einzelnen Entwicklern von BF4 Fragen stellen. Es ist keine große Überraschung, dass man sich natürlich die Fragen rauspickt, die sehr angenehm zu beantworten sind. Während viele Spieler lieber eine Antwort auf die Frage bekommen würden, warum auf manchen Maps der Sound aussetzt, beantwortet man die Frage, wie man z.B. die Waffensounds aufgenommen hat. Kann man eigentlich noch offensichtlicher seine Spieler und Kunden verschaukeln?

Battlefield 4 single player Campaign mode screenshot Jet Squash

Die Leidensgeschichte geht übrigens auch munter weiter. Am 25.03.2014 sollte der dritte DLC Naval Strike (das Ergebnis seht ihr hier) erscheinen. Wenige Stunden vor dem Release gibt man in einem Nebensatz bei der Ankündigung zum Release bekannt, dass man die PC Version auf unbestimmte Zeit verschieben wird. Da fragt man sich natürlich, ob und wie bei DICE eigentlich noch gearbeitet wird. Klar findet man immer mal Bugs vor einem Release, aber Probleme, die so schwerwiegend sind, dass man den Release verschieben muss, die sollte man doch vorher gefunden haben. Ich bezweifle auch nicht, dass man diese Probleme nicht schon vorher gesehen hat. Aber man will ja nicht die eigenen Verkäufe drücken und es stand ja auch wieder der Vorentscheid zur Wahl der Worst Company 2014 an. Hier ist EA ausnahmsweise mal ganz knapp dieses Jahr nicht dabei. Hätte man vor einer Woche angekündigt, dass man Naval Strike verschieben würde, dann wäre es mal interessant gewesen zu sehen, ob EA es nicht gelungen wäre, dort das Triple zu holen.

Ich habe ja einen Satz aus einem Songtext zitiert. Der Satz selbst ist aber noch etwas länger:

Es wird schlimmer als es ist, doch wir werden besser, als das feige graue Heer von müden Allesfressern.

Das darf man durchaus als Aufruf zur Selbstreflektion verstehen, wenn EA wieder mal etwas mit dem Markennamen Battlefield verkaufen will.  

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